Homozystein – Bedeutung, Normalwerte und Risiken
Homozystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Stoffwechsel entsteht. Erhöhte Werte im Blut gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefäßschäden.
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Homozystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Stoffwechsel entsteht. Erhöhte Werte im Blut gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gefäßschäden.
Was ist Homozystein?
Homozystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im menschlichen Körper als Zwischenprodukt beim Abbau der essenziellen Aminosäure Methionin entsteht. Im Gegensatz zu Methionin wird Homozystein nicht direkt über die Nahrung aufgenommen, sondern ausschließlich im Stoffwechsel gebildet. Unter normalen Bedingungen wird Homozystein rasch weiterverarbeitet – entweder durch Remethylierung zurück zu Methionin oder durch Transsulfurierung zu Cystein abgebaut. Beide Abbauwege sind auf ausreichende Mengen bestimmter B-Vitamine angewiesen.
Stoffwechsel und Regulierung
Der Homozysteinabbau wird durch drei wichtige Vitamine gesteuert:
- Vitamin B6 (Pyridoxin): Notwendig für den Transsulfurierungsweg, bei dem Homozystein zu Cystein und schließlich zu Glutathion abgebaut wird.
- Vitamin B12 (Cobalamin): Cofaktor bei der Remethylierung von Homozystein zu Methionin.
- Folsäure (Vitamin B9): Liefert die Methylgruppe für die Remethylierung und ist essenziell für einen funktionierenden Homozysteinstoffwechsel.
Ein Mangel an einem oder mehreren dieser Vitamine kann dazu führen, dass Homozystein im Blut ansteigt – man spricht dann von einer Hyperhomozysteinämie.
Ursachen erhöhter Homozystein-Werte
Erhöhte Homozystein-Spiegel können verschiedene Ursachen haben:
- Vitaminmangel: Mangel an Folsäure, Vitamin B12 oder Vitamin B6 ist die häufigste Ursache.
- Genetische Faktoren: Mutationen im MTHFR-Gen (Methylentetrahydrofolat-Reduktase) beeinträchtigen den Folsäurestoffwechsel und können den Homozysteinabbau verlangsamen.
- Nierenerkrankungen: Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird Homozystein schlechter ausgeschieden.
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Kann den Homozysteinstoffwechsel verlangsamen.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Methotrexat, Metformin oder Protonenpumpenhemmer können den Folsäure- oder B12-Spiegel beeinflussen.
- Lebensstilfaktoren: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, körperliche Inaktivität und proteinreiche Ernährung können die Werte erhöhen.
- Alter und Geschlecht: Homozystein-Werte steigen mit dem Alter an; Männer haben tendenziell höhere Werte als Frauen.
Gesundheitliche Bedeutung und Risiken
Erhöhte Homozystein-Werte im Blut werden mit einer Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Homozystein schädigt die Innenwände der Blutgefäße (Endothel), fördert Entzündungsprozesse, oxidativen Stress und die Bildung von Blutgerinnseln. Dies begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Neurologische Erkrankungen
Ein chronisch erhöhter Homozystein-Spiegel wird mit einem erhöhten Risiko für Demenz und Alzheimer-Erkrankung assoziiert. Homozystein kann neurotoxisch wirken und zur Schädigung von Nervenzellen beitragen.
Osteoporose
Hohe Homozystein-Werte können die Kollagensynthese im Knochen beeinträchtigen und das Risiko für Knochenbrüche erhöhen.
Schwangerschaftskomplikationen
Erhöhte Werte in der Schwangerschaft werden mit einem höheren Risiko für Neuralrohrdefekte beim Ungeborenen, Frühgeburt und Präeklampsie in Verbindung gebracht.
Normalwerte und Diagnose
Der Homozystein-Spiegel wird im Blutserum oder -plasma gemessen. Die Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren, gelten jedoch allgemein wie folgt:
- Normal: 5–15 µmol/l
- Leicht erhöht: 15–30 µmol/l
- Mäßig erhöht: 30–100 µmol/l
- Stark erhöht (Homozystinurie): über 100 µmol/l
Die Messung erfolgt in der Regel als nüchterner Bluttest beim Hausarzt oder Internisten. Ergänzend können Vitamin-B12-, Folsäure- und Vitamin-B6-Spiegel bestimmt sowie ein MTHFR-Gentest durchgeführt werden.
Behandlung und Senkung erhöhter Werte
Die Behandlung einer Hyperhomozysteinämie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
Vitaminsubstitution
Die häufigste und wirksamste Maßnahme ist die gezielte Supplementierung von Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6. In vielen Fällen lässt sich der Homozystein-Spiegel damit deutlich senken.
Ernährungsumstellung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und magerem Fleisch fördert eine optimale Versorgung mit den relevanten B-Vitaminen.
Lebensstiländerungen
Rauchstopp, Reduktion des Alkoholkonsums, regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichend Schlaf können ebenfalls zur Normalisierung der Werte beitragen.
Behandlung von Grunderkrankungen
Liegt eine Niereninsuffizienz, Hypothyreose oder eine andere Grunderkrankung vor, muss diese gezielt behandelt werden, um den Homozystein-Spiegel zu senken.
Quellen
- Refsum H. et al. - The Hordaland Homocysteine Study: A Community-Based Study of Homocysteine, Its Determinants, and Associations with Disease. Journal of Nutrition (2006).
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Folic Acid and Prevention of Neural Tube Defects (2023). Verfügbar unter: https://www.who.int
- Herrmann W., Obeid R. - Causes and Early Diagnosis of Vitamin B12 Deficiency. Deutsches Ärzteblatt International (2008); 105(40): 680–685.
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