Adrenozeptor – Definition, Typen & Funktion
Adrenozeptoren sind Rezeptoren im menschlichen Körper, die auf Adrenalin und Noradrenalin reagieren und wichtige Funktionen im Herz-Kreislauf-System sowie in vielen anderen Organen steuern.
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Adrenozeptoren sind Rezeptoren im menschlichen Körper, die auf Adrenalin und Noradrenalin reagieren und wichtige Funktionen im Herz-Kreislauf-System sowie in vielen anderen Organen steuern.
Was ist ein Adrenozeptor?
Ein Adrenozeptor (auch Adrenorezeptor genannt) ist ein spezieller Proteinrezeptor auf der Oberfläche von Körperzellen, der die körpereigenen Botenstoffe Adrenalin (Epinephrin) und Noradrenalin (Norepinephrin) binden und deren Signale in die Zelle weiterleiten kann. Diese Rezeptoren gehören zur Gruppe der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren und spielen eine zentrale Rolle im vegetativen (autonomen) Nervensystem, insbesondere im sympathischen Anteil.
Adrenozeptoren sind in nahezu allen Organen und Geweben des menschlichen Körpers vorhanden und regulieren lebenswichtige Prozesse wie Herzfrequenz, Blutdruck, Atemwegsfunktion und Stoffwechsel.
Klassifikation der Adrenozeptoren
Adrenozeptoren werden in zwei Hauptklassen unterteilt: Alpha-Adrenozeptoren (α) und Beta-Adrenozeptoren (β). Jede Klasse umfasst weitere Untertypen mit spezifischen Funktionen und Verteilungsmustern im Körper.
Alpha-Adrenozeptoren (α)
- α1-Adrenozeptor: Kommt vor allem in der glatten Muskulatur der Blutgefäße vor. Seine Aktivierung führt zur Vasokonstriktion (Verengung der Blutgefäße) und damit zur Erhöhung des Blutdrucks.
- α2-Adrenozeptor: Findet sich unter anderem an präsynaptischen Nervenendigungen und hemmt dort die weitere Ausschüttung von Noradrenalin (negative Rückkopplung). Außerdem wirkt er blutdrucksenkend bei zentralnervöser Stimulation.
Beta-Adrenozeptoren (β)
- β1-Adrenozeptor: Hauptsächlich im Herzen lokalisiert. Seine Aktivierung steigert Herzfrequenz und Kontraktionskraft (positiv chronotrop und inotrop).
- β2-Adrenozeptor: Vor allem in der Bronchialmuskulatur und in glatten Muskeln der Blutgefäße vorhanden. Aktivierung führt zur Bronchodilatation (Erweiterung der Atemwege) und Vasodilatation.
- β3-Adrenozeptor: Kommt hauptsächlich im Fettgewebe vor und stimuliert die Lipolyse (Fettabbau). Er spielt auch eine Rolle bei der Harnblasenentspannung.
Wirkmechanismus
Wenn Adrenalin oder Noradrenalin an einen Adrenozeptor binden, wird ein intrazelluläres Signal ausgelöst, das über G-Proteine weitergeleitet wird. Je nach Rezeptortyp werden unterschiedliche Second-Messenger-Systeme aktiviert oder gehemmt:
- α1-Rezeptoren aktivieren das Enzym Phospholipase C, was zu einer Erhöhung des intrazellulären Kalziumspiegels führt und die Muskelkontraktion auslöst.
- α2-Rezeptoren hemmen die Adenylatzyklase und senken damit den cAMP-Spiegel in der Zelle.
- β-Rezeptoren aktivieren die Adenylatzyklase, erhöhen den intrazellulären cAMP-Spiegel und leiten so eine Vielzahl zellulärer Reaktionen ein, z. B. Herzstimulation oder Muskelrelaxation.
Klinische Bedeutung
Adrenozeptoren sind bedeutende pharmakologische Angriffspunkte (Targets) für zahlreiche Medikamente. Das Wissen über ihre Verteilung und Funktion bildet die Grundlage für die Entwicklung und den gezielten Einsatz wichtiger Wirkstoffklassen:
Agonisten (Aktivatoren)
- β2-Agonisten wie Salbutamol werden zur Behandlung von Asthma und COPD eingesetzt, da sie die Atemwege erweitern.
- α1-Agonisten wie Xylometazolin wirken abschwellend (z. B. in Nasensprays).
- Adrenalin selbst wird als Notfallmedikament bei anaphylaktischem Schock und Herzstillstand eingesetzt.
Antagonisten (Hemmstoffe)
- Betablocker (β-Adrenozeptor-Antagonisten) wie Metoprolol oder Bisoprolol werden bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
- Alpha-Blocker (α-Adrenozeptor-Antagonisten) wie Doxazosin kommen bei Bluthochdruck und gutartiger Prostatavergrößerung zum Einsatz.
Bedeutung im Stressgeschehen
Adrenozeptoren sind zentral an der sogenannten Kampf-oder-Flucht-Reaktion (Fight-or-Flight-Response) beteiligt. Bei akutem Stress schüttet das Nebennierenmark große Mengen Adrenalin aus, das über Adrenozeptoren im gesamten Körper wirkt: Das Herz schlägt schneller, die Atemwege weiten sich, die Muskeln werden besser durchblutet und der Blutzucker steigt an – der Körper wird auf Hochleistung vorbereitet.
Quellen
- Aktories K., Förstermann U., Hofmann F., Starke K. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 12. Auflage. Urban & Fischer, München 2021.
- Lüllmann H., Mohr K., Hein L.: Pharmakologie und Toxikologie. 18. Auflage. Thieme, Stuttgart 2016.
- Katzung B.G., Trevor A.J.: Basic and Clinical Pharmacology. 15th Edition. McGraw-Hill Education, New York 2021.
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