Histaminabbaudiät – Ernährung bei Histaminintoleranz
Die Histaminabbaudiät ist eine Ernährungsform, die dabei hilft, den Histaminspiegel im Körper zu senken. Sie wird bei Histaminintoleranz eingesetzt.
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Die Histaminabbaudiät ist eine Ernährungsform, die dabei hilft, den Histaminspiegel im Körper zu senken. Sie wird bei Histaminintoleranz eingesetzt.
Was ist die Histaminabbaudiät?
Die Histaminabbaudiät ist eine spezielle Ernährungsweise, die darauf abzielt, die Aufnahme von Histamin und anderen biogenen Aminen über die Nahrung zu reduzieren. Sie richtet sich in erster Linie an Menschen, die unter einer Histaminintoleranz leiden – also an einer eingeschränkten Fähigkeit des Körpers, aufgenommenes Histamin effizient abzubauen. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt ist, aber in zu hohen Mengen vielfältige Beschwerden auslösen kann.
Hintergrund: Histaminintoleranz
Bei einer Histaminintoleranz liegt häufig ein Mangel oder eine verminderte Aktivität des Enzyms Diaminooxidase (DAO) vor, das für den Abbau von Histamin im Darm verantwortlich ist. Dadurch gelangt Histamin aus der Nahrung ungehindert in den Blutkreislauf und kann dort Symptome hervorrufen. Zu den typischen Beschwerden zählen:
- Kopfschmerzen und Migräne
- Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Nesselsucht
- Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfe
- Fließschnupfen und verstopfte Nase
- Herzrasen und Blutdruckschwankungen
- Erschöpfung und Schwindel
Grundprinzipien der Histaminabbaudiät
Die Histaminabbaudiät basiert auf drei wesentlichen Prinzipien: der Vermeidung histaminreicher Lebensmittel, dem Meiden von Histaminliberatoren (Substanzen, die die körpereigene Histaminausschüttung anregen) sowie dem Verzicht auf DAO-Hemmer, also Stoffe, die den Histaminabbau blockieren.
Histaminreiche Lebensmittel (zu meiden)
- Gereifte Käsesorten (z. B. Camembert, Gouda, Parmesan)
- Fermentierte Produkte (z. B. Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Sojasoße)
- Alkoholische Getränke, insbesondere Rotwein und Bier
- Geräucherte und gepökelte Fleisch- und Wurstwaren
- Fischkonserven, Thunfisch, Makrele, Sardinen
- Essig und essighaltige Produkte
- Hefe und Hefeextrakte
Histaminliberatoren (zu meiden)
- Erdbeeren, Tomaten, Zitrusfrüchte
- Schokolade und Kakao
- Nüsse (insbesondere Walnüsse und Cashews)
- Meeresfrüchte und Schalentiere
- Schweinefleisch
- Spinat und Avocado
DAO-Hemmer (zu meiden)
- Alkohol (hemmt die DAO-Aktivität direkt)
- Schwarztee, Grüntee, Energydrinks
- Bestimmte Medikamente (z. B. einige Antibiotika, Schmerzmittel, Antidepressiva – immer ärztlich abklären)
Geeignete Lebensmittel bei der Histaminabbaudiät
Neben dem Meiden belastender Lebensmittel gibt es eine Vielzahl gut verträglicher Alternativen, die in der Histaminabbaudiät uneingeschränkt oder mit individueller Toleranzprüfung verzehrt werden können:
- Frisches Fleisch (nicht gepökelt oder geräuchert)
- Frischer Fisch (direkt verarbeitet, nicht gelagert)
- Die meisten Gemüsesorten (außer Tomaten, Spinat, Avocado)
- Kartoffeln, Reis, Mais, Hirse
- Frische Kräuter (außer Schnittlauch und Brennnessel)
- Meiste Obstsorten (außer Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Bananen, Ananas)
- Frische Milch und Butter (in Maßen, individuell testen)
- Pflanzenöle wie Olivenöl oder Kokosöl
Praktische Umsetzung
Die Histaminabbaudiät wird in der Regel in zwei Phasen durchgeführt. In der Eliminationsphase (meist 4–8 Wochen) werden alle histaminreichen und histaminfreisetzenden Lebensmittel konsequent gemieden, um den Körper zu entlasten und die Beschwerden zu beobachten. Anschließend folgt die Provokationsphase, in der einzelne Lebensmittel schrittweise wieder eingeführt werden, um die individuelle Toleranzschwelle zu ermitteln. Da Histaminintoleranz sehr individuell ist, sollte die Diät idealerweise unter ernährungsmedizinischer Begleitung erfolgen.
Ergänzende Maßnahmen
Neben der Ernährungsumstellung können folgende Maßnahmen unterstützend wirken:
- DAO-Enzympräparate: Als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, können sie vor histaminreichen Mahlzeiten eingenommen werden, um den Abbau zu unterstützen.
- Vitamin B6, Vitamin C und Kupfer: Diese Mikronährstoffe sind Co-Faktoren der DAO und können bei ausreichender Versorgung den Histaminabbau fördern.
- Stressreduktion: Chronischer Stress kann die DAO-Aktivität beeinträchtigen und Histaminsymptome verstärken.
Hinweis
Die Histaminabbaudiät ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden Beschwerden sollte stets ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um andere Erkrankungen auszuschließen und eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Quellen
- Maintz L, Novak N. Histamine and histamine intolerance. American Journal of Clinical Nutrition. 2007;85(5):1185–1196. doi:10.1093/ajcn/85.5.1185
- Reese I et al. Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Histaminintoleranz. Allergologie. 2017;40(8):379–394.
- Schnedl WJ, Enko D. Histamine Intolerance Originates in the Gut. Nutrients. 2021;13(4):1262. doi:10.3390/nu13041262
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