Pankreaslipase – Funktion, Werte und Bedeutung
Die Pankreaslipase ist ein Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse, das Fette im Dünndarm aufspaltet. Sie ist essenziell für die Fettverdauung und Nährstoffaufnahme.
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Die Pankreaslipase ist ein Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse, das Fette im Dünndarm aufspaltet. Sie ist essenziell für die Fettverdauung und Nährstoffaufnahme.
Was ist die Pankreaslipase?
Die Pankreaslipase ist ein Enzym, das von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und in den Dünndarm abgegeben wird. Enzyme sind biologische Eiweißmoleküle, die chemische Reaktionen im Körper beschleunigen. Die Pankreaslipase gehört zur Gruppe der Lipasen – Enzyme, die Fette (Lipide) aufspalten. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung von Nahrungsfetten und ist für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K) unverzichtbar.
Wirkmechanismus
Nach der Nahrungsaufnahme gelangt der Speisebrei aus dem Magen in den Zwölffingerdarm (Duodenum), den oberen Abschnitt des Dünndarms. Dort wird die Pankreaslipase zusammen mit anderen Verdauungsenzymen und der Galle aus der Leber ausgeschüttet. Die Galle emulgiert Nahrungsfette, das heißt, sie verteilt große Fetttröpfchen in kleinere, damit die Pankreaslipase besser angreifen kann.
Die Pankreaslipase spaltet dann Triglyzeride – die häufigste Form von Nahrungsfetten – in Fettsäuren und Monoglyzeride. Diese kleineren Moleküle können durch die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen werden und stehen dem Körper als Energiequelle oder Baustoff zur Verfügung.
Medizinische Bedeutung
Normaler Pankreaslipase-Spiegel im Blut
Im Blut ist stets eine geringe Menge an Pankreaslipase messbar. Dieser Wert wird bei bestimmten Erkrankungen im Labor bestimmt. Der Normalbereich liegt je nach Labor und Messmethode meist zwischen 13 und 60 U/l (Einheiten pro Liter). Stark erhöhte oder erniedrigte Werte können auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse hinweisen.
Erhöhte Pankreaslipase
Ein deutlich erhöhter Pankreaslipase-Wert im Blut ist ein wichtiger Hinweis auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Mögliche Ursachen sind:
- Akute Pankreatitis: Eine plötzliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse, bei der die Werte auf das Drei- bis Fünffache des Normalwerts oder mehr ansteigen können.
- Chronische Pankreatitis: Eine anhaltende Entzündung, oft durch langjährigen Alkoholkonsum oder Gallensteine verursacht.
- Pankreaskarzinom: Bauchspeicheldrüsenkrebs kann die Enzymproduktion beeinflussen.
- Gallensteine: Die Verlegung des Gallengangs kann die Bauchspeicheldrüse belasten.
- Nierenerkrankungen: Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann den Abbau von Lipase verlangsamen und zu erhöhten Blutwerten führen.
Erniedrigte Pankreaslipase / Exokrine Pankreasinsuffizienz
Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Lipase produziert, spricht man von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI). Dies führt dazu, dass Nahrungsfette nicht vollständig verdaut werden können. Typische Folgen sind:
- Steatorrhoe: Fettreicher, übelriechender Stuhl, der schwimmt
- Gewichtsverlust trotz ausreichender Nahrungsaufnahme
- Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K)
- Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall
Häufige Ursachen der exokrinen Pankreasinsuffizienz sind chronische Pankreatitis, Mukoviszidose (zystische Fibrose), Pankreasoperationen oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Diagnose
Zur Beurteilung der Pankreaslipase stehen verschiedene diagnostische Methoden zur Verfügung:
- Bluttest: Messung der Lipase- und Amylase-Konzentration im Serum, besonders bei Verdacht auf akute Pankreatitis.
- Stuhltest (Elastase-1-Test): Messung der Pankreaselastase im Stuhl als indirekter Marker der exokrinen Pankreasfunktion.
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Darstellung des Pankreasgewebes.
- Funktionstest: Direkter Sekretions-Pankreozymin-Test zur genauen Beurteilung der Enzymproduktion.
Behandlung und Enzymersatztherapie
Liegt eine exokrine Pankreasinsuffizienz vor, kann die fehlende Pankreaslipase durch eine Pankreasenzymersatztherapie (PERT) ausgeglichen werden. Dabei nimmt der Patient magensaftresistente Kapseln mit tierischen Pankreasenzymen (meist aus Schweinepankreas gewonnen) zu den Mahlzeiten ein. Diese Präparate enthalten Lipase, Amylase und Protease und helfen, die Verdauung zu normalisieren.
Wichtig ist, dass die Dosierung individuell angepasst wird – sie richtet sich nach dem Fettgehalt der Mahlzeit. Bei einer akuten Pankreatitis steht hingegen zunächst die Behandlung der Entzündung im Vordergrund, zum Beispiel durch Flüssigkeitsgabe, Schmerztherapie und gegebenenfalls Nahrungskarenz.
Quellen
- Mayerle J et al. - Chronische Pankreatitis. Deutsches Ärzteblatt International, 2013; 110(22): 387-393.
- Löhr JM et al. - United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017; 5(2): 153-199.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) - Pancreatitis and Pancreatic Enzyme Replacement. WHO Technical Report, 2019.
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