Antiinfektiv – Definition, Wirkung & Anwendung
Antiinfektiva sind Wirkstoffe, die Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze bekämpfen. Sie bilden eine zentrale Gruppe der modernen Medizin zur Behandlung von Infektionskrankheiten.
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Antiinfektiva sind Wirkstoffe, die Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze bekämpfen. Sie bilden eine zentrale Gruppe der modernen Medizin zur Behandlung von Infektionskrankheiten.
Was sind Antiinfektiva?
Antiinfektiva (Einzahl: das Antiinfektivum) sind Arzneistoffe oder Wirkstoffgruppen, die gezielt gegen infektiöse Erreger vorgehen. Sie wirken entweder abtötend (sogenannte -zide Wirkung) oder hemmend auf die Vermehrung der Erreger (-statische Wirkung). Zu den klassischen Zielorganismen gehören Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und Protozoen.
Der Begriff Antiinfektivum ist ein Oberbegriff und umfasst verschiedene Unterklassen, darunter Antibiotika, Antivirale Mittel, Antimykotika und Antiparasitika. In der klinischen Praxis werden Antiinfektiva häufig nach dem jeweiligen Erregertyp ausgewählt.
Klassifikation und Untergruppen
Je nach Zielorganismus werden Antiinfektiva in folgende Hauptgruppen unterteilt:
- Antibiotika: Wirken gegen Bakterien (z. B. Penicilline, Cephalosporine, Makrolide, Fluorchinolone, Tetracycline).
- Antivirale Mittel (Virostatika): Wirken gegen Viren (z. B. Aciclovir gegen Herpesviren, Oseltamivir gegen Influenzaviren, antiretrovirale Substanzen gegen HIV).
- Antimykotika: Wirken gegen Pilze (z. B. Fluconazol, Amphotericin B, Itraconazol).
- Antiparasitika: Wirken gegen Parasiten wie Würmer oder Protozoen (z. B. Metronidazol, Albendazol, Chloroquin bei Malaria).
Wirkmechanismen
Die Wirkmechanismen von Antiinfektiva sind vielfältig und richten sich nach dem jeweiligen Erregertyp:
- Hemmung der Zellwandsynthese: Typisch für viele Antibiotika wie Penicilline und Cephalosporine, die die Bildung der bakteriellen Zellwand blockieren.
- Hemmung der Proteinsynthese: Makrolide, Tetracycline und Aminoglykoside greifen in die ribosomale Proteinsynthese der Bakterien ein.
- Hemmung der Nukleinsäuresynthese: Fluorchinolone blockieren bakterielle Enzyme (Topoisomerasen), die für die DNA-Replikation notwendig sind.
- Hemmung der Zellmembranfunktion: Antimykotika wie Amphotericin B stören die Integrität der Pilzzellmembran.
- Hemmung der viralen Replikation: Virustatika blockieren spezifische virale Enzyme wie die Reverse Transkriptase oder Protease.
Indikationen und Anwendung
Antiinfektiva werden bei einer Vielzahl von Infektionskrankheiten eingesetzt, darunter:
- Bakterielle Infektionen wie Lungenentzündung, Harnwegsinfektionen, Hautinfektionen und Sepsis
- Virale Erkrankungen wie Influenza, HIV/AIDS, Herpes und Hepatitis
- Pilzinfektionen (Mykosen) der Haut, Schleimhäute oder innerer Organe
- Parasitäre Erkrankungen wie Malaria, Toxoplasmose oder Wurmbefall
Die Auswahl des geeigneten Antiinfektivums erfolgt auf Basis des identifizierten Erregers, seines Resistenzprofils, des Infektionsorts, der Patientencharakteristika (z. B. Nierenfunktion, Allergien) sowie der Verträglichkeit.
Nebenwirkungen und Risiken
Wie alle Arzneimittel können Antiinfektiva unerwünschte Wirkungen haben. Häufige Nebenwirkungen umfassen:
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Erbrechen)
- Allergische Reaktionen, im schlimmsten Fall anaphylaktischer Schock
- Störung der normalen Körperflora, z. B. Pilzinfektionen nach Antibiotikaeinnahme
- Organschäden (z. B. Nieren- oder Lebertoxizität bei bestimmten Wirkstoffen)
- Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Antibiotikaresistenzen
Ein zentrales globales Problem im Bereich der Antiinfektiva ist die zunehmende Antibiotikaresistenz. Durch unsachgemäßen oder übermäßigen Einsatz von Antibiotika können Bakterien Resistenzmechanismen entwickeln und werden damit unempfindlich gegenüber bestehenden Wirkstoffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die antimikrobielle Resistenz als eine der größten Bedrohungen der globalen Gesundheit ein. Deshalb ist ein rationaler, gezielter Einsatz von Antiinfektiva essenziell.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Antimicrobial resistance. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/antimicrobial-resistance (zuletzt aufgerufen 2024).
- Mutschler E. et al. - Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2023.
- Suerbaum S. et al. (Hrsg.) - Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 9. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin, 2021.
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