Adrenarche – Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Adrenarche ist eine Phase der kindlichen Entwicklung, in der die Nebennierenrinde beginnt, vermehrt Androgene zu produzieren. Sie tritt meist zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr auf.
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Die Adrenarche ist eine Phase der kindlichen Entwicklung, in der die Nebennierenrinde beginnt, vermehrt Androgene zu produzieren. Sie tritt meist zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr auf.
Was ist die Adrenarche?
Die Adrenarche bezeichnet die Reifungsphase der Nebennierenrinde (Zona reticularis), in der diese beginnt, in zunehmendem Maße Androgene zu produzieren – insbesondere DHEA (Dehydroepiandrosteron) und DHEAS (Dehydroepiandrosteronsulfat). Dieser Prozess beginnt in der Regel zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr und ist unabhängig von der gonadalen Pubertät, also der Reifung der Keimdrüsen.
Die Adrenarche ist ein normaler Bestandteil der kindlichen Entwicklung und sollte nicht mit der eigentlichen Pubertät verwechselt werden, da sie keine sexuelle Reifung im klassischen Sinne einleitet, sondern lediglich die Androgenproduktion der Nebennieren aktiviert.
Ursachen und Auslöser
Die genauen Mechanismen, die die Adrenarche auslösen, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Reifung der Zona reticularis der Nebennierenrinde sowie Veränderungen in der Expression bestimmter Enzyme der Steroidbiosynthese eine zentrale Rolle spielen. Anders als die Pubertät wird die Adrenarche nicht primär durch Gonadotropine (LH und FSH) gesteuert.
- Reifung der Zona reticularis der Nebennierenrinde
- Zunahme der Expression steroidogener Enzyme (z. B. CYP17A1)
- Möglicherweise Einfluss von Wachstumsfaktoren und Insulinsignalwegen
- Genetische und metabolische Faktoren
Symptome und körperliche Zeichen
Die durch die Adrenarche ausgelösten Veränderungen werden als Pubarche bezeichnet, wenn sie klinisch sichtbar werden. Zu den typischen Zeichen gehören:
- Auftreten von Scham- und Achselhaaren
- Leichter Körpergeruch (apokrine Schweißdrüsen werden aktiv)
- Fettige Haut und gelegentlich leichte Akne
- Beschleunigte Knochenreifung (in der Regel moderat)
Diese Veränderungen treten ohne gleichzeitige Brustentwicklung oder Hodenvergrößerung auf – die typischen Zeichen der gonadalen Pubertät fehlen also zunächst.
Vorzeitige Adrenarche
Treten die oben genannten Zeichen bereits vor dem 8. Lebensjahr bei Mädchen oder vor dem 9. Lebensjahr bei Jungen auf, spricht man von einer vorzeitigen Adrenarche (Pubarche praecox). In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine harmlose Variante der normalen Entwicklung. Dennoch sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um ernsthafte Ursachen auszuschließen, wie z. B.:
- Kongenitale adrenale Hyperplasie (CAH) – eine Störung der Hormonsynthese in den Nebennieren
- Nebennierentumore
- Zentrale Pubertas praecox
Kinder mit vorzeitiger Adrenarche haben ein leicht erhöhtes Risiko, im späteren Leben ein Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS), eine Insulinresistenz oder ein metabolisches Syndrom zu entwickeln, insbesondere wenn sie übergewichtig sind.
Diagnose
Die Diagnose der Adrenarche bzw. vorzeitigen Adrenarche erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labordiagnostik:
- Bestimmung von DHEAS, Testosteron und anderen Androgenen im Blut
- Bestimmung von 17-Hydroxyprogesteron zum Ausschluss einer CAH
- Knochenalterbestimmung mittels Röntgenaufnahme der linken Hand
- Ggf. Bildgebung der Nebennieren (Sonographie oder MRT)
- GnRH-Stimulationstest zum Ausschluss einer zentralen Pubertas praecox
Behandlung
Eine normale Adrenarche bedarf keiner Behandlung. Bei der vorzeitigen Adrenarche ohne pathologischen Befund ist ebenfalls keine Therapie erforderlich; jedoch sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfehlenswert.
Liegt eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung vor (z. B. CAH), wird diese spezifisch therapiert, etwa mit Glukokortikoiden zur Hemmung der überschießenden Androgenproduktion. Die Begleitung durch eine pädiatrische Endokrinologie ist in solchen Fällen essenziell.
Quellen
- Auchus RJ, Rainey WE. Adrenarche -- physiology, biochemistry and human disease. Clinical Endocrinology. 2004;60(3):288-296.
- Ibáñez L et al. Early development of adiposity and insulin resistance after precocious pubarche in girls. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism. 1998;83(8):2631-2636.
- Europäische Gesellschaft für pädiatrische Endokrinologie (ESPE). Guidelines on the assessment and management of precocious puberty. 2016.
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