Affektkrampf – Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Affektkrampf ist ein kurzer Atemstillstand bei Kleinkindern, ausgelöst durch starke Emotionen wie Schmerz oder Wut. Er ist harmlos, aber beängstigend.
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Ein Affektkrampf ist ein kurzer Atemstillstand bei Kleinkindern, ausgelöst durch starke Emotionen wie Schmerz oder Wut. Er ist harmlos, aber beängstigend.
Was ist ein Affektkrampf?
Ein Affektkrampf (auch Affektanfall genannt) ist ein vorübergehender, unwillkürlicher Atemstillstand, der vor allem bei Kleinkindern im Alter von etwa sechs Monaten bis fünf Jahren auftreten kann. Er wird durch einen intensiven emotionalen Reiz ausgelöst – zum Beispiel durch plötzlichen Schmerz, Schreck, Wut oder Frustration. Das Kind hört beim Weinen plötzlich auf zu atmen, die Lippen können sich bläulich oder weißlich verfärben, und es kann für kurze Zeit das Bewusstsein verlieren oder krampfartige Bewegungen zeigen.
Trotz des beängstigenden Erscheinungsbildes ist der Affektkrampf in aller Regel vollkommen harmlos und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Das Bewusstsein kehrt innerhalb weniger Sekunden bis einer Minute von selbst zurück.
Ursachen und Auslöser
Affektkrämpfe entstehen durch eine unwillkürliche Reaktion des Nervensystems auf eine starke emotionale oder körperliche Belastung. Dabei kommt es zu einem Reflex, der die Atemmuskulatur kurzzeitig blockiert. Man unterscheidet zwei Hauptformen:
- Zyanotischer Typ (blauer Typ): Häufigste Form. Das Kind weint heftig, hält dann die Luft an, die Lippen werden blau (Zyanose), und es kann kurz das Bewusstsein verlieren. Ausgelöst meist durch Wut, Frustration oder Schmerz.
- Pallider Typ (weißer Typ): Seltener. Das Kind wird plötzlich sehr blass und schlaff, oft ohne vorheriges Weinen. Ausgelöst meist durch einen plötzlichen Schreck oder Schmerz. Ursache ist ein kurzer Herzfrequenzabfall durch den Vagusnerv.
Eine familiäre Häufung ist bekannt, was auf eine genetische Veranlagung hinweist. Insgesamt sind Affektkrämpfe bei etwa 5 % aller Kinder zu beobachten.
Symptome
Die typischen Zeichen eines Affektkrampfes sind:
- Heftiges Schreien oder Weinen als Auslöser
- Plötzlicher Atemstillstand (Apnoe)
- Blaufärbung (Zyanose) oder Blässe der Lippen und des Gesichts
- Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust oder Schlafffallen des Körpers
- Gelegentlich kurze, krampfartige Zuckungen der Extremitäten
- Spontane und vollständige Erholung innerhalb von Sekunden bis zu einer Minute
Diagnose
Die Diagnose eines Affektkrampfes wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt, der Arzt oder die Ärztin erhebt eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) und befragt die Eltern ausführlich zum Ablauf des Ereignisses. Wichtig ist die Abgrenzung von anderen Erkrankungen, die ebenfalls mit Bewusstseinsverlust oder Krämpfen einhergehen können, wie zum Beispiel:
- Epilepsie
- Herzrhythmusstörungen
- Synkopen anderer Ursache
In unklaren Fällen können ein EEG (Elektroenzephalogramm zur Messung der Hirnströme) oder ein EKG (Elektrokardiogramm zur Beurteilung des Herzrhythmus) sowie Blutuntersuchungen angeordnet werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Behandlung und Umgang
Affektkrämpfe erfordern in der Regel keine medizinische Behandlung, da sie harmlos sind und sich von selbst auflösen. Dennoch ist es wichtig, dass Eltern und Betreuungspersonen wissen, wie sie in einem solchen Moment richtig reagieren:
- Ruhe bewahren und das Kind nicht schütteln oder wachrütteln
- Das Kind auf eine sichere Unterlage legen und beobachten
- Keine Gegenstände in den Mund legen
- Das Kind nicht durch übermäßige Zuwendung nach dem Anfall verstärkt belohnen, da dies künftige Anfälle begünstigen kann
- Beim palliden Typ kann ein kurzes Anheben der Beine die Durchblutung des Gehirns verbessern
Die meisten Kinder entwachsen den Affektkrämpfen bis zum Schulalter. In seltenen Fällen, zum Beispiel bei sehr häufigen Anfällen des palliden Typs, kann eine ärztliche Begleitung oder in Ausnahmefällen eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Eltern sollten in folgenden Situationen ärztlichen Rat suchen:
- Beim ersten Auftreten eines Affektkrampfes, um die Diagnose zu sichern
- Wenn der Anfall länger als eine Minute dauert
- Wenn das Kind nach dem Anfall nicht vollständig und rasch wieder zu sich kommt
- Bei sehr häufigen Anfällen
- Wenn das Kind älter als fünf Jahre ist und Anfälle auftreten
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Leitlinien zu Affektkrämpfen im Kindesalter, 2022.
- Breningstall GN. Breath-holding spells. Pediatric Neurology. 1996;14(2):91-97. PubMed PMID: 8703234.
- World Health Organization (WHO): Child and Adolescent Health and Development. Verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/child-health
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