Antibiotikadosierung – Dosierung richtig verstehen
Die Antibiotikadosierung legt fest, wie viel eines Antibiotikums in welchen Abständen eingenommen wird. Eine korrekte Dosierung ist entscheidend für den Therapieerfolg und zur Vermeidung von Resistenzen.
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Die Antibiotikadosierung legt fest, wie viel eines Antibiotikums in welchen Abständen eingenommen wird. Eine korrekte Dosierung ist entscheidend für den Therapieerfolg und zur Vermeidung von Resistenzen.
Was ist die Antibiotikadosierung?
Die Antibiotikadosierung beschreibt die genaue Menge eines Antibiotikums sowie die Häufigkeit und Dauer seiner Einnahme. Sie ist ein zentraler Bestandteil jeder antibiotischen Therapie und wird individuell auf den Patienten, die Art der Infektion und den verursachenden Erreger abgestimmt. Eine falsche Dosierung kann dazu führen, dass die Therapie unwirksam bleibt oder sich Antibiotikaresistenzen entwickeln.
Einflussfaktoren auf die Dosierung
Die Wahl der richtigen Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Art des Antibiotikums: Verschiedene Wirkstoffklassen (z. B. Penicilline, Cephalosporine, Makrolide, Fluorchinolone) haben unterschiedliche pharmakologische Profile.
- Art und Schwere der Infektion: Leichte ambulante Infektionen erfordern andere Dosierungen als schwere Krankenhausinfektionen.
- Erregerempfindlichkeit: Der Erreger wird idealerweise durch einen Antibiogramm-Test auf seine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antibiotika geprüft.
- Körpergewicht und Alter: Besonders bei Kindern und älteren Patienten wird die Dosis oft gewichtsadaptiert berechnet (z. B. mg/kg Körpergewicht).
- Nieren- und Leberfunktion: Beeinträchtigte Organfunktionen können den Abbau und die Ausscheidung von Antibiotika verlangsamen und erfordern eine Dosisanpassung.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Bestimmte Antibiotika sind kontraindiziert; die Dosierung muss auf Sicherheit geprüft werden.
Dosierungsstrategien
Je nach pharmakodynamischen Eigenschaften eines Antibiotikums werden unterschiedliche Dosierungsstrategien angewendet:
Zeitabhängige Antibiotika
Bei Wirkstoffen wie Penicillinen und Cephalosporinen ist entscheidend, wie lange der Wirkspiegel im Blut oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers bleibt. Daher werden diese Antibiotika meist mehrmals täglich eingenommen, um einen kontinuierlichen Wirkspiegel zu gewährleisten.
Konzentrationsabhängige Antibiotika
Wirkstoffe wie Aminoglykoside und Fluorchinolone entfalten ihre maximale Wirkung, wenn eine hohe Spitzenkonzentration erreicht wird. Hier ist die Höhe der Einzeldosis besonders wichtig, weshalb diese Antibiotika oft einmal täglich in einer höheren Dosis verabreicht werden.
AUC-abhängige Antibiotika
Bei manchen Antibiotika, z. B. Vancomycin, ist die Gesamtexposition über die Zeit (AUC, Area Under the Curve) entscheidend für die Wirksamkeit und Sicherheit. Hier wird die Dosierung oft durch Spiegelbestimmungen im Blut überwacht.
Darreichungsformen und Einnahmehinweise
Antibiotika stehen in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung:
- Tabletten und Kapseln für die orale Einnahme
- Saft oder Suspension für Kinder oder Personen mit Schluckbeschwerden
- Intravenöse Infusion bei schweren Infektionen oder wenn eine orale Einnahme nicht möglich ist
- Intramuskuläre Injektion in bestimmten klinischen Situationen
Wichtig ist, dass Antibiotika stets zur vorgeschriebenen Zeit und über die gesamte verordnete Dauer eingenommen werden, auch wenn die Symptome sich bereits gebessert haben. Ein vorzeitiges Absetzen kann dazu führen, dass nicht alle Bakterien abgetötet werden und Resistenzen entstehen.
Antibiotikaresistenz und verantwortungsvoller Einsatz
Die Antibiotikaresistenz ist eine der größten globalen Gesundheitsbedrohungen. Sie entsteht unter anderem durch Unterdosierung, unvollständige Therapien oder den unnötigen Einsatz von Antibiotika bei viralen Infektionen, gegen die Antibiotika nicht wirksam sind. Ärzte und Patienten tragen gemeinsam die Verantwortung für einen rationalen Antibiotikaeinsatz gemäß den Prinzipien des Antibiotic Stewardship.
Häufige Fehler bei der Dosierung
- Eigenmächtige Dosisreduktion aufgrund von Nebenwirkungen ohne Rücksprache mit dem Arzt
- Vergessene Einnahmen, die zu Lücken im Wirkspiegel führen
- Verwendung von Restmengen aus früheren Therapien ohne ärztliche Verschreibung
- Einnahme von Antibiotika, die für eine andere Person verschrieben wurden
Quellen
- World Health Organization (WHO): Antimicrobial resistance - Global action plan. WHO, Genf, 2015. Verfügbar unter: https://www.who.int/antimicrobial-resistance/global-action-plan/en/
- Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V. (PEG): S2k-Leitlinie Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen. AWMF, 2019.
- Mutschler E, Geisslinger G, Kroemer HK, Ruth P, Schäfer-Korting M: Mutschler Arzneimittelwirkungen - Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2019.
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