Adipokinregulation – Fettgewebe & Stoffwechsel
Adipokinregulation bezeichnet die Steuerung von Botenstoffen des Fettgewebes, die Stoffwechsel, Entzündungen und Appetit beeinflussen.
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Adipokinregulation bezeichnet die Steuerung von Botenstoffen des Fettgewebes, die Stoffwechsel, Entzündungen und Appetit beeinflussen.
Was ist Adipokinregulation?
Die Adipokinregulation beschreibt die Gesamtheit der biologischen Mechanismen, die die Produktion, Freisetzung und Wirkung von Adipokinen steuern. Adipokine sind Signalmoleküle (Zytokine), die vorwiegend vom Fettgewebe (Adipozyten) ausgeschüttet werden und zahlreiche Körperfunktionen beeinflussen – darunter den Energiestoffwechsel, die Insulinsensitivität, Entzündungsprozesse, den Appetit und die kardiovaskuläre Gesundheit.
Das Fettgewebe gilt heute nicht mehr nur als passiver Energiespeicher, sondern als aktives endokrines Organ, das durch die Regulation seiner Botenstoffe entscheidend an der Aufrechterhaltung der metabolischen Homöostase beteiligt ist.
Wichtige Adipokine und ihre Funktionen
Leptin
Leptin ist eines der bekanntesten Adipokine. Es wird proportional zur Fettmasse ausgeschüttet und signalisiert dem Gehirn (insbesondere dem Hypothalamus) den Sättigungszustand. Bei Übergewicht kann eine Leptinresistenz entstehen, bei der das Signal trotz hoher Leptinspiegel nicht mehr wirksam übertragen wird.
Adiponektin
Adiponektin hat entzündungshemmende und insulinsensibilisierende Eigenschaften. Bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes sind die Adiponektinspiegel häufig erniedrigt, was mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert ist.
Resistin
Resistin fördert Insulinresistenz und Entzündungsprozesse. Erhöhte Resistinspiegel werden mit dem metabolischen Syndrom und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht.
Visfatin
Visfatin (auch bekannt als NAMPT oder PBEF) wird hauptsächlich vom viszeralen Fettgewebe produziert und besitzt insulinmimetische Eigenschaften. Es ist bei Übergewicht und entzündlichen Erkrankungen erhöht.
Chemerin
Chemerin reguliert die Differenzierung von Fettzellen (Adipogenese) und ist an der Steuerung von Immunzellen beteiligt. Erhöhte Chemerin-Spiegel korrelieren mit Adipositas und dem metabolischen Syndrom.
Einflussfaktoren auf die Adipokinregulation
Die Regulation der Adipokine wird durch eine Vielzahl innerer und äußerer Faktoren beeinflusst:
- Körperfettmasse und -verteilung: Viszerales (bauchbetontes) Fettgewebe ist metabolisch aktiver und produziert mehr proinflammatorische Adipokine als subkutanes Fettgewebe.
- Ernährung: Eine kalorienreiche, zuckerreiche Ernährung fördert die Ausschüttung entzündungsfördernder Adipokine und hemmt Adiponektin.
- Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung erhöht die Adiponektinkonzentration und verbessert die Leptinsensitivität.
- Schlaf: Schlafmangel beeinflusst die Leptinausschüttung negativ und erhöht Ghrelin, was zu gesteigertem Appetit führen kann.
- Hormonstatus: Sexualhormone wie Östrogen und Testosteron modulieren die Adipokinproduktion.
- Chronische Entzündungen: Entzündliche Zytokine (z. B. TNF-alpha, IL-6) beeinflussen die Adipokinsekretion und fördern ein dysfunktionales Adipokinprofil.
Klinische Bedeutung
Eine gestörte Adipokinregulation – auch als Adipokindysregulation bezeichnet – spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten zahlreicher Erkrankungen:
- Typ-2-Diabetes mellitus
- Metabolisches Syndrom
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose)
- Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)
- Chronische Nierenerkrankungen
- Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
- Bestimmte Krebserkrankungen (z. B. kolorektales Karzinom, Brustkrebs)
Therapieansätze zur Verbesserung der Adipokinregulation
Da eine gestörte Adipokinregulation eng mit dem Lebensstil verknüpft ist, stehen nicht-pharmakologische Maßnahmen im Vordergrund:
- Gewichtsreduktion: Bereits eine moderate Gewichtsabnahme von 5–10 % des Körpergewichts verbessert das Adipokinprofil signifikant.
- Ernährungsumstellung: Eine mediterrane Ernährung oder eine entzündungshemmende Kost fördert günstige Adipokinspiegel.
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Ausdauer- und Krafttraining regulieren Adipokine positiv.
- Pharmakologische Ansätze: Bestimmte Medikamente wie Metformin, PPAR-gamma-Agonisten (Thiazolidindione) und neuere Wirkstoffe wie GLP-1-Rezeptoragonisten beeinflussen die Adipokinsekretion günstig.
Quellen
- Stern, J. H., Rutkowski, J. M., Scherer, P. E. (2016). Adiponectin, Leptin, and Fatty Acids in the Maintenance of Metabolic Homeostasis through Adipose Tissue Crosstalk. Cell Metabolism, 23(5), 770–784. https://doi.org/10.1016/j.cmet.2016.04.011
- Fasshauer, M., Bluher, M. (2015). Adipokines in health and disease. Trends in Pharmacological Sciences, 36(7), 461–470. https://doi.org/10.1016/j.tips.2015.04.014
- World Health Organization (WHO). Obesity and overweight – Key facts. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight
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