Adrenalektomie – Nebennieren-OP erklärt
Die Adrenalektomie ist die operative Entfernung einer oder beider Nebennieren. Sie wird bei Tumoren oder hormonellen Erkrankungen der Nebenniere eingesetzt.
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Die Adrenalektomie ist die operative Entfernung einer oder beider Nebennieren. Sie wird bei Tumoren oder hormonellen Erkrankungen der Nebenniere eingesetzt.
Was ist eine Adrenalektomie?
Die Adrenalektomie bezeichnet den chirurgischen Eingriff zur Entfernung einer oder beider Nebennieren. Die Nebennieren sind zwei kleine, dreieckige Drüsen, die jeweils oberhalb der Nieren liegen und lebensnotwendige Hormone produzieren – darunter Adrenalin, Cortisol und Aldosteron. Eine Adrenalektomie wird durchgeführt, wenn eine dieser Drüsen erkrankt ist und die normale Hormonproduktion beeinträchtigt oder ein Tumor vorhanden ist.
Indikationen – Wann wird die Adrenalektomie eingesetzt?
Es gibt verschiedene medizinische Gründe, die eine Entfernung der Nebenniere erforderlich machen:
- Phäochromozytom: Ein meist gutartiger Tumor der Nebenniere, der übermäßig viel Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet und zu gefährlichen Blutdruckkrisen führt.
- Conn-Syndrom (primärer Hyperaldosteronismus): Überproduktion von Aldosteron durch ein Adenom, die zu schwerem Bluthochdruck und Kaliummangel führt.
- Cushing-Syndrom: Übermäßige Cortisolproduktion durch einen Nebennierentumor, die zu charakteristischen Symptomen wie Gewichtszunahme und Hautveränderungen führt.
- Nebennierenrindenkarzinom: Bösartiger Tumor der Nebenniere, der eine operative Entfernung erfordert.
- Nebennieren-Metastasen: Absiedlungen anderer Krebserkrankungen in der Nebenniere.
- Zufallsbefund (Inzidentalom): Zufällig entdeckte Raumforderungen der Nebenniere, die nach Abklärung entfernt werden müssen.
Operationsverfahren
Laparoskopische (minimalinvasive) Adrenalektomie
Der Goldstandard bei der Adrenalektomie ist heute die laparoskopische Technik. Dabei wird die Nebenniere über kleine Schnitte mithilfe einer Kamera (Laparoskop) und spezieller Instrumente entfernt. Dieses Verfahren ist besonders schonend, ermöglicht eine schnellere Erholung und verursacht weniger Schmerzen als offene Operationen.
Retroperitoneoskopische Adrenalektomie
Bei dieser Variante erfolgt der Zugang von der Rückseite des Körpers, ohne die Bauchhöhle zu eröffnen. Sie eignet sich besonders bei kleineren Tumoren und bietet Vorteile in Bezug auf Erholungszeit und Komplikationsrisiko.
Offene Adrenalektomie
Bei sehr großen Tumoren, Verdacht auf Malignität oder anatomisch schwierigen Verhältnissen kann ein offener Eingriff über einen Bauchschnitt notwendig sein. Dieser Zugang bietet dem Chirurgen eine bessere Übersicht, ist jedoch mit einer längeren Heilungszeit verbunden.
Vorbereitung und Diagnose
Vor der Operation werden umfassende diagnostische Maßnahmen durchgeführt:
- Laboruntersuchungen zur Messung der Hormonspiegel (Cortisol, Aldosteron, Katecholamine im Urin)
- Bildgebende Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) zur genauen Lokalisation des Befundes
- Bei Phäochromozytom: spezielle medikamentöse Vorbereitung zur Blutdruckstabilisierung
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen gewisse Risiken:
- Blutungen während oder nach der Operation
- Infektionen der Wunde
- Verletzung benachbarter Organe (Niere, Milz, Leber)
- Hormonelle Störungen nach der Operation
- Bei beidseitiger Adrenalektomie: lebenslange Hormonersatztherapie notwendig (sog. Nebenniereninsuffizienz)
Nachsorge und Erholung
Nach einer laparoskopischen Adrenalektomie können viele Patienten das Krankenhaus nach 2–4 Tagen verlassen. Die vollständige Erholung dauert in der Regel 2–4 Wochen. Bei einer einseitigen Entfernung übernimmt die verbleibende Nebenniere in der Regel die Hormonproduktion vollständig. Nach einer beidseitigen Entfernung ist eine lebenslange Substitutionstherapie mit Hydrocortison und ggf. Fludrocortison erforderlich. Regelmäßige endokrinologische Kontrollen sind nach dem Eingriff essenziell.
Quellen
- Fassnacht M. et al. – Management of adrenal incidentalomas: European Society of Endocrinology Clinical Practice Guideline. European Journal of Endocrinology, 2016.
- Lenders J.W.M. et al. – Phaeochromocytoma and paraganglioma: an Endocrine Society clinical practice guideline. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2014.
- Walz M.K. et al. – Posterior retroperitoneoscopic adrenalectomy – results of 560 procedures in 520 patients. Surgery, 2006.
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