Pankreassekretanalyse – Diagnostik der Bauchspeicheldrüse
Die Pankreassekretanalyse ist ein diagnostisches Verfahren zur Untersuchung der exokrinen Bauchspeicheldruesenfunktion anhand der Zusammensetzung des Pankreassekrets.
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Die Pankreassekretanalyse ist ein diagnostisches Verfahren zur Untersuchung der exokrinen Bauchspeicheldruesenfunktion anhand der Zusammensetzung des Pankreassekrets.
Was ist die Pankreassekretanalyse?
Die Pankreassekretanalyse ist ein spezialisiertes diagnostisches Verfahren, bei dem das direkt aus dem Duodenum (Zwölffingerdarm) gewonnene Sekret der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auf seine Zusammensetzung hin untersucht wird. Das Pankreas produziert täglich bis zu zwei Liter Verdauungssaft, der wichtige Enzyme und Bikarbonat enthält. Durch die Analyse dieses Sekrets können Ärzte beurteilen, wie gut die exokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse – also die Produktion von Verdauungsenzymen und Pufferstoffen – arbeitet.
Wann wird die Pankreassekretanalyse eingesetzt?
Das Verfahren wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz besteht, also wenn die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Verdauungsenzyme produziert. Typische Indikationen sind:
- Verdacht auf chronische Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
- Abklärung von Fettstühlen (Steatorrhoe) und Verdauungsstörungen
- Unklarer Gewichtsverlust und Malabsorptionssyndrome
- Nachsorge nach Pankreasoperationen
- Zystische Fibrose (Mukoviszidose) im Rahmen der Verlaufskontrolle
Wie funktioniert die Pankreassekretanalyse?
Es wird zwischen direkten und indirekten Methoden unterschieden:
Direkte Sekretionsstests
Bei den direkten Tests wird das Pankreassekret über eine Sonde direkt aus dem Zwölffingerdarm abgesaugt, nachdem die Bauchspeicheldrüse durch bestimmte Hormone stimuliert wurde. Die wichtigsten direkten Tests sind:
- Sekretin-Pankreozymin-Test (SPT): Intravenöse Gabe von Sekretin und Cholecystokinin (CCK) regt die Bauchspeicheldrüse zur Sekretion an. Anschließend werden Volumen, Bikarbonatkonzentration und Enzymaktivitäten (Lipase, Amylase, Trypsin) im abgesaugten Duodenalsaft gemessen. Dies gilt als Goldstandard der direkten Pankreasfunktionstests.
- Sekretin-Test: Vereinfachte Variante, bei der nur Sekretin verabreicht wird; hauptsächlich zur Messung der Bikarbonatsekretion genutzt.
Indirekte Tests
Indirekte Tests messen die Auswirkungen der Pankreassekretion, ohne das Sekret direkt zu gewinnen. Dazu zählen der Stuhlelastase-1-Test oder der Pankolaurin-Test. Sie sind weniger invasiv, aber auch weniger sensitiv als die direkten Methoden.
Was wird gemessen?
Bei der Pankreassekretanalyse werden folgende Parameter bestimmt:
- Bikarbonatkonzentration: Ein Wert unter 80 mmol/l gilt als pathologisch und deutet auf eine gestörte Pankreasfunktion hin.
- Sekretionsvolumen: Eine verminderte Flüssigkeitsmenge kann auf eine Obstruktion oder Atrophie hinweisen.
- Enzymaktivitäten: Lipase, Amylase, Trypsin und Chymotrypsin werden quantitativ bestimmt; erniedrigte Werte weisen auf eine exokrine Insuffizienz hin.
Vorbereitung und Durchführung
Der Patient muss in der Regel für mindestens 12 Stunden nüchtern sein. Die Untersuchung erfolgt ambulant oder stationär. Eine Sonde wird oral oder nasal in den Zwölffingerdarm eingeführt. Nach Stimulation mit Hormonen werden mehrere Sekretproben über einen Zeitraum von etwa 60 bis 80 Minuten gesammelt und im Labor analysiert. Der Eingriff ist unangenehm, aber in der Regel gut verträglich.
Klinische Bedeutung und Bewertung der Ergebnisse
Die Pankreassekretanalyse – insbesondere der Sekretin-Pankreozymin-Test – gilt als einer der genauesten Tests zur Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion und kann bereits frühe Stadien einer Insuffizienz erkennen, bevor strukturelle Veränderungen im Ultraschall oder CT sichtbar werden. Pathologische Befunde können folgende Ursachen haben:
- Chronische Pankreatitis
- Pankreaskarzinom
- Zystische Fibrose
- Zustand nach Pankreatektomie oder Pankreasteilresektion
Die Ergebnisse werden stets im Kontext der klinischen Symptome, der Laborwerte und der bildgebenden Diagnostik bewertet.
Quellen
- Dominguez-Munoz JE. Pancreatic exocrine insufficiency: diagnosis and treatment. Journal of Gastroenterology and Hepatology, 2011; 26 Suppl 2:12-16. PubMed.
- Whitcomb DC, Lehman GA, Vasileva G, et al. Pancreatic enzyme replacement therapy with pancrelipase delayed-release capsules in patients with exocrine pancreatic insufficiency due to chronic pancreatitis or pancreatic surgery. Mayo Clinic Proceedings, 2010; 85(6):520-529.
- Löhr JM et al. United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017; 5(2):153-199.
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