Akkommodationsreflex – Definition & Funktion
Der Akkommodationsreflex ist die automatische Anpassung des Auges an unterschiedliche Sehdistanzen durch Veränderung der Linsenkrümmung.
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Der Akkommodationsreflex ist die automatische Anpassung des Auges an unterschiedliche Sehdistanzen durch Veränderung der Linsenkrümmung.
Was ist der Akkommodationsreflex?
Der Akkommodationsreflex bezeichnet die unwillkürliche, reflexartige Anpassung des Auges an verschiedene Sehabstände. Dabei wird die Linse des Auges durch die Ziliarmuskulatur verformt, um Objekte in unterschiedlicher Entfernung scharf auf der Netzhaut (Retina) abzubilden. Dieser Vorgang läuft automatisch und unbewusst ab und ist ein wesentlicher Bestandteil des scharfen Sehens.
Wirkmechanismus
Der Akkommodationsreflex wird durch das parasympathische Nervensystem gesteuert. Der genaue Ablauf ist wie folgt:
- Das Auge nimmt ein unscharfes Bild wahr, weil sich ein Objekt in einer anderen Entfernung befindet.
- Über den Nervus oculomotorius (III. Hirnnerv) werden Signale an den Ziliarmuskel (Musculus ciliaris) im Inneren des Auges gesendet.
- Bei der Nahakkommodation kontrahiert der Ziliarmuskel, wodurch die Zonulafasern erschlaffen und die Linse sich durch ihre Eigenelastizität kugeliger (stärker gewölbt) wird.
- Bei der Fernakkommodation erschlafft der Ziliarmuskel, die Zonulafasern straffen sich und ziehen die Linse flacher.
- Gleichzeitig kommt es zur Miosis (Verengung der Pupille) und zur Konvergenz der Augenachsen, um ein scharfes binokulares Bild zu erzeugen.
Diese drei Komponenten – Akkommodation der Linse, Miosis und Konvergenz – werden gemeinsam als Naheinstellungsreaktion bezeichnet.
Klinische Bedeutung
Der Akkommodationsreflex ist für die ophthalmologische Diagnostik von großer Bedeutung. Eine gestörte oder fehlende Akkommodationsreaktion kann auf verschiedene neurologische oder ophthalmologische Erkrankungen hinweisen.
Presbyopie (Altersweitsichtigkeit)
Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse ihre Elastizität, wodurch die Akkommodationsbreite abnimmt. Diese altersbedingte Veränderung wird als Presbyopie bezeichnet und führt dazu, dass Nahsehen ohne Sehhilfe erschwert wird.
Akkommodationslähmung (Zykloplegie)
Eine vollständige Lähmung der Akkommodation, die sogenannte Zykloplegie, kann durch bestimmte Medikamente (z. B. Atropin), Verletzungen oder neurologische Erkrankungen verursacht werden. In der Augenheilkunde wird die Zykloplegie gezielt eingesetzt, um die Brechkraft des Auges exakt zu messen.
Neurologische Bedeutung
Eine isoliert erhaltene Akkommodationsreaktion bei fehlender Lichtreaktion der Pupille wird als Argyll-Robertson-Zeichen bezeichnet und kann auf eine Neurosyphilis oder andere Erkrankungen des Mittelhirns hinweisen.
Diagnose
Der Akkommodationsreflex wird in der klinischen Untersuchung überprüft, indem der Patient aufgefordert wird, abwechselnd ein nahes und ein fernes Objekt zu fixieren. Der Untersucher beobachtet dabei die Linsenverformung (indirekt über die Pupillenreaktion und Konvergenz) sowie die Pupillenverengung. Genauere Messungen erfolgen mit speziellen ophthalmologischen Geräten wie dem Autorefraktometer.
Behandlung bei Störungen
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Presbyopie: Ausgleich durch Lesebrillen, Gleitsichtbrillen oder multifokale Kontaktlinsen.
- Medikamentös bedingte Akkommodationslähmung: Abklingen nach dem Ende der Medikamentenwirkung.
- Neurologische Ursachen: Behandlung der Grunderkrankung, ggf. Zusammenarbeit mit Neurologie.
Quellen
- Grehn, F. - Augenheilkunde. 31. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2012.
- Kandel, E. R. et al. - Principles of Neural Science. 5. Auflage. McGraw-Hill, New York, 2013.
- Kanski, J. J. - Klinische Ophthalmologie. 7. Auflage. Elsevier, München, 2012.
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