Analfistelfäden – Seton-Verfahren erklärt
Analfistelfäden (Seton-Fäden) sind ein chirurgisches Verfahren zur schrittweisen Behandlung von Analfisteln, bei dem ein Faden durch den Fistelkanal geführt wird.
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Analfistelfäden (Seton-Fäden) sind ein chirurgisches Verfahren zur schrittweisen Behandlung von Analfisteln, bei dem ein Faden durch den Fistelkanal geführt wird.
Was sind Analfistelfäden?
Analfistelfäden, auch als Seton-Fäden bezeichnet, sind ein bewährtes chirurgisches Behandlungsverfahren bei Analfisteln. Eine Analfistel ist ein krankhafter Verbindungskanal zwischen dem Analkanal oder Enddarm und der äußeren Hautoberfläche in der Afterregion. Der Faden wird durch diesen Fistelkanal geführt und dient dazu, das umliegende Gewebe schrittweise zu durchtrennen oder die Fistel zur Ausheilung zu bringen, ohne den Schließmuskel (Sphinkter) in einem einzigen Schritt zu durchschneiden.
Arten von Analfistelfäden
Schneidender Seton (Cutting Seton)
Beim schneidenden Seton wird der Faden nach der Einlage schrittweise – in regelmäßigen Abständen von einigen Wochen – nachgezogen und enger gestellt. Dadurch wird der Schließmuskel langsam und kontrolliert durchtrennt, während gleichzeitig Narbengewebe entsteht, das eine unkontrollierte Inkontinenz verhindert. Diese Methode wird häufig bei hohen oder komplexen Analfisteln angewendet.
Drainagender Seton (Loose Seton)
Der drainierende Seton wird locker durch den Fistelkanal geführt und bleibt über einen längeren Zeitraum in situ. Er hält den Fistelkanal offen und ermöglicht die kontinuierliche Drainage von Sekret und Eiter. Dies reduziert Entzündungen und bereitet das Gewebe auf eine spätere definitive Operation vor. Der drainierende Seton kommt häufig bei Patienten mit Morbus Crohn oder besonders komplexen Fisteln zum Einsatz.
Wann werden Analfistelfäden eingesetzt?
Der Einsatz von Analfistelfäden ist insbesondere in folgenden Situationen indiziert:
- Hohe Analfisteln, die einen erheblichen Teil des Schließmuskels durchqueren
- Komplexe oder verzweigte Fistelverläufe
- Morbus Crohn mit perianalen Fisteln
- Patienten mit erhöhtem Risiko für eine postoperative Stuhlinkontinenz
- Vorbereitung auf eine weitere operative Therapie (z. B. Fistelplastik, LIFT-Verfahren)
Diagnose und Vorbereitung
Vor der Einlage eines Analfistelfadens wird die Fistel genau untersucht. Zu den diagnostischen Methoden gehören:
- Proktologische Untersuchung: Inspektion und digitale Untersuchung des Analkanals
- Endorektaler Ultraschall: Darstellung des Fistelverlaufs und der Beziehung zum Schließmuskel
- MRT des Beckens: Besonders geeignet bei komplexen oder tiefen Fisteln zur genauen Lagebestimmung
- Fistelsondenuntersuchung im Rahmen der Operation selbst
Durchführung des Eingriffs
Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Spinal- oder Vollnarkose. Der Chirurg identifiziert den Fistelkanal mit einer speziellen Sonde und führt den Faden – meist ein Silikonband, Nylonband oder einen resorbierbaren Faden – durch den Kanal. Die Enden des Fadens werden außen zusammengeknotet oder mit einer Schlinge fixiert. Bei der schneidenden Methode wird der Faden in weiteren ambulanten Sitzungen schrittweise angezogen.
Vorteile und Risiken
Vorteile
- Schutz des Schließmuskels und damit Vermeidung von Inkontinenz
- Kontrollierte, schrittweise Heilung des Gewebes
- Möglichkeit der Drainage bei entzündlichen Verläufen
- Geeignet auch für komplexe und rezidivierende Fisteln
Risiken und Nebenwirkungen
- Vorübergehende Schmerzen und Fremdkörpergefühl im Analbereich
- Mögliche Infektionen oder Entzündungen im Bereich des Fadens
- Trotz sorgfältiger Technik kann es in seltenen Fällen zu einer Beeinträchtigung der Schließmuskelfunktion kommen
- Mögliche Fistelrezidive nach Fadenentfernung
- Längere Behandlungsdauer im Vergleich zu direkten operativen Verfahren
Nachsorge und Heilungsverlauf
Nach der Einlage des Fadens sind regelmäßige Kontrolltermine notwendig. Die Patienten werden angehalten, auf gute Analhygiene zu achten, beispielsweise durch regelmäßige Sitzbäder. Bei schneidenden Setons erfolgt das schrittweise Nachziehen des Fadens in Abständen von zwei bis sechs Wochen. Die Gesamtbehandlungsdauer kann mehrere Monate betragen. Nach Abschluss der Seton-Therapie ist häufig eine weitere operative Maßnahme erforderlich, um die Fistel endgültig zu verschließen.
Quellen
- Ommer A. et al. – S3-Leitlinie Kryptoglanduläre Analfisteln, Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), 2016.
- Vogel J.D. et al. – Clinical Practice Guidelines for the Management of Anorectal Abscess, Fistula-in-Ano, and Rectovaginal Fistula, Diseases of the Colon & Rectum, 2016.
- Parks A.G., Gordon P.H., Hardcastle J.D. – A classification of fistula-in-ano, British Journal of Surgery, 1976.
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