PPAR-gamma – Funktion, Bedeutung und Medikamente
Der Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptor gamma (PPAR-gamma) ist ein kernständiger Rezeptor, der den Fettstoffwechsel und die Insulinsensitivität reguliert.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor gamma"
Der Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptor gamma (PPAR-gamma) ist ein kernständiger Rezeptor, der den Fettstoffwechsel und die Insulinsensitivität reguliert.
Was ist der Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptor gamma?
Der Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptor gamma (kurz: PPAR-gamma) ist ein sogenannter nukleärer Transkriptionsfaktor – ein Eiweißmolekül, das sich im Zellkern befindet und die Aktivität bestimmter Gene direkt steuert. Er gehört zur Familie der PPAR-Rezeptoren, zu der auch PPAR-alpha und PPAR-beta/delta zählen. PPAR-gamma wird vor allem in Fettzellen (Adipozyten), aber auch in Immunzellen, Darmzellen und anderen Geweben exprimiert.
Als Transkriptionsfaktor bindet PPAR-gamma an spezifische DNA-Abschnitte und reguliert dort die Ablesung von Genen, die unter anderem für die Fettspeicherung, die Zuckerverwertung und Entzündungsprozesse zuständig sind. Er gilt als zentraler Schalter des Lipid- und Glukosestoffwechsels.
Biologische Funktion
PPAR-gamma übernimmt im Körper zahlreiche wichtige Aufgaben:
- Fettzelldifferenzierung: PPAR-gamma ist der entscheidende Regulator für die Entwicklung von Vorläuferzellen zu reifen Fettzellen (Adipogenese). Ohne PPAR-gamma können keine funktionsfähigen Fettzellen gebildet werden.
- Insulinsensitivität: Durch die Aktivierung von PPAR-gamma werden Gene hochreguliert, die die Aufnahme von Glukose in die Zelle verbessern. Dies erhöht die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin.
- Lipidstoffwechsel: PPAR-gamma fördert die Aufnahme und Speicherung von Fettsäuren in Fettzellen und beeinflusst den Abtransport von Fetten aus dem Blut.
- Entzündungsregulation: PPAR-gamma wirkt entzündungshemmend, indem es die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen (z. B. bestimmte Zytokine) in Immunzellen hemmt.
- Atherosklerose-Prävention: In Gefäßwandzellen kann PPAR-gamma zur Stabilisierung von Plaques und zur Reduktion von oxidativem Stress beitragen.
Aktivierung von PPAR-gamma
PPAR-gamma wird durch verschiedene körpereigene und externe Moleküle aktiviert:
- Natürliche Liganden: Bestimmte ungesättigte Fettsäuren (z. B. Linolsäure, Arachidonsäurederivate wie 15-HETE und 15d-PGJ2) sowie oxidierte Lipide binden an PPAR-gamma und aktivieren ihn.
- Synthetische Liganden (Medikamente): Die Wirkstoffklasse der Thiazolidindione (auch Glitazone genannt), zu der Pioglitazon und Rosiglitazon gehören, wirkt als starker PPAR-gamma-Agonist. Diese Medikamente werden zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt.
Klinische Bedeutung
Typ-2-Diabetes mellitus
Bei Typ-2-Diabetes besteht häufig eine Insulinresistenz, das heißt, die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf Insulin. PPAR-gamma-Agonisten wie Pioglitazon verbessern die Insulinsensitivität, indem sie die Genexpression in Fett- und Muskelzellen so verändern, dass Glukose effizienter aufgenommen werden kann. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel.
Adipositas und Metabolisches Syndrom
Da PPAR-gamma die Fettzellenbildung und -verteilung steuert, hat es eine direkte Verbindung zu Adipositas (Fettleibigkeit) und dem Metabolischen Syndrom – einem Cluster aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und gestörtem Zuckerstoffwechsel. Bestimmte genetische Varianten (Polymorphismen) des PPAR-gamma-Gens sind mit einem erhöhten Risiko für Adipositas und Typ-2-Diabetes assoziiert.
Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In Gefäßwandzellen und Makrophagen (Fresszellen des Immunsystems) kann PPAR-gamma die Entstehung von Arteriosklerose beeinflussen. Es moduliert die Aufnahme von oxidierten LDL-Cholesterin-Partikeln und die Bildung von Schaumzellen, die eine zentrale Rolle bei der Plaquebildung spielen.
Entzündliche und Autoimmunerkrankungen
Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften ist PPAR-gamma auch Gegenstand der Forschung bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und Multipler Sklerose.
Krebsforschung
In verschiedenen Tumorarten wurde eine veränderte PPAR-gamma-Aktivität beobachtet. Sowohl tumorsuppressive als auch tumorpromovierende Wirkungen werden in Abhängigkeit vom Gewebetyp diskutiert. Die Forschung zu PPAR-gamma als möglichem Ansatzpunkt in der Onkologie ist noch im Gange.
Nebenwirkungen der pharmakologischen PPAR-gamma-Aktivierung
Die medikamentöse Aktivierung von PPAR-gamma durch Thiazolidindione kann mit unerwünschten Wirkungen verbunden sein:
- Gewichtszunahme: Da PPAR-gamma die Fettzellbildung fördert, kann es unter der Behandlung zu einer Zunahme des Körpergewichts kommen.
- Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme): Thiazolidindione können eine Flüssigkeitsretention in den Geweben verursachen.
- Herzinsuffizienz: Bei Patienten mit vorbestehender Herzinsuffizienz können Glitazone die Symptome verschlechtern.
- Knochenabbau: Eine erhöhte Frakturrate wurde bei Langzeitanwendung, insbesondere bei Frauen nach der Menopause, beobachtet.
Quellen
- Tontonoz P, Spiegelman BM. Fat and Beyond: The Diverse Biology of PPAR-gamma. Annual Review of Biochemistry, 2008; 77: 289-312.
- Lehmann JM et al. An Antidiabetic Thiazolidinedione Is a High Affinity Ligand for the Nuclear Peroxisome Proliferator-Activated Receptor gamma. Journal of Biological Chemistry, 1995; 270(22): 12953-12956.
- Ahmadian M et al. PPAR-gamma signaling and metabolism: the good, the bad and the future. Nature Medicine, 2013; 19(5): 557-566.
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