Augeninnenhöhle (Orbita) – Anatomie und Erkrankungen
Die Augeninnenhöhle (Orbita) ist die knöcherne Höhle im Schädel, die den Augapfel und umliegende Strukturen schützt. Sie ist ein zentraler Bereich der Augenheilkunde.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Augeninnenhöhle"
Die Augeninnenhöhle (Orbita) ist die knöcherne Höhle im Schädel, die den Augapfel und umliegende Strukturen schützt. Sie ist ein zentraler Bereich der Augenheilkunde.
Was ist die Augeninnenhöhle?
Die Augeninnenhöhle, medizinisch als Orbita bezeichnet, ist eine kegelförmige knöcherne Höhle im menschlichen Schädel. Sie beherbergt und schützt den Augapfel (Bulbus oculi) sowie zahlreiche umliegende Strukturen wie Muskeln, Nerven, Blutgefäße und Fettgewebe. Die Orbita ist von insgesamt sieben Schädelknochen begrenzt und bildet die anatomische Grundlage für das menschliche Sehvermögen.
Anatomie der Augeninnenhöhle
Die Augeninnenhöhle hat die Form eines nach hinten verjüngten Kegels und weist bei Erwachsenen ein Volumen von etwa 30 Millilitern auf. Sie wird von folgenden Knochen gebildet:
- Os frontale (Stirnbein) – bildet das Dach der Orbita
- Os zygomaticum (Jochbein) – bildet den äußeren unteren Rand
- Os maxillare (Oberkieferknochen) – bildet den Boden
- Os lacrimale (Tränenbein) – befindet sich an der medialen Wand
- Os ethmoidale (Siebbein) – bildet die mediale Wand
- Os sphenoidale (Keilbein) – bildet den hinteren Teil
- Os palatinum (Gaumenbein) – befindet sich im hinteren Bodenbereich
Inhalt der Orbita
Innerhalb der Augeninnenhöhle befinden sich neben dem Augapfel folgende wichtige Strukturen:
- Augenmuskeln: Sechs äußere Augenmuskeln steuern die Bewegungen des Augapfels
- Sehnerv (Nervus opticus): Überträgt visuelle Informationen zum Gehirn
- Blutgefäße: Versorgen den Augapfel und umliegendes Gewebe mit Nährstoffen
- Tränendrüse (Glandula lacrimalis): Produziert die Tränenflüssigkeit
- Orbitales Fettgewebe: Polstert und schützt den Augapfel
Klinische Bedeutung
Die Augeninnenhöhle ist aus medizinischer Sicht von großer Bedeutung, da sie an verschiedenen Krankheitsbildern und Verletzungen beteiligt sein kann. Erkrankungen der Orbita können die Sehfunktion und das äußere Erscheinungsbild erheblich beeinflussen.
Häufige Erkrankungen der Augeninnenhöhle
- Orbitaphlegmone: Eine bakterielle Infektion des orbitalen Gewebes, häufig als Komplikation einer Nasennebenhöhlenentzündung
- Endokrine Orbitopathie: Eine Autoimmunerkrankung, die häufig im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenerkrankung (z. B. Morbus Basedow) auftritt und zu einer Vorwölbung der Augen führt
- Orbitatumoren: Gut- oder bösartige Neubildungen in der Orbita, die den Augapfel verdrängen können
- Orbitafraktur: Knochenbrüche der Orbita, häufig durch stumpfe Traumata, z. B. beim sogenannten Blow-out-Fraktur des Bodens
- Hämangiome der Orbita: Gutartige Gefäßtumoren, die besonders im Kindesalter vorkommen
Symptome bei Erkrankungen der Orbita
Erkrankungen der Augeninnenhöhle können sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen:
- Exophthalmus: Vorwölbung des Augapfels aus der Orbita (auch als Protrusio bulbi bezeichnet)
- Enophthalmus: Einsinken des Augapfels in die Augenhöhle
- Doppelbilder (Diplopie): Beeinträchtigung der Augenmuskeln
- Sehverlust: Durch Druck auf den Sehnerv
- Schwellung und Rötung der Augenlider und des umliegenden Gewebes
- Schmerzen hinter dem Auge oder bei Augenbewegungen
Diagnose
Zur Untersuchung der Augeninnenhöhle stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Klinische Untersuchung: Inspektion und Palpation durch den Augenarzt
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung der knöchernen Strukturen und Weichteilveränderungen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Besonders geeignet zur Beurteilung von Weichteilveränderungen und Tumoren
- Ultraschall (B-Scan-Sonographie): Nicht-invasive Darstellung von Strukturen innerhalb der Orbita
- Exophthalmometrie: Messung des Ausmaßes der Vorwölbung des Augapfels
Behandlung
Die Behandlung von Erkrankungen der Augeninnenhöhle richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Antibiotikabehandlung: Bei infektiösen Ursachen wie der Orbitaphlegmone
- Immunsuppressive Therapie: Bei der endokrinen Orbitopathie, z. B. mit Kortikosteroiden oder Selen
- Operative Eingriffe: Zur Rekonstruktion von Frakturen, Entfernung von Tumoren oder Orbitadekompression bei schwerem Exophthalmus
- Strahlentherapie: Ergänzend bei bestimmten Tumorerkrankungen oder der endokrinen Orbitopathie
Quellen
- Kaufman, P. L., Alm, A. (Hrsg.): Adler's Physiology of the Eye. 11. Auflage. Elsevier Saunders, 2011.
- Hahn, J. M.: Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag, 2013.
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Orbitaerkrankungen. Verfügbar unter: https://www.dog.org
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieAntiparasitisch
Detoxprotein
Hyaluronidase
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Augeninnenhöhle + Augenhoehle + Orbita