Antiparasitär – Bedeutung, Wirkung und Anwendung
Antiparasitär bezeichnet Wirkstoffe, Medikamente oder Maßnahmen, die gegen Parasiten wie Würmer, Protozoen oder Ektoparasiten wirken und Infektionen behandeln oder verhindern.
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Antiparasitär bezeichnet Wirkstoffe, Medikamente oder Maßnahmen, die gegen Parasiten wie Würmer, Protozoen oder Ektoparasiten wirken und Infektionen behandeln oder verhindern.
Was bedeutet antiparasitär?
Antiparasitär ist ein medizinischer Begriff, der Substanzen, Medikamente oder Therapieansätze beschreibt, die gegen Parasiten wirken. Parasiten sind Lebewesen, die auf Kosten eines Wirtsorganismus – in diesem Fall des Menschen – leben und dabei Schaden anrichten können. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: anti (gegen) und parasitos (Schmarotzer).
Arten von Parasiten
Parasiten, gegen die antiparasitäre Mittel eingesetzt werden, lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen:
- Protozoen: Einzellige Parasiten wie Plasmodien (Malaria), Leishmanien oder Toxoplasma gondii.
- Helminthen (Würmer): Dazu gehören Rund-, Band- und Saugwürmer, z. B. Spulwürmer, Bandwürmer oder Schistosomen.
- Ektoparasiten: Parasiten, die außen am Körper leben, wie Läuse, Milben (z. B. Krätzmilben) oder Zecken.
Wirkmechanismus antiparasitärer Mittel
Je nach Parasitengruppe unterscheiden sich die Wirkmechanismen antiparasitärer Substanzen erheblich:
Antiprotozoika
Mittel gegen Protozoen greifen häufig in den Stoffwechsel der Einzeller ein. Beispielsweise hemmt Chloroquin bei Malaria die Entgiftung von Hämin in den Plasmodien. Metronidazol schädigt die DNA anaerober Protozoen wie Giardia lamblia oder Trichomonas vaginalis.
Anthelminthika
Mittel gegen Würmer wirken u. a. durch Lähmung der Muskulatur des Parasiten (Ivermectin, Praziquantel), durch Hemmung der Glukoseaufnahme (Mebendazol, Albendazol) oder durch Destabilisierung der Zellstrukturen des Wurms.
Ektoparasitizide
Mittel gegen Ektoparasiten wie Permethrin oder Pyrethrine wirken meist auf das Nervensystem der Parasiten, indem sie Natriumkanäle blockieren und so die Nervenleitung der Parasiten stören.
Anwendungsgebiete
Antiparasitäre Mittel werden bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt, darunter:
- Malaria (verursacht durch Plasmodium-Arten)
- Wurmerkrankungen wie Askariasis, Enterobiasis, Echinokokkose oder Bilharziose
- Leishmaniose
- Toxoplasmose
- Krätze (Skabies)
- Kopflausbefall (Pedikulose)
- Lambliasis (Giardiasis)
Darreichungsformen und Anwendung
Antiparasitäre Mittel sind in verschiedenen Formen erhältlich, je nach Art des Parasitenbefalls:
- Tabletten und Kapseln: Bei systemischen Infektionen, z. B. Malaria oder Wurmbefall im Darm.
- Cremes, Lotionen und Shampoos: Bei Ektoparasiten wie Läusen oder Krätzmilben.
- Injektionslösungen: Bei schweren systemischen Infektionen, z. B. bei Leishmaniose.
Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente können auch antiparasitäre Mittel Nebenwirkungen haben. Häufige unerwünschte Wirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Hautreaktionen (besonders bei topischer Anwendung)
- Bei bestimmten Mitteln (z. B. Chloroquin): Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen bei längerer Einnahme
Die Anwendung antiparasitärer Mittel sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da Dosierung und Therapiedauer von der Art des Parasiten, dem Schweregrad der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abhängen.
Resistenzentwicklung
Ein wachsendes Problem in der Parasitologie ist die Resistenzentwicklung. So gibt es inzwischen gegen Chloroquin resistente Malaria-Erreger in vielen Teilen der Welt. Eine rationale Therapie und die Einhaltung von Behandlungsschemata sind wichtig, um die Entwicklung weiterer Resistenzen zu verlangsamen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Guidelines for the Treatment of Malaria, 3rd Edition. WHO Press, Genf, 2015.
- Mutschler, E. et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen – Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2013.
- Löscher, T., Burchard, G. D. (Hrsg.): Tropenmedizin in Klinik und Praxis, 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2010.
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