Ageing-Biomarker – Biologisches Alter verstehen
Ageing-Biomarker sind messbare biologische Kenngrößen, die den Alterungsprozess des Körpers widerspiegeln und helfen, das biologische Alter eines Menschen zu bestimmen.
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Ageing-Biomarker sind messbare biologische Kenngrößen, die den Alterungsprozess des Körpers widerspiegeln und helfen, das biologische Alter eines Menschen zu bestimmen.
Was sind Ageing-Biomarker?
Ageing-Biomarker (auch Altersbiomarker oder Aging-Biomarker) sind messbare biologische Parameter, die Veränderungen im Körper anzeigen, die mit dem Alterungsprozess verbunden sind. Sie ermöglichen es, das sogenannte biologische Alter einer Person zu bestimmen – also das tatsächliche Alter des Körpers auf Zellebene – und dieses vom chronologischen Alter (dem Lebensalter in Jahren) zu unterscheiden. Ein Mensch kann chronologisch 50 Jahre alt sein, biologisch aber deutlich jünger oder älter wirken, je nach Lebensstil, Genetik und Umweltfaktoren.
Arten von Ageing-Biomarkern
Epigenetische Uhren
Zu den bekanntesten Ageing-Biomarkern gehören sogenannte epigenetische Uhren, zum Beispiel die Horvath-Uhr. Sie messen Methylierungsmuster der DNA – chemische Veränderungen, die das Ablesen von Genen regulieren – und ermöglichen eine präzise Schätzung des biologischen Alters. Neuere Generationen epigenetischer Uhren wie GrimAge oder PhenoAge korrelieren stark mit altersbedingten Erkrankungen und der Lebenserwartung.
Telomerlänge
Telomere sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen. Mit jeder Zellteilung werden sie kürzer. Eine verkürzte Telomerlänge gilt als etablierter Marker für zelluläres Altern und ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und anderen altersbedingten Erkrankungen assoziiert.
Inflammaging-Marker
Der Begriff Inflammaging beschreibt eine chronische, niedriggradige Entzündung, die typischerweise im Alter auftritt. Entzündungsmarker wie Interleukin-6 (IL-6), C-reaktives Protein (CRP) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) werden als Indikatoren dieses Prozesses verwendet.
Seneszenzmarker
Zelluläre Seneszenz bezeichnet den Zustand, in dem Zellen aufhören sich zu teilen, aber nicht absterben. Seneszente Zellen scheiden entzündungsfördernde Stoffe aus (sogenannter SASP – Senescence-Associated Secretory Phenotype). Marker wie p16INK4a gelten als direkte Indikatoren zellulärer Alterung.
Metabolische und klinische Biomarker
Auch klassische Laborwerte wie Nüchternblutzucker, HbA1c, Blutfettwerte, Kreatinin (als Maß der Nierenfunktion) sowie körperliche Parameter wie Griffstärke, Ganggeschwindigkeit und Lungenfunktion werden als funktionale Ageing-Biomarker eingesetzt.
Klinische Bedeutung
Ageing-Biomarker haben in der modernen Medizin, besonders in der Longevity-Medizin (Langlebigkeitsmedizin) und der Präventivmedizin, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie helfen dabei:
- das individuelle Alterungsrisiko frühzeitig zu erkennen
- altersbedingte Erkrankungen wie Demenz, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser vorherzusagen
- den Erfolg von Anti-Aging-Interventionen (z.B. Ernährungsumstellung, Sport, Schlafoptimierung) objektiv zu messen
- personalisierte Therapieentscheidungen zu treffen
Messung und Tests
Ageing-Biomarker werden über verschiedene diagnostische Verfahren bestimmt. Blutuntersuchungen liefern Informationen zu Entzündungsmarkern, Hormonen und Stoffwechselwerten. Spezialisierte Gentests analysieren epigenetische Muster und Telomerlängen. Körperliche Funktionstests ergänzen das Bild. Kommerzielle Angebote sogenannter biologischer Alterstests sind heute zunehmend verfügbar, sollten jedoch kritisch bewertet und idealerweise im Rahmen einer ärztlichen Begleitung interpretiert werden.
Einflussfaktoren auf Ageing-Biomarker
Zahlreiche Faktoren beeinflussen, wie schnell oder langsam biologische Alterungsprozesse verlaufen:
- Ernährung: Eine mediterrane oder kalorienreduzierte Ernährung kann biologische Alterungsmarker positiv beeinflussen.
- Körperliche Aktivität: Regelmäßiger Sport verlangsamt nachweislich die Telomerverkürzung und reduziert Entzündungsmarker.
- Schlaf: Chronischer Schlafmangel beschleunigt epigenetische Alterung.
- Stress: Psychosozialer Stress erhöht Inflammaging-Marker.
- Rauchen und Alkohol: Beide Faktoren beschleunigen die biologische Alterung messbar.
- Genetik: Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Quellen
- Lopez-Otin C. et al. - The Hallmarks of Aging. Cell, 2013; 153(6):1194-1217. PubMed.
- Horvath S. - DNA methylation age of human tissues and cell types. Genome Biology, 2013; 14(10):R115. PubMed.
- World Health Organization (WHO) - Ageing and Health. Fact Sheet. Geneva, 2022. who.int.
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