Pankreasenzymsubstitution – Therapie & Dosierung
Die Pankreasenzymsubstitution ersetzt fehlende Verdauungsenzyme bei Bauchspeicheldrüseninsuffizienz. Sie verbessert die Nährstoffaufnahme und lindert Beschwerden wie Fettstuhl und Gewichtsverlust.
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Die Pankreasenzymsubstitution ersetzt fehlende Verdauungsenzyme bei Bauchspeicheldrüseninsuffizienz. Sie verbessert die Nährstoffaufnahme und lindert Beschwerden wie Fettstuhl und Gewichtsverlust.
Was ist Pankreasenzymsubstitution?
Die Pankreasenzymsubstitution ist eine medikamentöse Behandlung, bei der künstlich zugeführte Verdauungsenzyme die verminderte oder fehlende Eigenproduktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ersetzen. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Enzyme produziert, um Nahrung vollständig aufzuspalten und zu verwerten. Dieser Zustand wird als exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) bezeichnet.
Ursachen der exokrinen Pankreasinsuffizienz
Die Notwendigkeit einer Pankreasenzymsubstitution ergibt sich aus verschiedenen Grunderkrankungen:
- Chronische Pankreatitis: Langfristige Entzündung der Bauchspeicheldrüse, häufig durch Alkohol oder Gallensteine verursacht
- Zystische Fibrose (Mukoviszidose): Genetisch bedingte Erkrankung mit verminderter Enzymsekretion
- Pankreaskarzinom: Bauchspeicheldrüsenkrebs, der das Drüsengewebe zerstört
- Pankreasoperationen: Teilweise oder vollständige Entfernung der Bauchspeicheldrüse (z. B. Whipple-Operation)
- Diabetes mellitus Typ 3c: Pankreatogener Diabetes infolge von Pankreaserkrankungen
Symptome der exokrinen Pankreasinsuffizienz
Ohne ausreichende Enzyme können Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate nicht vollständig verdaut werden. Typische Beschwerden sind:
- Fettstuhl (Steatorrhö): übelriechender, glänzender, voluminöser Stuhl
- Durchfall und Blähungen
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Mangelernährung und Vitaminmangel (besonders fettlösliche Vitamine A, D, E, K)
- Bauchschmerzen und -krämpfe nach dem Essen
- Muskelschwäche und allgemeine Erschöpfung
Diagnose
Zur Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt:
- Stuhltest auf Elastase-1: Messung des Enzyms Elastase im Stuhl – ein niedriger Wert weist auf eine Insuffizienz hin
- 72-Stunden-Stuhlgewicht und Fettausscheidung: Direkter Nachweis von Fettverlust im Stuhl
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Beurteilung des Pankreasgewebes
- Atemtests: z. B. der 13C-Triglycerid-Atemtest zur funktionellen Diagnostik
Wirkmechanismus der Pankreasenzympräparate
Die in der Substitutionstherapie eingesetzten Präparate enthalten in der Regel Pankreatin, ein Gemisch aus tierischen (meist porzinen, d. h. vom Schwein stammenden) Verdauungsenzymen:
- Lipasen: Spalten Fette in Fettsäuren und Glycerin auf
- Amylasen: Bauen Kohlenhydrate (Stärke) ab
- Proteasen: Zersetzen Eiweißmoleküle in Aminosäuren
Die Präparate sind meist in Form von magensaftresistenten Mikrosphären oder Mikrotabletten erhältlich, die in Gelatinekapseln verpackt sind. Diese Umhüllung schützt die Enzyme vor der Magensäure und gewährleistet, dass sie erst im Dünndarm – dort, wo die Verdauung stattfindet – freigesetzt werden.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung der Pankreasenzyme richtet sich nach dem Fettgehalt der Mahlzeit und dem individuellen Schweregrad der Insuffizienz. Allgemeine Empfehlungen:
- Die Einnahme erfolgt direkt zu Beginn der Mahlzeit oder verteilt während des Essens
- Für Hauptmahlzeiten werden in der Regel 25.000–80.000 Einheiten Lipase empfohlen
- Für Zwischenmahlzeiten oder Snacks reichen häufig geringere Dosen (z. B. 10.000–25.000 Einheiten)
- Die Kapseln dürfen nicht zerkaut werden; der Inhalt kann jedoch auf weiche Speisen gestreut werden
- Die Dosierung wird individuell angepasst und durch einen Arzt überwacht
Nebenwirkungen
Pankreasenzympräparate werden im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen (meist bei zu hoher Dosis)
- Durchfall oder Verstopfung
- Hautreaktionen (selten, bei Überempfindlichkeit gegenüber Schweineproteinen)
- Bei sehr hohen Dosen: Fibrosierende Kolonopathie (narbige Veränderungen im Dickdarm) – vor allem bei Kindern mit Mukoviszidose beschrieben
- Erhöhte Harnsäurespiegel (bei langfristiger Hochdosistherapie)
Therapieerfolg und Lebensqualität
Eine korrekt eingestellte Pankreasenzymsubstitution führt bei den meisten Betroffenen zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Gewichtszunahme, Normalisierung des Stuhlgangs und ein Rückgang des Vitaminmangels sind typische Zeichen eines Therapieerfolgs. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Blutbild, Vitaminwerte, Körpergewicht) sind wichtig, um die Therapie optimal anzupassen.
Quellen
- Löhr J. M. et al. - United European Gastroenterology evidence-based guidelines for the diagnosis and therapy of chronic pancreatitis. United European Gastroenterology Journal, 2017.
- Dominguez-Munoz J. E. - Pancreatic enzyme therapy for pancreatic exocrine insufficiency. Gastroenterology & Hepatology, 2011.
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) - S3-Leitlinie Chronische Pankreatitis, 2022.
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