Piperacillin – Antibiotikum: Wirkung & Anwendung
Piperacillin ist ein Breitspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der Acylaminopenicilline, das gegen viele grampositive und gramnegative Bakterien wirkt.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Piperacillin"
Piperacillin ist ein Breitspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der Acylaminopenicilline, das gegen viele grampositive und gramnegative Bakterien wirkt.
Was ist Piperacillin?
Piperacillin ist ein semisynthetisches Breitspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der Acylaminopenicilline, also ein Abkömmling des klassischen Penicillins. Es wirkt gegen eine Vielzahl von grampositiven und gramnegativen Bakterien und wird vor allem in der stationären Behandlung schwerer Infektionen eingesetzt. Häufig wird Piperacillin in Kombination mit dem Beta-Laktamase-Inhibitor Tazobactam verabreicht (Piperacillin/Tazobactam), um die Wirksamkeit gegenüber resistenten Erregern zu erhöhen.
Indikationen
Piperacillin wird bei schweren bakteriellen Infektionen eingesetzt, die durch empfindliche Erreger verursacht werden. Typische Einsatzgebiete umfassen:
- Schwere Atemwegsinfektionen wie Lungenentzündung (Pneumonie), insbesondere nosokomial erworbene Pneumonien
- Harnwegsinfektionen, einschließlich Nierenbeckenentzündung
- Infektionen der Bauchhöhle (intraabdominelle Infektionen)
- Haut- und Weichteilinfektionen
- Knochen- und Gelenkinfektionen
- Sepsis (Blutvergiftung)
- Infektionen bei immungeschwächten Patienten, z. B. bei Neutropenie nach Chemotherapie
Wirkmechanismus
Piperacillin gehört zur Klasse der Beta-Laktam-Antibiotika. Es hemmt die Synthese der bakteriellen Zellwand, indem es an sogenannte Penicillin-bindende Proteine (PBP) bindet. Diese Proteine sind Enzyme, die für den Aufbau und die Vernetzung der Peptidoglykan-Schicht der Bakterienzellwand verantwortlich sind. Durch die Hemmung dieser Enzyme wird die Zellwand instabil, die Bakterien können nicht mehr wachsen und sterben schließlich ab. Piperacillin wirkt damit bakterizid, also abtötend.
Im Vergleich zu älteren Penicillinen besitzt Piperacillin ein erweitertes Wirkspektrum, das auch gramnegative Stäbchenbakterien wie Pseudomonas aeruginosa einschließt. Da manche Bakterien jedoch Beta-Laktamasen produzieren – Enzyme, die das Antibiotikum spalten und unwirksam machen – wird Piperacillin klinisch meist in Kombination mit Tazobactam eingesetzt, das diese Enzyme hemmt.
Anwendung und Dosierung
Piperacillin wird ausschließlich parenteral (intravenös oder intramuskulär) verabreicht, da es bei oraler Einnahme nicht ausreichend im Darm aufgenommen wird. Die genaue Dosierung richtet sich nach der Art und Schwere der Infektion, der Nierenfunktion des Patienten sowie dem Körpergewicht. Übliche Dosierungen liegen bei Erwachsenen zwischen 3 und 4 g Piperacillin (in Kombination mit Tazobactam) alle 6 bis 8 Stunden. Bei schwerer Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Nebenwirkungen
Wie alle Antibiotika kann Piperacillin Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören:
- Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Urtikaria, selten anaphylaktischer Schock)
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Erhöhte Leberwerte (Transaminasen)
- Veränderungen im Blutbild, z. B. Thrombozytopenie (Blutplättchenmangel) oder Neutropenie
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
- Störungen im Elektrolythaushalt, insbesondere Hypokaliämie (Kaliummangel)
Bei bekannter Allergie gegen Penicilline oder andere Beta-Laktam-Antibiotika darf Piperacillin nicht angewendet werden.
Resistenzen
Die zunehmende Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen ist ein weltweites Problem. Manche Bakterien haben Mechanismen entwickelt, um Piperacillin unwirksam zu machen – etwa durch die Produktion von Beta-Laktamasen (einschließlich erweiterter Beta-Laktamasen, sog. ESBL) oder durch Veränderungen an den Penicillin-bindenden Proteinen. Der kombinierte Einsatz mit Tazobactam kann einige dieser Resistenzmechanismen überwinden, nicht jedoch alle.
Quellen
- Mutschler E. et al. - Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2013.
- European Medicines Agency (EMA) - Fachinformation Piperacillin/Tazobactam. Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- World Health Organization (WHO) - WHO Model List of Essential Medicines, 23rd edition. Geneva: WHO, 2023.
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