Aortenklappenersatz – Operation, Typen und Nachsorge
Der Aortenklappenersatz ist ein herzchirurgischer Eingriff, bei dem die erkrankte Aortenklappe durch eine künstliche oder biologische Klappe ersetzt wird.
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Der Aortenklappenersatz ist ein herzchirurgischer Eingriff, bei dem die erkrankte Aortenklappe durch eine künstliche oder biologische Klappe ersetzt wird.
Was ist ein Aortenklappenersatz?
Der Aortenklappenersatz ist ein herzchirurgischer Eingriff, bei dem die erkrankte oder beschädigte Aortenklappe des Herzens durch eine Ersatzklappe ausgetauscht wird. Die Aortenklappe sitzt zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta) und sorgt dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Ist sie durch Krankheit oder Verschleiß nicht mehr funktionsfähig, kann ein Ersatz notwendig werden.
Ursachen und Indikationen
Ein Aortenklappenersatz wird empfohlen, wenn die Aortenklappe schwer erkrankt ist und andere Behandlungsmethoden nicht ausreichen. Die häufigsten Ursachen für eine Erkrankung der Aortenklappe sind:
- Aortenklappenstenose: Die Klappe ist verengt und lässt nicht genügend Blut durch. Häufige Ursache ist eine altersbedingte Verkalkung.
- Aortenklappeninsuffizienz: Die Klappe schließt nicht vollständig, sodass Blut in die linke Herzkammer zurückfließt.
- Angeborene Herzfehler: Zum Beispiel eine bikuspide Aortenklappe (Klappe mit nur zwei statt drei Taschen).
- Rheumatisches Fieber: Eine entzündliche Erkrankung, die die Herzklappen schädigen kann.
- Infektiöse Endokarditis: Eine bakterielle Infektion der Herzklappen.
Arten des Aortenklappenersatzes
Mechanische Klappenprothesen
Mechanische Klappen bestehen aus dauerhaften Materialien wie Titan oder Kunststoff. Sie sind sehr langlebig und müssen in der Regel nicht ausgetauscht werden. Allerdings müssen Patienten nach dem Einsetzen einer mechanischen Klappe dauerhaft blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) einnehmen, um Blutgerinnseln vorzubeugen.
Biologische Klappenprothesen (Bioprothesen)
Biologische Klappen werden aus tierischem Gewebe (meist vom Schwein oder Rind) oder aus menschlichem Spendergewebe hergestellt. Sie erfordern in den meisten Fällen keine dauerhafte Blutverdünnung, haben jedoch eine begrenzte Haltbarkeit von etwa 10 bis 20 Jahren und müssen möglicherweise erneut ausgetauscht werden.
Minimalinvasiver Aortenklappenersatz (TAVI)
Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem die neue Klappe über einen Katheter – meist durch die Leistenarterie – eingesetzt wird, ohne dass der Brustkorb geöffnet werden muss. Dieses Verfahren eignet sich besonders für ältere Patienten oder solche mit einem erhöhten Operationsrisiko.
Ablauf der Operation
Beim klassischen (offenen) Aortenklappenersatz wird der Patient unter Vollnarkose gesetzt. Der Chirurg öffnet den Brustkorb durch einen Schnitt am Brustbein (Sternotomie) und schließt das Herz an eine Herz-Lungen-Maschine an, die während des Eingriffs die Blut- und Sauerstoffversorgung des Körpers übernimmt. Die erkrankte Klappe wird entfernt und die neue Klappe eingenäht. Anschließend wird das Herz wieder in Betrieb genommen und der Brustkorb verschlossen.
Risiken und Komplikationen
Wie jeder größere chirurgische Eingriff birgt auch der Aortenklappenersatz gewisse Risiken. Mögliche Komplikationen sind:
- Blutungen während oder nach der Operation
- Infektionen, einschließlich Wundinfektionen oder Endokarditis
- Schlaganfall oder andere neurologische Komplikationen
- Herzrhythmusstörungen
- Nierenprobleme
- Funktionsstörung der Klappenprothese
Das individuelle Risiko hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten, dem Alter und eventuellen Begleiterkrankungen ab.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach dem Eingriff erfolgt in der Regel eine kardiologische Rehabilitation, die körperliche Aufbautraining, Ernährungsberatung und psychologische Unterstützung umfasst. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen sind notwendig, um die Funktion der Klappenprothese zu überwachen. Patienten mit mechanischen Klappen müssen dauerhaft Antikoagulanzien (z. B. Marcumar oder neuere Präparate) einnehmen und deren Wirksamkeit regelmäßig kontrollieren lassen.
Prognose
Der Aortenklappenersatz ist ein etabliertes Verfahren mit guten Langzeitergebnissen. Die meisten Patienten erleben nach dem Eingriff eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität, eine Reduktion der Symptome wie Atemnot und Brustschmerzen sowie eine verlängerte Lebenserwartung. Die Wahl des Klappentyps und des Operationsverfahrens wird individuell auf den Patienten abgestimmt.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG): Leitlinien zum Herzklappenersatz, 2022.
- Vahanian A. et al. - 2021 ESC/EACTS Guidelines for the management of valvular heart disease. European Heart Journal, 2022; 43(7):561-632.
- Otto CM et al. - 2020 ACC/AHA Guideline for the Management of Patients with Valvular Heart Disease. Journal of the American College of Cardiology, 2021; 77(4):e25-e197.
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