Aminosäureprofil – Definition, Bedeutung und Analyse
Das Aminosäureprofil beschreibt die Zusammensetzung und Menge aller Aminosäuren in einem Lebensmittel oder im Blut. Es zeigt, wie vollständig ein Protein den Bedarf des Körpers deckt.
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Das Aminosäureprofil beschreibt die Zusammensetzung und Menge aller Aminosäuren in einem Lebensmittel oder im Blut. Es zeigt, wie vollständig ein Protein den Bedarf des Körpers deckt.
Was ist ein Aminosäureprofil?
Das Aminosäureprofil gibt an, welche Aminosäuren in einem Lebensmittel, einem Nahrungsergänzungsmittel oder im Blut des Menschen in welcher Menge vorhanden sind. Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine (Eiweiße) und erfüllen im Körper zahlreiche lebensnotwendige Funktionen – von der Muskelbildung über Hormonproduktion bis hin zur Immunabwehr.
Insgesamt gibt es 20 proteinogene Aminosäuren, die der Körper für den Aufbau von Proteinen benötigt. Davon sind 9 als essenziell eingestuft, da der menschliche Körper sie nicht selbst herstellen kann und sie daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Weitere Aminosäuren gelten als semi-essenziell oder nicht-essenziell.
Essenzielle, semi-essenzielle und nicht-essenzielle Aminosäuren
Essenzielle Aminosäuren
Diese 9 Aminosäuren muss der Körper über die Nahrung aufnehmen:
Semi-essenzielle Aminosäuren
Aminosäuren wie Arginin und Glutamin kann der Körper unter normalen Bedingungen selbst herstellen. In Situationen wie Krankheit, Stress oder intensivem Sport kann der Bedarf jedoch die körpereigene Produktion übersteigen, weshalb eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung wichtig ist.
Nicht-essenzielle Aminosäuren
Aminosäuren wie Alanin, Glycin oder Serin werden vom Körper in ausreichenden Mengen selbst synthetisiert und müssen unter normalen Umständen nicht gezielt über die Nahrung zugeführt werden.
Biologische Wertigkeit und Vollständigkeit des Aminosäureprofils
Die biologische Wertigkeit eines Proteins beschreibt, wie gut das Aminosäureprofil eines Lebensmittels dem Bedarf des menschlichen Körpers entspricht. Je ähnlicher das Profil dem körpereigenen Muster ist, desto höher ist die biologische Wertigkeit und desto effizienter kann der Körper das Protein nutzen.
Tierische Proteinquellen wie Eier, Fleisch, Fisch und Milchprodukte weisen in der Regel ein vollständiges Aminosäureprofil auf, da sie alle essenziellen Aminosäuren in ausreichenden Mengen enthalten. Viele pflanzliche Quellen hingegen besitzen ein unvollständiges Aminosäureprofil, da eine oder mehrere essenzielle Aminosäuren in zu geringen Mengen vorhanden sind. Diese werden als limitierende Aminosäuren bezeichnet.
Durch die gezielte Kombination verschiedener pflanzlicher Lebensmittel – zum Beispiel Hülsenfrüchte mit Getreide – lässt sich jedoch ein vollständiges Aminosäureprofil erreichen, was für eine ausgewogene vegane oder vegetarische Ernährung besonders relevant ist.
Aminosäureprofil in der Diagnostik
Im medizinischen Bereich kann das Aminosäureprofil im Blut oder Urin eines Patienten gemessen werden. Diese Analyse wird eingesetzt, um:
- Stoffwechselerkrankungen wie Phenylketonurie (PKU) oder andere angeborene Aminosäurestoffwechselstörungen zu diagnostizieren
- Mangelernährungen oder Proteinmangel zu erkennen
- Den Ernährungsstatus bei chronischen Erkrankungen, nach Operationen oder bei Intensivpatienten zu überwachen
- Die Effizienz von Ernährungstherapien oder sportlichen Trainingsprogrammen zu beurteilen
Aminosäureprofil in der Sporternährung
In der Sporternährung spielt das Aminosäureprofil eine zentrale Rolle, da Aminosäuren – insbesondere die verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs) Leucin, Isoleucin und Valin – direkt an der Muskelproteinsynthese beteiligt sind. Proteinpräparate wie Whey-Protein, Sojaprotein oder Erbsenprotein werden häufig anhand ihres Aminosäureprofils verglichen und bewertet.
Ein optimales Aminosäureprofil in der Sporternährung sollte insbesondere einen hohen Anteil an Leucin enthalten, da diese Aminosäure als wichtigster Auslöser der Muskelproteinsynthese gilt.
Aminosäureprofil in Lebensmitteln
Verschiedene Lebensmittel weisen unterschiedliche Aminosäureprofile auf. Nachfolgend ein Überblick über typische Quellen:
- Tierische Quellen: Eier, Hühnerfleisch, Rindfleisch, Fisch (z. B. Lachs, Thunfisch), Milch, Quark, Käse
- Pflanzliche Quellen mit relativ vollständigem Profil: Soja, Quinoa, Amaranth, Hanfsamen, Spirulina
- Pflanzliche Quellen mit eingeschränktem Profil (ergänzungsbedürftig): Weizen, Mais, Reis, Linsen, Kichererbsen
Quellen
- World Health Organization (WHO) / Food and Agriculture Organization (FAO): Protein and Amino Acid Requirements in Human Nutrition. WHO Technical Report Series 935, Genf, 2007.
- Elmadfa I., Leitzmann C.: Ernährung des Menschen. 5. Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2015.
- Stoll B. et al.: Amino acid nutrition and metabolism – PubMed, National Library of Medicine. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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