Acetabulum – Hüftpfanne: Anatomie & Erkrankungen
Das Acetabulum ist die Hüftpfanne des Beckens, in die der Oberschenkelknochen eingreift und so das Hüftgelenk bildet.
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Das Acetabulum ist die Hüftpfanne des Beckens, in die der Oberschenkelknochen eingreift und so das Hüftgelenk bildet.
Was ist das Acetabulum?
Das Acetabulum (auch: Azetabulum) ist die Hüftpfanne – eine halbkugelförmige Vertiefung im Becken, in die der kugelförmige Kopf des Oberschenkelknochens (Femurkopf) passt. Gemeinsam bilden sie das Hüftgelenk (Articulatio coxae), eines der größten und belastungsfähigsten Gelenke des menschlichen Körpers.
Das Acetabulum entsteht aus dem Zusammenschluss dreier Beckenknochen: dem Darmbein (Os ilium), dem Sitzbein (Os ischii) und dem Schambein (Os pubis). Diese drei Knochen sind beim Erwachsenen vollständig miteinander verwachsen und bilden zusammen das Hüftbein (Os coxae).
Anatomie und Aufbau
Die Hüftpfanne ist von einem ringförmigen Knorpelwulst, dem Labrum acetabuli, umgeben. Dieser Faserknorpelring vertieft die Gelenkpfanne und sorgt für zusätzliche Stabilität. Die Gelenkfläche selbst ist mit hyalinem Knorpel überzogen, der Reibung reduziert und Stöße dämpft.
- Facies lunata: Die hufeisenförmige Knorpelfläche des Acetabulums, die mit dem Femurkopf in direktem Kontakt steht.
- Fossa acetabuli: Eine zentrale, nicht knorpelbedeckte Grube im Inneren der Hüftpfanne, die Fettgewebe und Blutgefäße enthält.
- Incisura acetabuli: Eine Einkerbung am unteren Rand des Acetabulums, durch die Blutgefäße und Nerven in das Gelenk eintreten.
Funktion
Das Acetabulum ermöglicht als Gelenkpfanne eine Vielzahl von Bewegungen im Hüftgelenk, darunter Beugung, Streckung, Ab- und Adduktion sowie Rotationen. Es überträgt das Körpergewicht vom Rumpf auf die unteren Extremitäten und spielt damit eine zentrale Rolle beim Stehen, Gehen und Laufen.
Klinische Bedeutung
Hüftdysplasie
Bei der Hüftdysplasie ist das Acetabulum zu flach oder falsch ausgerichtet. Der Femurkopf findet keinen ausreichenden Halt in der Pfanne, was zu Instabilität, vorzeitigem Knorpelverschleiß und Schmerzen führen kann. Diese Fehlbildung kann angeboren sein und wird häufig im Neugeborenenscreening durch Ultraschall erkannt.
Acetabulumfraktur
Eine Acetabulumfraktur (Hüftpfannenbruch) entsteht meist durch starke Krafteinwirkung, etwa bei Verkehrsunfällen oder Stürzen aus großer Höhe. Je nach Lage und Schwere des Bruches kann eine operative Versorgung notwendig sein, um die Gelenkfläche wieder herzustellen und langfristigen Knorpelschaden zu vermeiden.
Acetabuläres Impingement (FAI)
Das femoroacetabuläre Impingement (FAI) beschreibt ein Einklemmen von Gelenkanteilen durch knöcherne Anbauten am Acetabulum oder am Femurkopf. Dies führt zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und kann langfristig eine Arthrose des Hüftgelenks begünstigen.
Koxarthrose
Bei der Koxarthrose (Hüftgelenksarthrose) kommt es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels im Bereich des Acetabulums und des Femurkopfes. Im fortgeschrittenen Stadium ist häufig ein künstlicher Hüftgelenkersatz (Hüftendoprothese) notwendig, bei dem die Hüftpfanne durch eine künstliche Pfannenkomponente ersetzt wird.
Diagnostik
Zur Beurteilung des Acetabulums stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Röntgenaufnahme: Standardmethode zur Beurteilung von Frakturen, Dysplasie und Arthrose.
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung der knöchernen Strukturen, besonders bei komplexen Frakturen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Beurteilung von Weichteilstrukturen wie dem Labrum acetabuli und dem Gelenkknorpel.
- Sonographie (Ultraschall): Vor allem bei Neugeborenen zur Früherkennung der Hüftdysplasie eingesetzt.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U. – Prometheus. LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2018.
- Buckwalter J.A., Saltzman C., Brown T. – The Impact of Osteoarthritis: Implications for Research. Clinical Orthopaedics and Related Research, 2004.
- World Health Organization (WHO) – Musculoskeletal conditions. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/musculoskeletal-conditions (Zugriff 2024).
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