Pavor nocturnus – Nachtschreck: Ursachen und Behandlung
Pavor nocturnus (Nachtschreck) ist eine Schlafstörung, bei der Betroffene plötzlich aus dem Schlaf aufschrecken, schreien und sich verängstigt zeigen, ohne aufzuwachen.
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Pavor nocturnus (Nachtschreck) ist eine Schlafstörung, bei der Betroffene plötzlich aus dem Schlaf aufschrecken, schreien und sich verängstigt zeigen, ohne aufzuwachen.
Was ist Pavor nocturnus?
Pavor nocturnus, auch als Nachtschreck oder Schlafterror bezeichnet, ist eine Schlafstörung aus der Gruppe der Parasomnien. Sie tritt vor allem im Kindesalter auf, kann jedoch auch Erwachsene betreffen. Betroffene schrecken plötzlich mit lautem Schreien und ausgeprägter Angstreaktionen aus dem Schlaf auf, ohne dabei vollständig aufzuwachen. Nach der Episode besteht in der Regel keine Erinnerung an das Erlebte.
Ursachen
Pavor nocturnus tritt meist während des Tiefschlafs (Non-REM-Schlaf, Schlafstadium N3) auf. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, jedoch sind mehrere Faktoren bekannt, die das Auftreten begünstigen:
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung ist gut dokumentiert.
- Schlafentzug: Zu wenig oder unregelmäßiger Schlaf kann Episoden auslösen.
- Stress und emotionale Belastung: Insbesondere bei Kindern häufig ein auslösender Faktor.
- Fieber: Erhöhte Körpertemperatur kann Parasomnien begünstigen.
- Bestimmte Medikamente: Einige Wirkstoffe, etwa Sedativa oder Antidepressiva, können Nachtschreck auslösen oder verstärken.
- Schlafapnoe und andere Schlafstörungen: Unterbrechungen der Schlafarchitektur erhöhen das Risiko.
Symptome
Eine Episode des Pavor nocturnus dauert typischerweise zwischen einigen Sekunden und bis zu 15 Minuten. Typische Merkmale sind:
- Plötzliches Aufschreien oder Schreien im Schlaf
- Aufrechtes Sitzen im Bett mit weit geöffneten Augen
- Ausgeprägte Angst, Panik und Verwirrung
- Herzrasen, schnelle Atmung und Schwitzen (autonome Erregung)
- Keine oder kaum Reaktion auf Ansprache und Beruhigungsversuche
- Keine Erinnerung an die Episode am nächsten Morgen (Amnesie)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt, also anhand der geschilderten Symptome und der Krankengeschichte. Folgende Schritte können zur Abklärung beitragen:
- Ausführliche Anamnese: Befragung der Betroffenen und ggf. von Bezugspersonen über Art, Häufigkeit und Umstände der Episoden.
- Schlaftagebuch: Dokumentation von Schlafzeiten und Ereignissen.
- Polysomnographie: Eine Schlaflabor-Untersuchung kann eingesetzt werden, um andere Schlafstörungen (z. B. Schlafapnoe, Epilepsie) auszuschließen.
- EEG: Bei Verdacht auf epileptische Anfälle als Differenzialdiagnose.
Behandlung
Allgemeine Maßnahmen
Bei Kindern bildet sich Pavor nocturnus häufig mit zunehmendem Alter von selbst zurück und erfordert meist keine spezifische Therapie. Wichtig ist vor allem die Aufklärung der Eltern über die Harmlosigkeit der Störung.
Schlafhygiene und Verhaltensmaßnahmen
- Regelmäßige Schlafzeiten einhalten
- Stressreduktion im Alltag
- Vermeidung von Schlafentzug
- Entspannende Abendroutinen etablieren
Medikamentöse Behandlung
In schweren oder häufig wiederkehrenden Fällen, insbesondere bei Erwachsenen, können folgende Therapieoptionen in Betracht gezogen werden:
- Benzodiazepine (z. B. Clonazepam): Können die Häufigkeit von Episoden reduzieren, sind jedoch nur kurzfristig geeignet.
- Trizyklische Antidepressiva (z. B. Imipramin): Werden gelegentlich bei erwachsenen Betroffenen eingesetzt.
- Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie kann bei stressbedingten Auslösern hilfreich sein.
Abgrenzung zu Albträumen
Pavor nocturnus wird häufig mit gewöhnlichen Albträumen verwechselt, unterscheidet sich jedoch wesentlich von diesen. Albträume treten im REM-Schlaf auf, werden erinnert und führen selten zu ausgeprägter körperlicher Erregung. Pavor nocturnus hingegen ereignet sich im Tiefschlaf, hinterlässt keine Erinnerung und geht mit starker autonomer Aktivierung einher.
Quellen
- American Academy of Sleep Medicine (AASM) - International Classification of Sleep Disorders, 3. Auflage (ICSD-3), 2014.
- Mindell, J. A. & Owens, J. A. - A Clinical Guide to Pediatric Sleep: Diagnosis and Management of Sleep Problems, 3. Auflage, Lippincott Williams & Wilkins, 2015.
- Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF - S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen, AWMF-Registernummer 063-001, 2017. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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