Pankreasparenchym – Funktion, Aufbau und Erkrankungen
Das Pankreasparenchym bezeichnet das funktionelle Gewebe der Bauchspeicheldrüse, das für die Verdauung und Blutzuckerregulation zuständig ist.
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Das Pankreasparenchym bezeichnet das funktionelle Gewebe der Bauchspeicheldrüse, das für die Verdauung und Blutzuckerregulation zuständig ist.
Was ist das Pankreasparenchym?
Das Pankreasparenchym bezeichnet das funktionelle, also arbeitende Gewebe der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Im Gegensatz zum Stützgewebe (Stroma) übernimmt das Parenchym die eigentlichen Aufgaben des Organs: die Produktion von Verdauungsenzymen sowie die Herstellung von Hormonen zur Regulierung des Blutzuckerspiegels. Das Pankreasparenchym ist damit ein lebenswichtiges Gewebe, dessen Schädigung schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann.
Aufbau und Struktur
Das Pankreasparenchym besteht aus zwei funktionell unterschiedlichen Gewebetypen:
- Exokriner Anteil (ca. 80–85 % des Gewebes): Dieser Teil bildet sogenannte Azinuszellen, die Verdauungsenzyme wie Amylase, Lipase und Proteasen produzieren. Diese Enzyme werden über den Pankreasgang in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abgegeben und sind für die Aufspaltung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen unerlässlich.
- Endokriner Anteil (ca. 1–2 % des Gewebes): Dieser besteht aus den sogenannten Langerhans-Inseln, die hormonproduzierende Zellen enthalten. Hier werden Insulin (Beta-Zellen), Glukagon (Alpha-Zellen) und weitere Hormone gebildet, die den Blutzucker regulieren.
Funktionen des Pankreasparenchyms
Exokrine Funktion
Das exokrine Pankreasparenchym produziert täglich 1,5 bis 2 Liter Pankreassaft. Dieser enthält Verdauungsenzyme sowie Natriumbikarbonat, das den sauren Magensaft im Dünndarm neutralisiert und so optimale Bedingungen für die Enzymaktivität schafft.
Endokrine Funktion
Die Langerhans-Inseln des endokrinen Parenchyms spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Insulin senkt den Blutzucker, indem es Körperzellen zur Aufnahme von Glukose anregt. Glukagon wirkt entgegengesetzt und erhöht den Blutzucker bei Bedarf. Ein Verlust dieser Funktion führt zu Erkrankungen wie dem Diabetes mellitus.
Erkrankungen des Pankreasparenchyms
Verschiedene Erkrankungen können das Pankreasparenchym schädigen oder verändern:
- Pankreatitis (akut oder chronisch): Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, bei der das Gewebe durch eigene Verdauungsenzyme angegriffen wird. Häufige Ursachen sind Gallensteine und übermäßiger Alkoholkonsum.
- Pankreatische Fibrose: Bei chronischer Entzündung kann das funktionelle Parenchym durch Bindegewebe (Fibrose) ersetzt werden, was zu einem Funktionsverlust führt.
- Pankreaskarzinom: Bösartige Tumore, die meist vom exokrinen Gewebe ausgehen und eine schlechte Prognose haben.
- Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2: Erkrankungen, bei denen die endokrinen Zellen des Parenchyms geschädigt oder funktionseingeschränkt sind.
- Pankreasatrophie: Eine Verkleinerung und Gewebsabnahme des Pankreas, die durch chronische Erkrankungen, Mangelernährung oder Alterungsprozesse entstehen kann.
Diagnose von Veränderungen am Pankreasparenchym
Veränderungen am Pankreasparenchym lassen sich mit verschiedenen bildgebenden und labordiagnostischen Verfahren feststellen:
- Ultraschall (Sonografie): Erste Untersuchung zur Beurteilung von Größe, Struktur und Echogenität des Gewebes.
- Computertomografie (CT) und MRT: Detaillierte Schnittbildgebung zur Beurteilung von Entzündungen, Tumoren oder strukturellen Veränderungen.
- Endosonografie (EUS): Ultraschall über ein Endoskop, das eine besonders genaue Beurteilung des Pankreasgewebes ermöglicht.
- Laborwerte: Erhöhte Werte von Amylase und Lipase im Blut weisen auf eine Schädigung des exokrinen Parenchyms hin. Blutzucker- und HbA1c-Werte geben Aufschluss über den endokrinen Zustand.
- Biopsie: In bestimmten Fällen wird eine Gewebeprobe entnommen, um Tumore oder spezifische Erkrankungen histologisch zu sichern.
Behandlung bei Erkrankungen des Pankreasparenchyms
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Bei akuter Pankreatitis stehen Schmerztherapie, Flüssigkeitszufuhr und Nahrungskarenz im Vordergrund.
- Bei chronischer Pankreatitis mit exokriner Insuffizienz werden Pankreasenzyme als Ersatz eingenommen.
- Bei endokriner Insuffizienz (Diabetes) erfolgt die Behandlung mit Insulin oder oralen Antidiabetika.
- Pankreastumore werden je nach Stadium operativ (Pankreasresektion), chemotherapeutisch oder strahlentherapeutisch behandelt.
- Eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind wesentliche Maßnahmen zur Erhaltung eines gesunden Pankreasparenchyms.
Quellen
- Herold, G. und Mitarbeiter: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, 2023.
- Adler, G.: Erkrankungen des Pankreas. In: Siegenthaler, W. (Hrsg.): Klinische Pathophysiologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 9. Auflage, 2006.
- Löhr, J. M. et al.: United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017; 5(2): 153–199.
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