Pankreasenzyme: Funktion, Mangel & Therapie
Pankreasenzyme sind vom Pankreas produzierte Verdauungsenzyme, die Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate im Dünndarm aufspalten und so die Nährstoffaufnahme ermöglichen.
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Pankreasenzyme sind vom Pankreas produzierte Verdauungsenzyme, die Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate im Dünndarm aufspalten und so die Nährstoffaufnahme ermöglichen.
Was sind Pankreasenzyme?
Pankreasenzyme sind biologisch aktive Proteine, die in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet werden und eine zentrale Rolle bei der Verdauung spielen. Sie werden über den Pankreasgang in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abgegeben, wo sie Nahrungsbestandteile in resorbierbare Einzelbausteine zerlegen. Ohne ausreichende Pankreasenzyme kann der Körper Nährstoffe nicht effizient aufnehmen.
Arten von Pankreasenzymen
Fettspaltende Enzyme (Lipasen)
Pankreaslipase ist das wichtigste Enzym zur Fettverdauung. Es spaltet Nahrungsfette (Triglyceride) in Fettsäuren und Monoglyceride auf, die anschließend über die Darmschleimhaut aufgenommen werden können. Colipase, ein weiteres Pankreasprotein, unterstützt die Lipase bei ihrer Arbeit.
Eiweißspaltende Enzyme (Proteasen)
Zu den wichtigsten Proteasen des Pankreas zählen:
- Trypsin und Chymotrypsin: Spalten Nahrungsproteine in kleinere Peptide.
- Elastase: Baut elastische Proteine ab.
- Carboxypeptidase: Löst einzelne Aminosäuren vom Ende der Peptidketten ab.
Diese Enzyme werden zunächst als inaktive Vorstufen (Zymogene) produziert, um das Pankreas vor einer Selbstverdauung zu schützen. Im Dünndarm werden sie durch Enterokinase aktiviert.
Kohlenhydratspaltende Enzyme (Amylasen)
Pankreasamylase zerlegt komplexe Kohlenhydrate (Stärke, Glykogen) in kürzere Zuckerketten (Oligosaccharide und Maltose), die dann von weiteren Dünndarmenzymmen zu Einfachzuckern abgebaut werden.
Weitere Enzyme
Das Pankreas produziert auch Ribonuklease und Desoxyribonuklease, die Nukleinsäuren (RNA und DNA) aus der Nahrung abbauen.
Regulation der Pankreasenzymsekretion
Die Freisetzung von Pankreasenzymen wird durch Hormone und das Nervensystem gesteuert. Nach einer Mahlzeit schütten Zellen im Dünndarm die Hormone Sekretin und Cholecystokinin (CCK) aus. CCK stimuliert die Enzymausschüttung des Pankreas, während Sekretin die Produktion von Bikarbonat anregt, das den sauren Mageninhalt neutralisiert und optimale Bedingungen für die Enzyme schafft.
Erkrankungen mit Bezug zu Pankreasenzymen
Pankreasinsuffizienz
Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) produziert das Pankreas nicht genügend Enzyme. Häufige Ursachen sind chronische Pankreatitis, Mukoviszidose oder Operationen am Pankreas. Typische Symptome sind Fettstuhl (Steatorrhoe), Gewichtsverlust, Blähungen und Mangelernährung.
Akute und chronische Pankreatitis
Bei einer akuten Pankreatitis werden Enzyme frühzeitig im Pankreas aktiviert und schädigen das Gewebe. Im Blut sind dann erhöhte Werte von Lipase und Amylase nachweisbar, was diagnostisch genutzt wird. Die chronische Form führt langfristig zur Zerstörung des Pankreasgewebes und damit zur Enzyminsuffizienz.
Pankreaskarzinom
Bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse können den Pankreasgang verlegen und so die Enzymabgabe in den Darm blockieren, was ebenfalls zu einer Maldigestion führt.
Diagnose von Pankreasenzymstörungen
Zur Diagnostik stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
- Bluttest: Messung von Lipase und Amylase im Serum – erhöhte Werte deuten auf eine Pankreatitis hin.
- Stuhltest: Bestimmung der fäkalen Elastase-1 als Marker für die exokrine Pankreasfunktion.
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Beurteilung der Pankreasstruktur.
- Pankreasfunktionstests: Direkte Stimulationstests (z. B. Sekretin-Pankreozymin-Test) messen die Enzymproduktion direkt.
Behandlung bei Enzymmangel
Bei nachgewiesener exokriner Pankreasinsuffizienz wird eine Pankreasenzymersatztherapie (PERT) eingesetzt. Dabei werden magensaftresistente Kapseln mit standardisierten Enzymmengen (z. B. Pankreatin) zu den Mahlzeiten eingenommen. Pankreatin enthält Lipase, Amylase und Proteasen aus tierischen Pankreasextrakten. Die Dosierung richtet sich nach dem Fettgehalt der Mahlzeit und dem Schweregrad der Insuffizienz. Zusätzlich empfehlen sich eine fettangepasste Ernährung, fettlösliche Vitaminsupplemente (A, D, E, K) und das Meiden von Alkohol.
Quellen
- Mayerle J. et al. - S3-Leitlinie Chronische Pankreatitis, AWMF (2021), abrufbar unter: https://www.awmf.org
- Lowe ME. - The triglyceride lipases of the pancreas. Journal of Lipid Research, 43(12):2007-2016 (2002), PubMed PMID: 12454267
- Dominguez-Munoz JE. - Pancreatic exocrine insufficiency: Diagnosis and treatment. Journal of Gastroenterology and Hepatology, 26 Suppl 2:12-16 (2011), PubMed PMID: 21323992
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