Allergenextrakt – Definition, Anwendung & Therapie
Ein Allergenextrakt ist ein medizinisch aufbereitetes Präparat aus allergenreichen Substanzen, das zur Diagnostik und Behandlung von Allergien eingesetzt wird.
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Ein Allergenextrakt ist ein medizinisch aufbereitetes Präparat aus allergenreichen Substanzen, das zur Diagnostik und Behandlung von Allergien eingesetzt wird.
Was ist ein Allergenextrakt?
Ein Allergenextrakt ist ein standardisiertes medizinisches Präparat, das aus natürlichen allergenreichen Quellen wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren, Schimmelpilzen oder Nahrungsmitteln gewonnen wird. Diese Extrakte enthalten die für das Immunsystem relevanten Eiweißstoffe (Proteine), die bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen können. Sie werden sowohl in der Allergiediagnostik als auch in der spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) eingesetzt.
Herstellung und Standardisierung
Allergenextrakte werden aus biologischen Rohmaterialien durch spezielle Extraktionsverfahren hergestellt. Die gewonnenen Extrakte werden anschließend gereinigt, konzentriert und auf ihren Gehalt an relevanten Allergenmolekülen geprüft. Eine wichtige Voraussetzung für den therapeutischen Einsatz ist die Standardisierung der Extrakte, das heißt die genaue Festlegung der enthaltenen Allergenmenge, um eine gleichbleibende Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten. In der Europäischen Union unterliegen Allergenextrakte strengen regulatorischen Anforderungen und werden als Arzneimittel zugelassen.
Anwendungsgebiete
Diagnostik
In der Allergiediagnostik werden Allergenextrakte für verschiedene Hauttests verwendet, vor allem für den Pricktest und den Intrakutantest. Dabei wird eine kleine Menge des Extrakts auf oder in die Haut eingebracht. Reagiert das Immunsystem des Patienten auf das Allergen, bildet sich innerhalb weniger Minuten eine sichtbare Hautreaktion (Quaddel), was auf eine Sensibilisierung hinweist. Darüber hinaus werden Allergenextrakte auch für In-vitro-Tests (Blutuntersuchungen) eingesetzt, bei denen allergenspezifische Antikörper der Klasse IgE gemessen werden.
Therapie: Spezifische Immuntherapie
Der therapeutische Einsatz von Allergenextrakten erfolgt im Rahmen der spezifischen Immuntherapie (SIT), auch als Hyposensibilisierung oder Allergen-Immuntherapie (AIT) bezeichnet. Dabei wird das Immunsystem durch eine schrittweise Steigerung der verabreichten Allergendosis an das auslösende Allergen gewöhnt, sodass die allergische Reaktion langfristig abgeschwächt oder vollständig unterdrückt wird. Es gibt zwei Hauptformen der Verabreichung:
- Subkutane Immuntherapie (SCIT): Der Allergenextrakt wird in regelmäßigen Abständen unter die Haut injiziert (Spritze). Diese Form ist besonders weit verbreitet.
- Sublinguale Immuntherapie (SLIT): Der Allergenextrakt wird als Tropfen oder Tablette unter die Zunge gegeben. Diese Form eignet sich vor allem für Pollenallergien und kann teilweise zu Hause angewendet werden.
Wirkmechanismus
Allergenextrakte wirken, indem sie das Immunsystem gezielt umtrainieren. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlose Substanzen. Durch die wiederholte, kontrollierte Zufuhr des Allergens kommt es zu einer Verschiebung der Immunantwort: Die Produktion allergiefördernder Antikörper (IgE) wird reduziert, während regulatorische T-Zellen aktiviert werden, die die überschießende Reaktion dämpfen. Langfristig entsteht so eine immunologische Toleranz gegenüber dem Allergen.
Häufig verwendete Allergenquellen
- Pollen (z. B. Gräser, Birke, Beifuß)
- Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae)
- Tierepithelien (z. B. Katze, Hund, Pferd)
- Schimmelpilze (z. B. Alternaria, Cladosporium)
- Insektengift (z. B. Bienen- und Wespengift)
- Nahrungsmittelallergene (z. B. Erdnuss, Milch, Ei)
Nebenwirkungen und Sicherheit
Allergenextrakte sind im Allgemeinen gut verträglich, wenn sie von geschultem medizinischem Fachpersonal verabreicht werden. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Lokale Reaktionen: Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der Einstichstelle
- Systemische Reaktionen: In seltenen Fällen können allergische Allgemeinreaktionen bis hin zu einer Anaphylaxie (schwere allergische Reaktion) auftreten
Aus diesem Grund erfolgt die Verabreichung bei der SCIT stets in einer Arztpraxis oder Klinik, wo der Patient nach der Injektion mindestens 30 Minuten zur Überwachung verbleibt. Notfallmedikamente müssen stets verfügbar sein.
Quellen
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Informationen zur Zulassung von Allergenextrakten. www.bfarm.de
- Pfaar O. et al. - Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. Allergo Journal International, 2014.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Allergen standardization and skin tests. WHO Position Paper, Allergy, 1993.
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