Plantarmuskelreflex – Neurologischer Fußsohlenreflex
Der Plantarmuskelreflex ist ein neurologischer Reflex, der durch Reizung der Fußsohle ausgelöst wird. Er dient der Beurteilung der Funktion des Nervensystems.
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Der Plantarmuskelreflex ist ein neurologischer Reflex, der durch Reizung der Fußsohle ausgelöst wird. Er dient der Beurteilung der Funktion des Nervensystems.
Was ist der Plantarmuskelreflex?
Der Plantarmuskelreflex – auch als Plantarreflex oder Fußsohlenreflex bezeichnet – ist ein neurologischer Eigenreflex, der durch mechanische Reizung der Fußsohle ausgelöst wird. Bei der Untersuchung streicht der Arzt mit einem stumpfen Gegenstand (z. B. einem Reflexhammer oder einem Holzstäbchen) an der Außenseite der Fußsohle von der Ferse in Richtung der Kleinzehe entlang. Die daraufhin beobachtete Reaktion der Zehen gibt wichtige Hinweise auf den Zustand des zentralen und peripheren Nervensystems.
Physiologische Grundlagen
Beim gesunden Erwachsenen kommt es durch den plantaren Reiz zu einer Plantarflexion der Zehen, das heißt, die Zehen beugen sich nach unten (in Richtung Fußsohle). Dieser Reflex wird über das Rückenmark (Segmente L5 bis S2) sowie den Nervus tibialis vermittelt.
Bei Neugeborenen und Säuglingen ist das Nervensystem noch nicht vollständig ausgereift. In diesem Entwicklungsstadium zeigen Kinder physiologischerweise das sogenannte Babinski-Zeichen: Die große Zehe streckt sich nach oben (Dorsalextension), während die übrigen Zehen fächerartig abspreizen. Dieses Muster gilt bei Kindern bis etwa zum zweiten Lebensjahr als normal.
Klinische Bedeutung und pathologische Befunde
Tritt das Babinski-Zeichen bei Erwachsenen auf, gilt es als pathologischer Befund und weist auf eine Schädigung des ersten motorischen Neurons (oberes Motoneuron) hin – also auf eine Störung im Bereich des Gehirns oder des Rückenmarks. Solche Schädigungen können durch folgende Erkrankungen verursacht werden:
- Schlaganfall (Apoplex)
- Multiple Sklerose
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Hirntumoren
- Rückenmarksverletzungen oder -erkrankungen (z. B. Myelopathie)
- Schwere Hirntraumata
Ein fehlender oder abgeschwächter Plantarmuskelreflex kann hingegen auf eine Schädigung des zweiten motorischen Neurons (unteres Motoneuron) oder auf eine periphere Nervenschädigung hindeuten.
Untersuchungsmethode und Durchführung
Der Plantarmuskelreflex wird standardmäßig im Rahmen der neurologischen Untersuchung geprüft. Der Patient liegt dabei entspannt auf dem Rücken. Der Untersucher führt mit einem stumpfen Instrument (Reflexhammer-Stiel, Holzspatel oder Schlüssel) einen gleichmäßigen Strich entlang der lateralen Fußsohle von der Ferse bis zum Kleinzehengrundgelenk durch, von wo aus er in Richtung der Großzehe weitergeführt werden kann (sogenannte Babinski-Prüfung).
Bewertung des Befundes
- Normale Reaktion (negativ): Plantarflexion der Zehen (Beugung nach unten)
- Pathologische Reaktion (positiv/Babinski-Zeichen): Dorsalextension der Großzehe, ggf. Fächerung der übrigen Zehen
- Keine Reaktion: Möglicher Hinweis auf eine periphere Nervenschädigung oder Reflexverlust
Verwandte Reflexe und Zeichen
In der neurologischen Diagnostik existieren weitere verwandte Reflexprüfungen, die ähnliche Informationen liefern und oft ergänzend eingesetzt werden:
- Chaddock-Zeichen: Streich über den lateralen Außenknöchelbereich
- Oppenheim-Zeichen: Druck entlang der Tibiavorderkante
- Gordon-Zeichen: Kneten der Wadenmuskulatur
- Achillessehnenreflex (ASR): Prüfung der Rückenmarkssegmente S1/S2
All diese Zeichen sind klinische Hilfsmittel zur Einschätzung des Pyramidenbahnstatus und werden stets im klinischen Gesamtkontext bewertet.
Wann zum Arzt?
Wenn bei einem Erwachsenen neu auftretende neurologische Symptome wie Lähmungen, Taubheitsgefühle, Koordinationsstörungen oder Gangveränderungen beobachtet werden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Diese Symptome können auf eine schwerwiegende Erkrankung des Nervensystems hindeuten, bei der eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend ist.
Quellen
- Mumenthaler, M. & Mattle, H. (2014). Neurologie. 13. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
- Duus, P. (2014). Neurologisch-topische Diagnostik: Anatomie, Funktion, Klinik. 10. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
- Walker, H. K., Hall, W. D. & Hurst, J. W. (Hrsg.) (1990). Clinical Methods: The History, Physical, and Laboratory Examinations. 3rd edition. Butterworths, Boston.
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