Astragalus – Wirkung, Anwendung und Dosierung
Astragalus ist eine traditionelle Heilpflanze aus der chinesischen Medizin, die das Immunsystem stärken und die Vitalität fördern soll. Extrakte der Wurzel werden heute weltweit als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
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Astragalus ist eine traditionelle Heilpflanze aus der chinesischen Medizin, die das Immunsystem stärken und die Vitalität fördern soll. Extrakte der Wurzel werden heute weltweit als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
Was ist Astragalus?
Astragalus membranaceus, auch als Tragant oder Huang Qi bekannt, ist eine mehrjährige Hülsenfruchtpflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae), die ursprünglich in Nordchina, der Mongolei und Korea heimisch ist. Die Wurzel der Pflanze wird seit über 2.000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet und gilt dort als eines der wichtigsten Tonika zur Stärkung des sogenannten Qi – der Lebensenergie. In der modernen Naturheilkunde und Nahrungsergänzungsmittelindustrie wird Astragalus vor allem wegen seiner potenziell immunmodulierenden, antioxidativen und adaptogenen Eigenschaften geschätzt.
Wirkstoffe und Wirkmechanismus
Die pharmakologischen Wirkungen von Astragalus werden auf verschiedene bioaktive Verbindungen zurückgeführt:
- Polysaccharide (z. B. Astragalane): Diese komplexen Zuckermoleküle gelten als Hauptträger der immunstimulierenden Wirkung. Sie aktivieren Makrophagen, natürliche Killerzellen und fördern die Produktion von Zytokinen.
- Saponine (z. B. Astragaloside, insbesondere Astragalosid IV): Astragalosid IV ist ein Vorläufer von Cycloastragenol, einer Verbindung, die die Aktivität der Telomerase stimulieren soll – eines Enzyms, das für den Erhalt der Chromosomenenden (Telomere) verantwortlich ist und damit im Zusammenhang mit zellulärer Alterung diskutiert wird.
- Flavonoide: Diese sekundären Pflanzenstoffe besitzen antioxidative Eigenschaften und können oxidativen Stress in Zellen reduzieren.
Traditionelle Anwendung
In der TCM wird Astragalus (Huang Qi) seit Jahrhunderten eingesetzt, um die Abwehrkräfte zu stärken, Erschöpfung zu lindern, die Verdauung zu regulieren und die Wundheilung zu unterstützen. Er wird häufig in Kombination mit anderen Heilpflanzen wie Ginseng oder Ligustrum in Kräuterformeln verwendet.
Medizinische und wissenschaftliche Anwendungsgebiete
Immunmodulation
Mehrere präklinische und klinische Studien deuten darauf hin, dass Astragalus-Extrakte die Immunantwort positiv beeinflussen können. So wurde beispielsweise eine Zunahme der T-Lymphozyten-Aktivität sowie eine gesteigerte Interferonproduktion beobachtet. Diese Effekte werden vor allem bei der unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten und zur allgemeinen Immunstärkung untersucht.
Antioxidative Wirkung
Die in Astragalus enthaltenen Flavonoide und Saponine neutralisieren freie Radikale und können so Zellen vor oxidativem Schaden schützen. Oxidativer Stress wird mit einer Reihe chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Prozessen in Verbindung gebracht.
Herzkreislaufsystem
Einige Studien legen nahe, dass Astragalus blutdrucksenkende und herzschützende Eigenschaften besitzen könnte. Dies wird unter anderem auf die gefäßerweiternde Wirkung bestimmter Saponine zurückgeführt. Die Evidenz ist jedoch noch begrenzt und erfordert weitere klinische Forschung.
Anti-Aging und Telomerschutz
Astragalosid IV und sein Derivat Cycloastragenol rücken zunehmend in den Fokus der Anti-Aging-Forschung, da sie die Telomerase aktivieren und damit möglicherweise die Verkürzung von Telomeren verlangsamen können. Kurze Telomere gelten als Marker für zelluläre Alterung. Obwohl diese Forschungsrichtung vielversprechend ist, fehlen bislang ausreichend große klinische Studien, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Unterstützende Krebstherapie
In der integrativen Onkologie wird Astragalus traditionell begleitend zu Chemotherapien eingesetzt, um Nebenwirkungen zu mildern und das Immunsystem zu unterstützen. Erste klinische Untersuchungen, insbesondere aus China, zeigen mögliche positive Effekte bei Patienten mit bestimmten Krebsarten. Diese Anwendung sollte jedoch immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Empfohlene Dosierung
Eine allgemein anerkannte, standardisierte Dosierungsempfehlung für Astragalus existiert bislang nicht. In klinischen Studien wurden häufig folgende Dosierungen verwendet:
- Trockenextrakt (standardisiert auf Polysaccharide oder Astragaloside): 250–500 mg pro Tag
- Wurzelpulver: 9–30 g pro Tag (entspricht der TCM-Dosierung bei Kochzubereitungen)
- Flüssigextrakt oder Tinktur: je nach Konzentration und Herstellerangabe
Nahrungsergänzungsmittel sollten stets nach Herstellerangaben und idealerweise nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Astragalus gilt bei kurzfristiger Einnahme in üblichen Dosierungen als gut verträglich. Gelegentlich können leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall auftreten. Folgende Personengruppen sollten Astragalus nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen:
- Personen, die Immunsuppressiva einnehmen (z. B. nach Organtransplantation), da Astragalus die Immunaktivität steigern kann
- Personen mit Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis), da eine Immunstimulation die Krankheitsaktivität verschlechtern kann
- Schwangere und stillende Frauen, da keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen
- Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, da Wechselwirkungen möglich sind
Quellen
- Auyeung KK, Han QB, Ko JK. Astragalus membranaceus: A Review of its Protection Against Inflammation and Gastrointestinal Cancers. American Journal of Chinese Medicine, 2016; 44(1): 1–22.
- Liu P, Zhao H, Luo Y. Anti-Aging Implications of Astragalus membranaceus (Huangqi): A Well-Known Chinese Tonic. Aging and Disease, 2017; 8(6): 868–886.
- World Health Organization (WHO). WHO Monographs on Selected Medicinal Plants – Volume 1. Geneva: WHO Press, 1999.
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