Plasmaviskosität – Definition, Ursachen und Bedeutung
Die Plasmaviskosität beschreibt die Fließeigenschaft des Blutplasmas. Sie ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung von Entzündungen und bestimmten Erkrankungen.
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Die Plasmaviskosität beschreibt die Fließeigenschaft des Blutplasmas. Sie ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung von Entzündungen und bestimmten Erkrankungen.
Was ist die Plasmaviskosität?
Die Plasmaviskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit des Blutplasmas – also des flüssigen Anteils des Blutes ohne die zellulären Bestandteile wie rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Je höher die Plasmaviskosität, desto dickflüssiger ist das Plasma und desto schwerer fließt es durch die Blutgefäße. Der Normalwert liegt bei Erwachsenen in der Regel zwischen 1,10 und 1,30 mPa·s (Millipascalsekunden) bei 37 °C.
Wie wird die Plasmaviskosität gemessen?
Die Messung erfolgt im Labor mithilfe eines sogenannten Kapillarviskosimeters oder automatisierter Analysegeräte. Dem Patienten wird eine Blutprobe entnommen, aus der das Plasma gewonnen wird. Anschließend wird gemessen, wie schnell das Plasma durch eine definierte Kapillare fließt. Die Messtemperatur beträgt standardmäßig 37 °C, was der Körpertemperatur entspricht.
Wovon hängt die Plasmaviskosität ab?
Die Plasmaviskosität wird maßgeblich durch den Gehalt bestimmter Proteine im Blutplasma beeinflusst. Besonders folgende Substanzen erhöhen die Viskosität:
- Fibrinogen: Ein Gerinnungsprotein, das bei Entzündungen stark ansteigt.
- Immunglobuline (Antikörper): Bestimmte Antikörper, vor allem bei Immunerkrankungen.
- Akute-Phase-Proteine: Proteine, die der Körper als Reaktion auf Entzündungen oder Gewebeschäden produziert, z. B. C-reaktives Protein (CRP) oder Alpha-2-Makroglobulin.
Auch Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) kann die Plasmaviskosität erhöhen, da das Plasma konzentrierter wird.
Klinische Bedeutung und Erkrankungen
Eine erhöhte Plasmaviskosität kann auf verschiedene Erkrankungen hinweisen und hat klinische Relevanz, da sie die Durchblutung beeinträchtigen kann:
- Entzündliche Erkrankungen: Rheuma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen führen zu einem Anstieg der Plasmaproteine und damit der Viskosität.
- Multiples Myelom und Morbus Waldenström: Bei diesen Erkrankungen des blutbildenden Systems werden abnorm große Mengen an Immunglobulinen produziert, was zu einem sogenannten Hyperviskositätssyndrom führen kann.
- Infektionen: Akute und chronische Infektionen erhöhen die Konzentration von Akute-Phase-Proteinen im Plasma.
- Leberzirrhose und andere Lebererkrankungen: Veränderungen im Proteinstoffwechsel können die Viskosität beeinflussen.
- Herzkreislauferkrankungen: Eine erhöhte Plasmaviskosität gilt als Risikofaktor für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt, da das Blut langsamer fließt und die Gefäßwände stärker belastet werden.
Das Hyperviskositätssyndrom
Bei besonders stark erhöhter Plasmaviskosität kann es zum klinischen Bild des Hyperviskositätssyndroms kommen. Typische Symptome sind:
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Sehstörungen bis hin zu vorübergehendem Sehverlust
- Nasenbluten und andere Schleimhautblutungen
- Neurologische Ausfälle und Verwirrtheit
- Herzrhythmusstörungen
Dieses Syndrom ist ein medizinischer Notfall und erfordert eine sofortige Behandlung, häufig durch eine Plasmapherese (therapeutisches Verfahren zur Entfernung von Bestandteilen aus dem Blutplasma).
Diagnose und Interpretation
Die Bestimmung der Plasmaviskosität erfolgt als Teil eines erweiterten Blutbildes oder spezieller Gerinnungs- und Entzündungsdiagnostik. Sie wird häufig zusammen mit anderen Entzündungsparametern wie der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), dem C-reaktiven Protein (CRP) und dem Fibrinogen beurteilt. Ein erhöhter Wert allein ist nicht diagnosestellend, sondern muss immer im klinischen Gesamtbild betrachtet werden.
Behandlung
Die Behandlung einer erhöhten Plasmaviskosität richtet sich stets nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Bei Entzündungserkrankungen: Entzündungshemmende Medikamente (z. B. Kortikosteroide, Immunsuppressiva).
- Bei hämatologischen Erkrankungen (z. B. Myelom): Chemotherapie, Immuntherapie oder Stammzelltransplantation.
- Bei akutem Hyperviskositätssyndrom: Plasmapherese zur schnellen Senkung der Viskosität.
- Allgemeine Maßnahmen: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Verdünnung des Plasmas.
Quellen
- Reinhart, W. H. (2001). Plasma viscosity and its clinical relevance. Schweizer Medizinische Wochenschrift, 131(12), 466–469.
- Lowe, G. D. O. et al. (1997). Blood viscosity and risk of cardiovascular events: the Edinburgh Artery Study. British Journal of Haematology, 96(1), 168–173.
- World Health Organization (WHO) – Cardiovascular diseases: risk factors and diagnostic markers. Geneva: WHO Press.
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