Allgemeinanästhesie – Ablauf, Risiken & Anwendung
Die Allgemeinanästhesie versetzt den gesamten Körper in einen kontrollierten Bewusstlosigkeitszustand für schmerzfreie Operationen. Sie wird von Anästhesisten überwacht.
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Die Allgemeinanästhesie versetzt den gesamten Körper in einen kontrollierten Bewusstlosigkeitszustand für schmerzfreie Operationen. Sie wird von Anästhesisten überwacht.
Was ist eine Allgemeinanästhesie?
Die Allgemeinanästhesie (umgangssprachlich auch Vollnarkose genannt) ist ein medizinisch herbeigeführter Zustand tiefer Bewusstlosigkeit, bei dem der Patient weder Schmerzen wahrnimmt noch auf äußere Reize reagiert. Sie ermöglicht die Durchführung operativer Eingriffe und diagnostischer Maßnahmen, die ohne Schmerzausschaltung und vollständige Entspannung der Muskulatur nicht möglich oder zumutbar wären. Die Allgemeinanästhesie wird stets von einem Facharzt für Anästhesiologie geplant, eingeleitet und überwacht.
Bestandteile der Allgemeinanästhesie
Eine vollständige Allgemeinanästhesie umfasst in der Regel drei Hauptkomponenten:
- Analgesie: Vollständige Schmerzausschaltung durch Opioide oder andere Schmerzmittel.
- Hypnose/Bewusstlosigkeit: Herbeiführung eines schlafähnlichen Zustands durch Hypnotika wie Propofol oder volatile Anästhetika.
- Muskelrelaxation: Erschlaffung der Skelettmuskulatur durch Muskelrelaxanzien, um optimale Operationsbedingungen zu schaffen.
Ablauf einer Allgemeinanästhesie
Prämedikation und Vorbereitung
Vor dem Eingriff findet ein ausführliches Anästhesiegespräch statt, bei dem Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien und frühere Narkoseerfahrungen erfasst werden. Zur Vorbereitung gehört in der Regel eine Nüchternheitsphase (mindestens 6 Stunden für feste Speisen, 2 Stunden für klare Flüssigkeiten), um das Risiko einer Aspiration zu minimieren. Häufig wird vorab ein Beruhigungsmittel (Prämedikation) verabreicht.
Einleitung der Narkose
Die Narkoseeinleitung erfolgt meist intravenös, etwa mit dem Kurzhypnotikum Propofol, kombiniert mit einem Opioid. Bei Kindern oder bei schwierigem Venenzugang kann die Einleitung auch inhalativ über eine Maske mit einem gasförmigen Anästhetikum erfolgen.
Aufrechterhaltung der Narkose
Während der Operation wird die Narkose entweder durch kontinuierliche intravenöse Gabe von Medikamenten (TIVA – Total Intravenöse Anästhesie) oder durch Inhalationsanästhetika wie Sevofluran oder Desfluran aufrechterhalten. Gleichzeitig wird die Atemfunktion über einen Endotrachealtubus oder eine Larynxmaske gesichert, und alle Vitalparameter werden kontinuierlich überwacht.
Ausleitung und Aufwachphase
Nach Abschluss des Eingriffs werden die Narkosemittel abgesetzt. Der Patient erwacht kontrolliert im Aufwachraum, wo er weiterhin intensiv überwacht wird, bis Kreislauf, Atmung und Schutzreflexe vollständig wiederhergestellt sind.
Anwendungsgebiete
Die Allgemeinanästhesie kommt bei einer Vielzahl von Eingriffen zum Einsatz, unter anderem bei:
- Großen chirurgischen Operationen (z. B. Herzoperationen, Baucheingriffe, Gelenkersatz)
- Eingriffen, bei denen eine Regionalanästhesie nicht ausreicht oder nicht möglich ist
- Operationen bei Kindern, die eine vollständige Ruhigstellung erfordern
- Notfalloperationen
- Bestimmten diagnostischen Maßnahmen (z. B. Bronchoskopie, MRT bei unkooperativen Patienten)
Risiken und Nebenwirkungen
Die moderne Allgemeinanästhesie gilt als sehr sicher. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten:
- Häufig: Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose (PONV), Halsschmerzen durch den Tubus, Benommenheit, Kältezittern
- Selten: Blutdruckschwankungen, allergische Reaktionen auf Narkosemittel, Zahnverletzungen bei der Intubation
- Sehr selten: Maligne Hyperthermie (eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung), intraoperatives Bewusstsein (Awareness), schwere anaphylaktische Reaktionen
Das individuelle Risiko ist abhängig von Alter, Vorerkrankungen und dem Ausmaß des Eingriffs. Das Anästhesiegespräch dient dazu, diese Risiken gemeinsam einzuschätzen.
Kontraindikationen und besondere Vorsicht
Absolute Kontraindikationen gegen eine Allgemeinanästhesie sind selten. Relative Kontraindikationen, bei denen besondere Vorsicht geboten ist, umfassen unter anderem:
- Bekannte Maligne Hyperthermie in der Eigen- oder Familienanamnese
- Schwere kardiopulmonale Erkrankungen
- Volle Mageninhalt bei Notfalleingriffen (Aspirationsgefahr)
- Bekannte schwere Allergien gegen Narkosemittel
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI): Leitlinien und Empfehlungen zur Allgemeinanästhesie. www.dgai.de
- Larsen R. - Anästhesie und Intensivmedizin für die Fachpflege. Springer Verlag, 9. Auflage, 2016.
- Rossaint R., Werner C., Zwissler B. (Hrsg.) - Die Anästhesiologie. Springer Verlag, 3. Auflage, 2012.
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