Antikörperprofil – Definition & Diagnostik
Das Antikörperprofil ist eine Labordiagnostik, bei der mehrere Antikörper im Blut bestimmt werden, um Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder Allergien gezielt zu erkennen.
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Das Antikörperprofil ist eine Labordiagnostik, bei der mehrere Antikörper im Blut bestimmt werden, um Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder Allergien gezielt zu erkennen.
Was ist ein Antikörperprofil?
Ein Antikörperprofil ist eine labormedizinische Untersuchung, bei der gleichzeitig mehrere verschiedene Antikörper im Blut einer Person gemessen werden. Antikörper sind Proteine (Eiweiße), die vom Immunsystem gebildet werden, um Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder andere fremde Substanzen zu erkennen und zu bekämpfen. In bestimmten Fällen richtet sich das Immunsystem jedoch gegen körpereigenes Gewebe – diese sogenannten Autoantikörper spielen bei vielen Erkrankungen eine zentrale Rolle.
Das Antikörperprofil liefert dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin ein umfassendes Bild über den Immunstatus eines Patienten und ermöglicht eine differenzierte Diagnostik.
Wann wird ein Antikörperprofil eingesetzt?
Ein Antikörperprofil wird in verschiedenen medizinischen Situationen angeordnet, darunter:
- Verdacht auf Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes (SLE), rheumatoide Arthritis, Sjögren-Syndrom oder Antiphospholipid-Syndrom
- Abklärung von entzündlichen Erkrankungen unklarer Ursache
- Infektionskrankheiten: Nachweis von Antikörpern gegen bestimmte Erreger (z. B. Borrelia burgdorferi bei Lyme-Borreliose, SARS-CoV-2)
- Allergologische Diagnostik: Bestimmung von IgE-Antikörpern gegen Allergene
- Verlaufskontrolle bei bekannten Erkrankungen oder nach Impfungen
- Schwangerschaftsvorsorge: z. B. Nachweis von Anti-D-Antikörpern oder Röteln-Immunität
Wie funktioniert die Untersuchung?
Für ein Antikörperprofil wird dem Patienten eine Blutprobe entnommen. Im Labor werden aus dem Blutserum oder Blutplasma mithilfe spezieller Testverfahren verschiedene Antikörper nachgewiesen und quantifiziert. Häufig eingesetzte Methoden sind:
- ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay): Ein weit verbreitetes Verfahren zum Nachweis und zur Quantifizierung von Antikörpern
- Immunfluoreszenz: Besonders zur Bestimmung antinukleärer Antikörper (ANA) bei Autoimmunerkrankungen genutzt
- Immunoblot (Western Blot): Zur Bestätigung und Differenzierung spezifischer Antikörper
- Chemilumineszenz-Immunoassay (CLIA): Hochsensitives Verfahren, häufig in der modernen Laborautomation eingesetzt
Wichtige Antikörper im Profil
Je nach klinischer Fragestellung werden unterschiedliche Antikörper bestimmt. Typische Bestandteile eines Antikörperprofils sind:
- ANA (antinukleäre Antikörper): Hinweis auf systemische Autoimmunerkrankungen
- Anti-dsDNA: Spezifisch für den systemischen Lupus erythematodes
- Anti-CCP (zyklische citrullinierte Peptide): Marker für rheumatoide Arthritis
- Rheumafaktor (RF): Erhöht bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen
- ANCA (antineutrophile zytoplasmatische Antikörper): Relevant bei Vaskulitiden
- Anti-Phospholipid-Antikörper: Wichtig beim Antiphospholipid-Syndrom
- IgE-Antikörper: Bei allergischen Erkrankungen
- IgG, IgM, IgA: Allgemeine Immunglobulinklassen zur Beurteilung des Immunstatus
Interpretation der Ergebnisse
Die Interpretation eines Antikörperprofils erfordert immer den klinischen Kontext. Ein positiver Antikörpernachweis bedeutet nicht zwangsläufig das Vorliegen einer Erkrankung, da einzelne Antikörper auch bei gesunden Personen in niedrigen Konzentrationen vorkommen können. Entscheidend sind Titer (Konzentration), Spezifität des Antikörpers und die klinische Symptomatik des Patienten.
Erhöhte Antikörperwerte können auf eine aktive Erkrankung, eine vergangene Infektion oder eine Impfreaktion hinweisen. Die Befundinterpretation sollte stets durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Labormedizin, Rheumatologie, Immunologie oder das jeweilige Fachgebiet erfolgen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh): Leitlinien zur Labordiagnostik bei Autoimmunerkrankungen, 2022.
- Shoenfeld Y., Cervera R., Gershwin M.E. (Hrsg.): Diagnostic Criteria in Autoimmune Diseases. Humana Press, 2008.
- World Health Organization (WHO): The Use of Laboratory Methods in the Diagnosis of Autoimmune Diseases. WHO Technical Report, Geneva.
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