Promethazin – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Promethazin ist ein Antihistaminikum und Phenothiazin-Derivat, das gegen Allergien, Übelkeit und als Schlafmittel eingesetzt wird.
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Promethazin ist ein Antihistaminikum und Phenothiazin-Derivat, das gegen Allergien, Übelkeit und als Schlafmittel eingesetzt wird.
Was ist Promethazin?
Promethazin ist ein vielseitig einsetzbares Arzneimittel aus der Gruppe der Phenothiazin-Derivate und der Antihistaminika der ersten Generation. Es wird seit den 1950er-Jahren in der Medizin verwendet und gehört zu den ältesten und bekanntesten Wirkstoffen seiner Klasse. Promethazin wirkt gleichzeitig antiallergisch, beruhigend, antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen) sowie schwach antipsychotisch.
Indikationen – Wann wird Promethazin eingesetzt?
Promethazin wird bei einer Vielzahl von medizinischen Indikationen eingesetzt:
- Allergische Erkrankungen: Heuschnupfen, Nesselsucht (Urtikaria), allergische Hautreaktionen und allergische Konjunktivitis
- Übelkeit und Erbrechen: Reisekrankheit, postoperative Übelkeit sowie schwangerschaftsbedingte Übelkeit (unter ärztlicher Aufsicht)
- Schlafstörungen: Kurzfristige Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen aufgrund der sedierenden Wirkung
- Prämedikation: Vorbereitung auf chirurgische Eingriffe zur Angstminderung und Sedierung
- Juckreiz: Linderung von starkem Juckreiz bei verschiedenen Hauterkrankungen
Wirkmechanismus
Promethazin entfaltet seine Wirkung über mehrere Mechanismen:
Antihistaminische Wirkung
Als H1-Rezeptor-Antagonist blockiert Promethazin die Wirkung von Histamin an den H1-Rezeptoren im Körper. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und Symptome wie Juckreiz, Rötung, Schwellung und Fließschnupfen verursacht. Durch die Blockade dieser Rezeptoren werden diese Symptome gelindert.
Sedierende Wirkung
Da Promethazin die Blut-Hirn-Schranke gut überwinden kann – im Gegensatz zu neueren, nicht-sedierenden Antihistaminika – wirkt es auch auf das zentrale Nervensystem. Dies führt zu einem ausgeprägten sedierenden und schlaffördernden Effekt.
Antiemetische Wirkung
Promethazin hemmt den Brechreizzentrum im Gehirn durch Blockade von Dopamin-D2-Rezeptoren sowie muskarinischen Acetylcholin-Rezeptoren. Dadurch wird Übelkeit und Erbrechen effektiv unterdrückt.
Dosierung und Anwendung
Promethazin ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Tropfen, Suppositorien (Zäpfchen) und Injektionslösungen. Die Dosierung richtet sich nach der Indikation, dem Alter und dem Körpergewicht des Patienten. Typische Erwachsenendosen liegen bei 10 bis 25 mg, die ein- bis dreimal täglich eingenommen werden können. Die genaue Dosierung sollte stets vom Arzt oder der Ärztin festgelegt werden.
Wichtiger Hinweis: Bei Kindern unter 2 Jahren ist Promethazin kontraindiziert, da das Risiko einer Atemdepression besteht. Auch bei Kindern zwischen 2 und 5 Jahren ist besondere Vorsicht geboten.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Promethazin Nebenwirkungen verursachen:
- Häufig: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit, Mundtrockenheit
- Gelegentlich: Schwindel, verschwommenes Sehen, Verstopfung, Harnverhalt
- Selten: Extrapyramidale Störungen (unwillkürliche Bewegungen), Blutbildveränderungen, Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung)
- Sehr selten: Malignes neuroleptisches Syndrom, schwere allergische Reaktionen
Wechselwirkungen
Promethazin kann mit einer Reihe von anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten:
- Verstärkte sedierende Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln, Alkohol oder Opioid-Analgetika
- Beeinträchtigung der Wirkung von Antiepileptika
- Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen bei Kombination mit anderen QT-Zeit-verlängernden Medikamenten
Kontraindikationen
Promethazin darf nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Promethazin oder andere Phenothiazine
- Kinder unter 2 Jahren
- Schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- Engwinkelglaukom (Grüner Star)
- Harnverhalt durch Prostatavergrößerung
Quellen
- Mutschler E., Geisslinger G., Kroemer H.K., Ruth P., Schäfer-Korting M.: Mutschler Arzneimittelwirkungen – Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.
- World Health Organization (WHO): Model Formulary 2008 – Antihistamines. WHO Press, Genf.
- Fachinformation Promethazin-neuraxpharm – Neuraxpharm Arzneimittel GmbH, aktuelle Fassung gemäß Europäischer Zulassung.
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