Helicobacter-pylori-Infektion – Ursachen & Therapie
Die Helicobacter-pylori-Infektion ist eine bakterielle Magenerkrankung, die Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre verursachen kann. Sie ist weltweit verbreitet und gut behandelbar.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Helicobacter-pylori-Infektion"
Die Helicobacter-pylori-Infektion ist eine bakterielle Magenerkrankung, die Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre verursachen kann. Sie ist weltweit verbreitet und gut behandelbar.
Was ist eine Helicobacter-pylori-Infektion?
Die Helicobacter-pylori-Infektion ist eine Infektion der Magenschleimhaut durch das Bakterium Helicobacter pylori (kurz: H. pylori). Dieses spiralförmige Bakterium besiedelt die Schleimhaut des Magens und des Zwölffingerdarms und kann dort dauerhafte Entzündungen auslösen. Helicobacter pylori gilt als eine der häufigsten bakteriellen Infektionen weltweit – schätzungsweise ist etwa die Hälfte der Weltbevölkerung betroffen, wobei die Häufigkeit in Entwicklungsländern deutlich höher liegt als in Industrieländern.
Ursachen und Übertragung
Die genauen Übertragungswege von H. pylori sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch geht man von folgenden Hauptwegen aus:
- Fäkal-oraler Übertragungsweg: Aufnahme des Bakteriums über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel
- Oral-oraler Übertragungsweg: Übertragung durch engen Kontakt mit infizierten Personen, etwa durch Speichel
- Schlechte hygienische Bedingungen: Mangelnder Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erhöht das Infektionsrisiko
Die Infektion erfolgt häufig bereits im Kindesalter und kann über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte unbemerkt bestehen bleiben.
Symptome
Viele Menschen mit einer H.-pylori-Infektion haben keine oder nur geringe Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, können diese umfassen:
- Oberbauchschmerzen oder Druckgefühl im Magenbereich
- Übelkeit und gelegentliches Erbrechen
- Aufstoßen und Blähungen
- Appetitverlust
- Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
- Dunkler Stuhl (als Hinweis auf eine mögliche Magenblutung)
In schweren Fällen kann die Infektion zu einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) oder einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) führen. Langfristig ist H. pylori auch mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs und bestimmte Formen von Magenlymphomen (MALT-Lymphome) assoziiert.
Diagnose
Zur Diagnose einer H.-pylori-Infektion stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
Nicht-invasive Verfahren
- Atemtest (13C-Harnstoff-Atemtest): Der Patient trinkt eine Lösung mit markiertem Harnstoff. Wenn H. pylori vorhanden ist, wird dieser abgebaut und das markierte CO₂ kann in der Atemluft gemessen werden.
- Stuhlantigentest: Nachweis von H.-pylori-Antigenen im Stuhl
- Bluttest (Serologie): Nachweis von Antikörpern gegen H. pylori – allerdings weniger geeignet zur Kontrolle nach einer Behandlung
Invasive Verfahren
- Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Biopsie: Gewebeentnahme aus der Magenschleimhaut zur direkten Untersuchung auf H. pylori
- Urease-Schnelltest: Direkter Nachweis des Enzyms Urease im Biopsiematerial
Behandlung
Die Standardtherapie der H.-pylori-Infektion ist die sogenannte Eradikationstherapie, bei der das Bakterium mithilfe einer Kombination aus Antibiotika und säurehemmenden Medikamenten dauerhaft aus dem Magen beseitigt wird.
Klassische Triple-Therapie
Die am häufigsten eingesetzte Therapieform kombiniert:
- Einen Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol) zur Hemmung der Magensäureproduktion
- Zwei Antibiotika (z. B. Clarithromycin und Amoxicillin oder Metronidazol) zur Abtötung des Bakteriums
Die Therapie dauert in der Regel 7 bis 14 Tage. Bei Therapieversagen oder Antibiotikaresistenz können alternative Kombinationen (z. B. Quadrupel-Therapie) eingesetzt werden.
Therapiekontrolle
Nach abgeschlossener Behandlung sollte eine Kontrolluntersuchung (z. B. Atemtest oder Stuhlantigentest) durchgeführt werden, um den Erfolg der Eradikation zu bestätigen. Diese Kontrolle sollte frühestens 4 Wochen nach Therapieende erfolgen.
Prävention
Da es bislang keine zugelassene Impfung gegen H. pylori gibt, besteht die wichtigste Vorbeugung in der Einhaltung allgemeiner Hygieneregeln:
- Regelmäßiges Händewaschen mit Seife
- Trinken von sauberem, aufbereitetem Wasser
- Sicherer Umgang mit Lebensmitteln
Quellen
- World Health Organization (WHO) – Helicobacter pylori. Verfügbar unter: https://www.who.int
- Fischbach W, Malfertheiner P et al. – S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. Z Gastroenterol. 2023.
- Malfertheiner P, Megraud F, Rokkas T et al. – European Helicobacter and Microbiota Study Group: Management of Helicobacter pylori infection – the Maastricht VI/Florence Consensus Report. Gut. 2022.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieQuerzellanalyse
Sauerstofftransportkapazität
Insulintoleranztest
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Helicobacter-pylori-Infektion + Helicobacter pylori Infektion + H.-pylori-Infektion + H. pylori Infektion