Peritonsillarabszess – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Peritonsillarabszess ist eine eitrige Eiteransammlung im Gewebe neben der Mandel. Er entsteht meist als Komplikation einer Mandelentzündung und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "peritonsillarabszess"
Ein Peritonsillarabszess ist eine eitrige Eiteransammlung im Gewebe neben der Mandel. Er entsteht meist als Komplikation einer Mandelentzündung und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Was ist ein Peritonsillarabszess?
Ein Peritonsillarabszess ist eine Ansammlung von Eiter im Bindegewebe neben der Gaumenmandel (Tonsille). Er entsteht, wenn eine bakterielle Infektion der Mandeln – häufig eine Tonsillitis (Mandelentzündung) – sich auf das umliegende Gewebe ausbreitet und dort einen abgekapselten Eiterherd bildet. Der Peritonsillarabszess ist die häufigste tiefe Halsrauminfektion und gilt als medizinischer Notfall, da er die Atemwege einengen kann.
Ursachen
Die häufigste Ursache ist eine bakterielle Mandelentzündung, die unzureichend behandelt wird oder sich trotz Behandlung ausbreitet. Typische Erreger sind:
- Streptococcus pyogenes (Gruppe-A-Streptokokken) – häufigster Auslöser
- Staphylococcus aureus
- Anaerobe Bakterien (z. B. Fusobacterium, Prevotella)
Risikofaktoren umfassen wiederkehrende Mandelentzündungen, mangelnde Mundhygiene, Rauchen sowie ein geschwächtes Immunsystem.
Symptome
Die Symptome eines Peritonsillarabszesses sind in der Regel ausgeprägt und verschlechtern sich rasch:
- Starke, einseitige Halsschmerzen, die sich beim Schlucken verstärken
- Schluckbeschwerden bis hin zur Unfähigkeit zu schlucken
- Kieferklemme (Trismus) – eingeschränkte Mundöffnung
- Veränderte, kloßige Sprache
- Hohes Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Einseitige Schwellung und Vorwölbung des weichen Gaumens
- Vergrößerte, druckschmerzhafte Halslymphknoten
- Speichelfluss durch Schluckbeschwerden
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch durch eine Inspektion des Rachens. Typische Befunde sind eine einseitige Vorwölbung des weichen Gaumens, eine Verlagerung der Uvula (Zäpfchen) zur Gegenseite und eine geschwollene, gerötete Tonsille. Folgende Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden:
- Ultraschall (intraoral oder von außen) – zur Darstellung des Abszesses
- CT (Computertomographie) des Halses – bei unklarem Befund oder Verdacht auf Ausbreitung
- Blutbild und Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten) – zur Beurteilung der Infektionsschwere
- Abstrich – zur Erregerbestimmung und Resistenzprüfung
Behandlung
Der Peritonsillarabszess erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Die Therapie umfasst:
Drainage des Abszesses
Die Eröffnung und Entleerung des Abszesses ist die wichtigste Maßnahme. Dies kann durch Nadelaspiration (Absaugen mit einer Spritze) oder durch eine Inzision (chirurgischer Einschnitt und Drainage) erfolgen. Beide Methoden werden unter lokaler Betäubung durchgeführt.
Antibiotikatherapie
Ergänzend zur Drainage werden Antibiotika verabreicht, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen. Mittel der ersten Wahl sind Penicilline (z. B. Amoxicillin-Clavulansäure); bei Penicillinallergie werden Alternativen wie Clindamycin eingesetzt.
Supportive Maßnahmen
- Schmerztherapie mit Ibuprofen oder Paracetamol
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ggf. intravenös bei Schluckbeschwerden)
- Stationäre Aufnahme bei schwerem Verlauf
Tonsillektomie
Bei häufig wiederkehrenden Abszessen oder Mandelentzündungen kann eine Mandelentfernung (Tonsillektomie) empfohlen werden – entweder zeitgleich (sogenannte Intervall-Tonsillektomie) oder im Abstand von einigen Wochen nach Abklingen der akuten Infektion.
Mögliche Komplikationen
Ein unbehandelter Peritonsillarabszess kann sich auf tiefere Halsregionen ausbreiten und lebensbedrohliche Komplikationen verursachen:
- Parapharyngealabszess (Ausbreitung in den seitlichen Halsraum)
- Retropharyngealabszess (hinter dem Rachen)
- Mediastinitis (Entzündung des Mittelfellfells) – selten, aber gefährlich
- Atemwegsverlegung durch Schwellung
- Sepsis (Blutvergiftung)
Prognose
Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung heilt ein Peritonsillarabszess in der Regel vollständig aus. Die Rückfallquote liegt ohne Tonsillektomie bei etwa 10–15 %. Patienten mit wiederholten Abszessen sollten eine HNO-ärztliche Beratung bezüglich einer Tonsillektomie in Anspruch nehmen.
Quellen
- Galioto NJ. Peritonsillar Abscess. American Family Physician. 2017;95(8):501-506.
- Windfuhr JP, Toepfner N, Steffen G, et al. Clinical practice guideline: tonsillitis I. Diagnostics and nonsurgical management. European Archives of Oto-Rhino-Laryngology. 2016;273(4):973-987.
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Leitlinie Peritonsillarabszess. AWMF-Registernummer 017-024. 2020.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieEntzündungsunterdrückung
Riboflavinstoffwechsel
Becherzellregeneration
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Peritonsillarabszess + Peritonsillär Abszess + Peritonsillärer Abszess + Quinsy