Pankreashormonanalyse – Insulin, Glukagon & C-Peptid
Die Pankreashormonanalyse ist eine Laboruntersuchung zur Messung der vom Pankreas produzierten Hormone wie Insulin, Glukagon und C-Peptid. Sie dient der Diagnose von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus.
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Die Pankreashormonanalyse ist eine Laboruntersuchung zur Messung der vom Pankreas produzierten Hormone wie Insulin, Glukagon und C-Peptid. Sie dient der Diagnose von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus.
Was ist die Pankreashormonanalyse?
Die Pankreashormonanalyse ist eine diagnostische Laboruntersuchung, bei der die Konzentration von Hormonen gemessen wird, die in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert werden. Das Pankreas ist eine wichtige Drüse im menschlichen Körper, die sowohl Verdauungsenzyme (exokriner Anteil) als auch lebensnotwendige Hormone (endokriner Anteil) produziert. Die hormonproduzierenden Zellen des Pankreas befinden sich in den sogenannten Langerhans-Inseln.
Die analysierten Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und des Energiestoffwechsels. Durch die Messung dieser Hormone lassen sich wichtige Erkenntnisse über die Funktion der Bauchspeicheldrüse und mögliche Erkrankungen gewinnen.
Welche Hormone werden analysiert?
Im Rahmen einer Pankreashormonanalyse können verschiedene Hormone bestimmt werden:
- Insulin: Wird von den Beta-Zellen der Langerhans-Inseln produziert und senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen fördert.
- Glukagon: Wird von den Alpha-Zellen produziert und erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es die Freisetzung von Glukose aus der Leber stimuliert.
- C-Peptid: Ein Nebenprodukt der Insulinproduktion, das Aufschluss über die körpereigene Insulinsynthese gibt. Es wird häufig zur Unterscheidung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes eingesetzt.
- Somatostatin: Wird von den Delta-Zellen produziert und hemmt die Freisetzung von Insulin und Glukagon sowie die Magenentleerung.
- Pankreatisches Polypeptid (PP): Reguliert die Sekretion von Verdauungsenzymen und beeinflusst den Appetit.
Wann wird die Pankreashormonanalyse eingesetzt?
Die Untersuchung wird in verschiedenen klinischen Situationen angeordnet, unter anderem bei:
- Verdacht auf Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2
- Abklärung von Hypoglykämie (zu niedriger Blutzucker), insbesondere bei unklaren Schwindelanfällen oder Bewusstlosigkeit
- Verdacht auf ein Insulinom (gutartiger insulinproduzierender Tumor des Pankreas)
- Kontrolle nach einer Pankreasoperation oder Transplantation
- Abklärung von neuroendokrinen Tumoren des Pankreas
- Beurteilung der Insulinresistenz im Rahmen des metabolischen Syndroms
- Überwachung der Insulintherapie bei Diabetes-Patienten
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Die Pankreashormonanalyse erfolgt in der Regel über eine einfache Blutentnahme aus einer Vene, meistens am Arm. Je nach Fragestellung können spezielle Bedingungen für die Blutentnahme erforderlich sein:
- Nüchternblutentnahme: Bei der Bestimmung von Nüchterninsulin oder Nüchternglukagon sollte der Patient vor der Blutentnahme mindestens 8 Stunden nichts gegessen haben.
- Stimulationstests: Um die Insulinsekretion gezielt zu testen, kann ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt werden, bei dem nach Einnahme einer definierten Glukosemenge mehrere Blutproben entnommen werden.
- Fastentest: Bei Verdacht auf ein Insulinom wird unter stationären Bedingungen ein 72-stündiger Fastentest durchgeführt, bei dem regelmäßig Insulin, C-Peptid und Blutzucker gemessen werden.
Referenzwerte und Interpretation
Die Referenzwerte können je nach Labor und Analysemethode leicht variieren. Typische Richtwerte für Nüchternwerte bei Erwachsenen sind:
- Nüchterninsulin: 2,6 – 24,9 mIU/l (Werte können je nach Labor abweichen)
- Nüchternglukagon: 20 – 100 pg/ml
- C-Peptid (nüchtern): 0,5 – 2,0 nmol/l
Erhöhte Insulinwerte können auf ein Insulinom, eine Insulinresistenz oder einen Typ-2-Diabetes hinweisen. Erniedrigte C-Peptid-Werte sprechen für einen Typ-1-Diabetes mit zerstörten Beta-Zellen, während normale oder erhöhte C-Peptid-Werte eher für einen Typ-2-Diabetes oder ein Insulinom sprechen.
Klinische Bedeutung
Die Pankreashormonanalyse ist ein unverzichtbares Werkzeug in der modernen Medizin. Sie ermöglicht:
- Die genaue Differenzierung verschiedener Diabetestypen
- Die Erkennung seltener Tumorerkrankungen wie dem Insulinom oder dem Glukagonom
- Die Beurteilung der Restfunktion der Bauchspeicheldrüse nach operativen Eingriffen
- Die Therapiesteuerung bei Insulinpflichtigkeit
- Die Früherkennung von Stoffwechselstörungen im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen
Quellen
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Praxisempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus, 2023. Verfügbar unter: www.ddg.info
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Köln: Gerd Herold Verlag, 2023.
- World Health Organization (WHO): Classification of Diabetes Mellitus. Geneva: WHO, 2019. Verfügbar unter: www.who.int
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