Axillarraum – Anatomie und klinische Bedeutung
Der Axillarraum, auch Achselhöhle genannt, ist eine anatomische Region unter dem Schultergelenk. Er enthält wichtige Blutgefäße, Nerven und Lymphknoten.
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Der Axillarraum, auch Achselhöhle genannt, ist eine anatomische Region unter dem Schultergelenk. Er enthält wichtige Blutgefäße, Nerven und Lymphknoten.
Was ist der Axillarraum?
Der Axillarraum (lateinisch: Axilla), umgangssprachlich auch als Achselhöhle bezeichnet, ist eine pyramidenförmige anatomische Region, die sich unterhalb des Schultergelenks zwischen dem Oberarm und dem seitlichen Brustkorb befindet. Er stellt einen bedeutenden Durchgangsweg für Nerven, Blutgefäße und Lymphbahnen dar, die vom Rumpf in den Arm und zurück verlaufen.
Anatomischer Aufbau
Der Axillarraum wird von mehreren Strukturen begrenzt:
- Vorderwand: Gebildet durch den großen und kleinen Brustmuskel (Musculus pectoralis major und minor).
- Hinterwand: Gebildet durch den Schulterblattmuskel (Musculus subscapularis), den breiten Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) und den großen Rundmuskel (Musculus teres major).
- Medialwand: Gebildet durch den vorderen Sägezahnmuskel (Musculus serratus anterior) und die Rippen.
- Lateralwand: Gebildet durch die mediale Seite des Humerus (Oberarmknochen) sowie dem Musculus coracobrachialis und dem kurzen Kopf des Musculus biceps brachii.
- Apex (Spitze): Öffnung zur Halsregion hin, durch die Gefäße und Nerven eintreten.
- Basis: Die Achselhaut (Axillarfaszie).
Inhalt des Axillarraums
Der Axillarraum enthält zahlreiche funktionell wichtige Strukturen:
Gefäße
- Arteria axillaris: Die Achselarterie ist die Hauptblutversorgung des Arms. Sie ist die direkte Fortsetzung der Arteria subclavia und geht in die Arteria brachialis über.
- Vena axillaris: Die Achselvene begleitet die Arterie und leitet das venöse Blut aus dem Arm ab.
Nerven
Der sogenannte Plexus brachialis (Armnervengeflecht) verläuft durch den Axillarraum. Aus ihm gehen die wichtigsten Nerven des Arms hervor, darunter:
- Nervus medianus (Mittelnerv)
- Nervus ulnaris (Ellennerv)
- Nervus radialis (Speichennerv)
- Nervus musculocutaneus
- Nervus axillaris
Lymphknoten
Im Axillarraum befinden sich zahlreiche Lymphknoten, die in fünf Gruppen eingeteilt werden: pektoral (vordere Gruppe), subscapulär (hintere Gruppe), lateral (seitliche Gruppe), zentral und apikal. Diese Lymphknoten spielen eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr und beim Abtransport von Gewebsflüssigkeit aus Arm und Brust.
Klinische Bedeutung
Der Axillarraum hat eine große klinische Relevanz, insbesondere in folgenden Bereichen:
Brustkrebs und Lymphknotenmetastasen
Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die Untersuchung der axillären Lymphknoten von entscheidender Bedeutung. Krebszellen können über die Lymphbahnen in die Achsellymphknoten gelangen und dort Metastasen bilden. Die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie und die Axilladissektion sind operative Eingriffe zur Beurteilung und Entfernung betroffener Lymphknoten.
Axillarblock (Regionalanästhesie)
Der Axillarblock ist eine gängige Methode der Regionalanästhesie, bei der der Plexus brachialis im Bereich des Axillarraums betäubt wird, um Eingriffe an Unterarm und Hand schmerzfrei durchführen zu können.
Axillare Lymphadenopathie
Eine Schwellung der Achsellymphknoten (axillare Lymphadenopathie) kann auf lokale Infektionen, Entzündungen oder systemische Erkrankungen wie Lymphome oder Metastasen hinweisen. Eine ärztliche Abklärung ist bei anhaltender oder schmerzloser Schwellung dringend empfohlen.
Nervenschäden im Axillarraum
Verletzungen oder Kompressionen im Axillarraum können zu Nervenschäden führen. So kann zum Beispiel eine falsch verwendete Achselkrücke den Nervus radialis schädigen und zu einer sogenannten Radialisparese (Fallhand) führen.
Gefäßzugänge und chirurgische Eingriffe
Die Arteria und Vena axillaris sind wichtige Strukturen für vaskuläre Eingriffe und die Anlage zentraler Venenkatheter. Kenntnisse der genauen Anatomie des Axillarraums sind daher für Chirurgen und Anästhesisten unerlässlich.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. - Prometheus: Lernatlas der Anatomie, Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. 5. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart, 2018.
- Drake R. L., Vogl A. W., Mitchell A. W. M. - Gray's Anatomy for Students. 4th edition, Elsevier, 2019.
- Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Version 4.4, 2021. AWMF-Registernummer: 032-045OL.
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