Abortus completus – vollständige Fehlgeburt erklärt
Ein Abortus completus ist eine vollständige Fehlgeburt, bei der das gesamte Schwangerschaftsgewebe spontan aus der Gebärmutter ausgestoßen wird. Es ist keine weitere Behandlung erforderlich.
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Ein Abortus completus ist eine vollständige Fehlgeburt, bei der das gesamte Schwangerschaftsgewebe spontan aus der Gebärmutter ausgestoßen wird. Es ist keine weitere Behandlung erforderlich.
Was ist ein Abortus completus?
Der Begriff Abortus completus (auch: vollständige Fehlgeburt) bezeichnet den vollständigen Ausstoß aller Schwangerschaftsprodukte – einschließlich Embryo, Plazenta und Fruchthüllen – aus der Gebärmutter. Da kein Gewebe in der Gebärmutter zurückbleibt, sind in der Regel keine weiteren medizinischen oder chirurgischen Maßnahmen erforderlich. Der Abortus completus tritt meist im ersten Schwangerschaftstrimester auf, also bis zur 12. Schwangerschaftswoche.
Ursachen
Fehlgeburten, einschließlich des Abortus completus, können verschiedene Ursachen haben:
- Chromosomale Anomalien: In den meisten Fällen (ca. 50–60 %) liegt eine genetische Fehlverteilung beim Embryo vor, die eine normale Entwicklung verhindert.
- Hormonelle Störungen: Ein Mangel an Progesteron oder andere hormonelle Ungleichgewichte können die Schwangerschaft gefährden.
- Uterine Anomalien: Fehlbildungen der Gebärmutter oder Myome (gutartige Geschwülste) können den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen.
- Infektionen: Bestimmte Infektionskrankheiten, wie etwa Toxoplasmose oder Listerien, können das Risiko erhöhen.
- Mütterliche Erkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenprobleme oder Blutgerinnungsstörungen spielen ebenfalls eine Rolle.
Symptome
Der Abortus completus geht typischerweise mit folgenden Beschwerden einher:
- Vaginale Blutung, die zunächst stark sein kann und dann nachlässt
- Krampfartige Unterleibsschmerzen (ähnlich wie bei starken Menstruationsbeschwerden)
- Ausstoßen von Gewebe oder Klumpen über die Scheide
- Nachlassen der typischen Schwangerschaftssymptome (z. B. Übelkeit, Brustspannen) nach dem Abgang
Nach einem vollständigen Abgang klingen die Blutung und die Schmerzen meist rasch ab.
Diagnose
Die Diagnose eines Abortus completus wird in der Regel durch folgende Maßnahmen gestellt:
- Ultraschalluntersuchung (Sonografie): Eine transvaginale oder abdominale Ultraschalluntersuchung zeigt eine leere, geschlossene Gebärmutter ohne Gewebsreste – das entscheidende Merkmal des Abortus completus.
- Bestimmung des beta-hCG-Spiegels: Das Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin (beta-hCG) sinkt nach einer vollständigen Fehlgeburt rasch auf nicht nachweisbare Werte ab. Serielle Messungen bestätigen den vollständigen Abgang.
- Gynäkologische Untersuchung: Der Gebärmutterhals ist in der Regel bereits wieder geschlossen.
Behandlung und weiteres Vorgehen
Da beim Abortus completus kein Gewebe in der Gebärmutter verbleibt, ist in der Regel keine operative oder medikamentöse Behandlung notwendig. Folgende Maßnahmen können jedoch empfohlen werden:
- Kontrolluntersuchung: Eine Nachsorgeuntersuchung (Ultraschall und beta-hCG-Kontrolle) wird empfohlen, um den vollständigen Abgang zu bestätigen.
- Körperliche Schonung: Für einige Tage wird körperliche Ruhe empfohlen.
- Psychologische Unterstützung: Eine Fehlgeburt kann emotional sehr belastend sein. Betroffene sollten professionelle Beratung oder Selbsthilfegruppen in Anspruch nehmen, wenn dies hilfreich erscheint.
- Rhesus-Prophylaxe: Rhesus-negative Frauen erhalten nach einer Fehlgeburt eine Anti-D-Immunglobulin-Injektion, um eine Rhesus-Sensibilisierung zu verhindern.
Abgrenzung zu anderen Fehlgeburtsformen
Der Abortus completus ist von anderen Fehlgeburtsformen abzugrenzen:
- Abortus incompletus: Nur ein Teil des Schwangerschaftsgewebes wird ausgestoßen; Gewebsreste verbleiben in der Gebärmutter.
- Abortus imminens: Drohende Fehlgeburt mit Blutung, aber noch intakter Schwangerschaft.
- Missed Abortion: Der Embryo ist abgestorben, wird aber nicht ausgestoßen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Spontanaborts (2021). Verfügbar unter: www.dggg.de
- Tulandi T, Al-Fozan HM. Spontaneous abortion: Risk factors, etiology, clinical manifestations, and diagnostic evaluation. UpToDate (2023).
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Reproductive Health Library: Management of Miscarriage (2023). Verfügbar unter: www.who.int
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