Pilonidalsinus – Ursachen, Symptome und Behandlung
Der Pilonidalsinus ist eine chronische Erkrankung in der Steißbeingegend, bei der sich ein Kanal unter der Haut bildet, oft mit Entzündung und Abszessbildung.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Pilonidalsinus"
Der Pilonidalsinus ist eine chronische Erkrankung in der Steißbeingegend, bei der sich ein Kanal unter der Haut bildet, oft mit Entzündung und Abszessbildung.
Was ist ein Pilonidalsinus?
Der Pilonidalsinus (auch Pilonidal-Sinus oder Steißbeinfistel genannt) ist eine erworbene Erkrankung der Haut und des Unterhautgewebes in der Steißbeingegend – genauer gesagt in der Rima ani, also der Gesäßfalte. Dabei entstehen ein oder mehrere kleine Kanäle (Sinus) unter der Haut, die häufig Haare und Gewebstrümmer enthalten. Diese Kanäle können sich entzünden, Eiter produzieren und zu einem schmerzhaften Abszess führen. Die Erkrankung betrifft vor allem junge Männer im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.
Ursachen
Die genaue Entstehung des Pilonidalsinus ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Eingewachsene Haare: Abgebrochene Haare können durch mechanischen Druck in die Haut eindringen und einen Fremdkörperreiz auslösen.
- Mechanische Belastung: Langes Sitzen, Reiben und Druck in der Gesäßfalte begünstigen die Entstehung.
- Starke Behaarung: Personen mit ausgeprägtem Haarwuchs in der Steißbeinregion haben ein erhöhtes Risiko.
- Übergewicht: Ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) gilt als Risikofaktor.
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufungen wurden beobachtet.
- Schlechte Hygiene oder starkes Schwitzen: Können die Entstehung begünstigen.
Symptome
Der Pilonidalsinus kann lange Zeit symptomlos verlaufen. Typische Beschwerden treten vor allem bei einer akuten Entzündung oder einem Abszess auf:
- Schmerzen und Druckempfindlichkeit in der Steißbeingegend
- Schwellung und Rötung in der Gesäßfalte
- Austritt von Eiter oder Wundsekret aus einer oder mehreren Öffnungen (Fisteln)
- Übelriechende Absonderungen
- Gelegentlich Fieber bei ausgeprägter Infektion
Diagnose
Die Diagnose des Pilonidalsinus wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt durch eine körperliche Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Typische Hinweise sind:
- Sichtbare Öffnungen (Pori) in der Steißbeingegend, aus denen Haare oder Sekret austreten
- Druckschmerz und tastbare Verhärtung
- Bei Bedarf kann eine Ultraschalluntersuchung die Ausdehnung des Sinus darstellen
- In komplexen Fällen kann eine MRT (Magnetresonanztomographie) zur weiteren Diagnostik eingesetzt werden
Behandlung
Akute Behandlung
Bei einem akuten Abszess ist die sofortige chirurgische Inzision (Eröffnung) und Drainage des Eiters die Therapie der Wahl. Dieser Eingriff wird meist in lokaler Betäubung ambulant durchgeführt und lindert die Schmerzen schnell.
Operative Verfahren
Um einen Rückfall (Rezidiv) zu verhindern, ist nach der akuten Phase häufig eine weiterführende Operation notwendig. Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:
- Exzision mit offener Wundbehandlung: Der Sinus wird vollständig herausgeschnitten und die Wunde heilt offen ab. Hohe Sicherheit, aber lange Heilungszeit.
- Exzision mit primärem Wundverschluss: Die Wunde wird nach der Entfernung direkt vernäht. Kürzere Heilungszeit, aber etwas höheres Rezidivrisiko.
- Plastische Verschlusstechniken (z.B. Limberg-Lappen): Hautlappen werden verschoben, um die Wunde zu decken. Geringeres Rezidivrisiko, geeignet bei ausgedehnten Befunden.
- Minimal-invasive Verfahren (z.B. SiLaC, EPSiT): Laser- oder endoskopisch gestützte Methoden mit kleinen Schnitten und schneller Erholung.
Nicht-operative Maßnahmen
In frühen oder milden Fällen kann versucht werden, durch konsequente Haarentfernung (Rasur, Laser-Epilation) in der Steißbeingegend ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Eine antibiotische Therapie allein ist in der Regel nicht ausreichend zur dauerhaften Heilung.
Nachsorge und Vorbeugung
Nach der Operation ist eine regelmäßige Wundkontrolle wichtig. Zur Vorbeugung eines Rückfalls empfehlen Fachleute:
- Regelmäßige Haarentfernung in der Steißbeingegend
- Gute Hygiene und Hautpflege
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Vermeidung von langem Sitzen ohne Pausen
Quellen
- Ommer A. et al. – S3-Leitlinie Pilonidalsinus, Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), AWMF-Register Nr. 081-009, 2020.
- Stauffer VK et al. – Different approaches for the treatment of pilonidal sinus disease. Journal of Visceral Surgery, 2018.
- Doll D. – Pilonidal Sinus Disease. Springer Verlag, 2018.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieKernspintomographie
Mittelhirn
Plazebokontrolle
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Pilonidalsinus + Pilonidal-Sinus + Pilonidalzyste + Pilonidal Sinus