Antifibrotisch – Bedeutung, Wirkstoffe & Therapie
Antifibrotisch bezeichnet Substanzen oder Therapien, die der krankhaften Bindegewebsvermehrung (Fibrose) entgegenwirken. Sie werden bei Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Lungenfibrose eingesetzt.
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Antifibrotisch bezeichnet Substanzen oder Therapien, die der krankhaften Bindegewebsvermehrung (Fibrose) entgegenwirken. Sie werden bei Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Lungenfibrose eingesetzt.
Was bedeutet antifibrotisch?
Antifibrotisch ist ein medizinischer Begriff, der sich auf Wirkstoffe, Therapien oder Mechanismen bezieht, die die übermäßige Bildung von Bindegewebe – also eine sogenannte Fibrose – hemmen oder rückgängig machen. Fibrose entsteht, wenn im Körper zu viel Kollagen und anderes Narbengewebe eingelagert wird, was die normale Gewebefunktion beeinträchtigen kann.
Was ist Fibrose?
Fibrose ist eine pathologische (krankhafte) Vermehrung von Bindegewebe als Reaktion auf anhaltende Entzündungen, Verletzungen oder toxische Schäden. Sie kann nahezu jedes Organ betreffen, besonders häufig sind jedoch betroffen:
- Leber (Leberfibrose, Leberzirrhose)
- Lunge (idiopathische Lungenfibrose, IPF)
- Niere (renale Fibrose)
- Herz (kardiale Fibrose)
- Haut (z. B. bei Sklerodermie)
Unbehandelt kann Fibrose zur vollständigen Funktionseinschränkung des betroffenen Organs führen.
Wirkmechanismus antifibrotischer Therapien
Antifibrotische Substanzen greifen an verschiedenen Stellen des Fibrosegeschehens ein. Im Mittelpunkt steht dabei häufig die Hemmung von Signalmolekülen, die die Bildung von Narbengewebe fördern.
Wichtige Angriffspunkte
- TGF-β (Transforming Growth Factor Beta): Eines der wichtigsten profibrotischen Zytokine, dessen Hemmung die Kollagenproduktion reduziert.
- Aktivierte Sternzellen und Myofibroblasten: Diese Zellen sind hauptverantwortlich für die Kollageneinlagerung; antifibrotische Substanzen können ihre Aktivierung blockieren.
- Entzündungshemmung: Da chronische Entzündung ein zentraler Treiber der Fibrose ist, wirken viele antifibrotische Mittel auch entzündungshemmend.
- Matrix-Metalloproteinasen (MMPs): Enzyme, die den Abbau von überschüssigem Bindegewebe fördern können.
Antifibrotische Wirkstoffe und Medikamente
Es gibt bereits zugelassene Medikamente mit antifibrotischer Wirkung sowie viele Substanzen in der klinischen Forschung:
Zugelassene Wirkstoffe
- Pirfenidon: Zugelassen zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF); hemmt TGF-β und andere Wachstumsfaktoren.
- Nintedanib: Ein Tyrosinkinase-Inhibitor, ebenfalls bei IPF und systemischer Sklerodermie eingesetzt; hemmt Wachstumsfaktor-Rezeptoren, die die Fibrose antreiben.
Substanzen in der Forschung
- Galectin-3-Inhibitoren
- LOXL2-Inhibitoren (Lysyl-Oxidase-Inhibitoren)
- RAAS-Hemmer (z. B. ACE-Hemmer, ARBs) bei renaler und kardialer Fibrose
- Naturstoffe wie Curcumin oder Resveratrol, die in Studien antifibrotische Effekte zeigen
Klinische Anwendung
Antifibrotische Therapien werden eingesetzt, um den Krankheitsverlauf bei chronischen Organerkrankungen zu verlangsamen oder zu stoppen. Ziel ist es nicht immer, eine bestehende Fibrose vollständig rückgängig zu machen – was oft nur begrenzt möglich ist – sondern die Progression zu hemmen und die Organfunktion so lange wie möglich zu erhalten.
Die Anwendung erfolgt stets unter ärztlicher Aufsicht, da antifibrotische Medikamente Nebenwirkungen haben können, wie etwa:
- Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden (insbesondere bei Pirfenidon)
- Leberwerterhöhungen
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
Bedeutung in der modernen Medizin
Die antifibrotische Forschung ist eines der am schnellsten wachsenden Felder der Medizin. Da Fibrose eine Endstrecke vieler chronischer Erkrankungen darstellt – von Diabetes bis hin zu Virushepatitis – hat die Entwicklung wirksamer antifibrotischer Strategien enormes therapeutisches Potenzial für Millionen von Patientinnen und Patienten weltweit.
Quellen
- Wynn, T. A. & Ramalingam, T. R. (2012): Mechanisms of fibrosis: therapeutic translation for fibrotic disease. In: Nature Medicine, 18(7), 1028–1040. https://doi.org/10.1038/nm.2807
- Richeldi, L. et al. (2014): Efficacy and Safety of Nintedanib in Idiopathic Pulmonary Fibrosis. In: New England Journal of Medicine, 370(22), 2071–2082.
- European Medicines Agency (EMA): Produktinformationen zu Esbriet (Pirfenidon) und Ofev (Nintedanib). https://www.ema.europa.eu
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