Alternans-Syndrom: Ursachen, Symptome & Therapie
Das Alternans-Syndrom bezeichnet ein Herzphänomen mit wechselnden EKG-Signalen oder Pulsstärken, das auf ein erhöhtes Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen hinweisen kann.
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Das Alternans-Syndrom bezeichnet ein Herzphänomen mit wechselnden EKG-Signalen oder Pulsstärken, das auf ein erhöhtes Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen hinweisen kann.
Was ist das Alternans-Syndrom?
Das Alternans-Syndrom beschreibt ein kardiales Phänomen, bei dem bestimmte Messparameter des Herzens – insbesondere im Elektrokardiogramm (EKG) – von Schlag zu Schlag abwechselnd variieren. Diese Schwankungen können die elektrische Aktivität des Herzens, den Blutdruck oder die mechanische Pumpleistung betreffen. Das Syndrom gilt als wichtiger klinischer Hinweis auf eine erhöhte Anfälligkeit für ventrikuläre Arrhythmien und den plötzlichen Herztod.
Formen des Alternans-Syndroms
T-Wellen-Alternans (TWA)
Die bekannteste und klinisch bedeutsamste Form ist der T-Wellen-Alternans. Dabei wechseln Amplitude oder Form der T-Welle im EKG von Herzschlag zu Herzschlag. Diese Veränderung kann sichtbar (makroskopisch) oder nur mit speziellen Analysemethoden messbar (mikroskopisch) sein. Der T-Wellen-Alternans gilt als etablierter Risikomarker für lebensbedrohliche ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern.
Pulsus alternans
Beim Pulsus alternans wechseln die Stärke des Pulses und der systolische Blutdruck von Schlag zu Schlag. Dies ist ein Zeichen einer schweren Herzinsuffizienz, bei der die Pumpleistung des Herzens stark eingeschränkt ist.
Elektrischer Alternans
Der elektrische Alternans bezeichnet wechselnde QRS-Komplexe im EKG und ist häufig mit einem Perikarderguss oder einer Herzbeuteltamponade assoziiert, bei der das Herz im Flüssigkeitsfilm pendelt.
Ursachen
Die Ursachen des Alternans-Syndroms sind vielfältig und hängen von der jeweiligen Form ab:
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt
- Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen)
- Elektrolytstörungen, insbesondere Kaliummangel (Hypokaliämie) oder Magnesiummangel
- Perikarderguss oder Herzbeuteltamponade
- Ionenkanalerkrankungen (z. B. Long-QT-Syndrom, Brugada-Syndrom)
- Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
Symptome
Das Alternans-Syndrom selbst verursacht häufig keine direkten Beschwerden. Die zugrundeliegenden Herzerkrankungen können jedoch folgende Symptome auslösen:
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Schwindel und Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
- Kurzatmigkeit und Belastungsintoleranz
- Brustschmerzen
- In schweren Fällen: plötzlicher Herztod
Diagnose
Die Diagnose des Alternans-Syndroms erfolgt primär über kardiologische Untersuchungsmethoden:
- 12-Kanal-EKG: Nachweis von sichtbarem T-Wellen-Alternans oder elektrischem Alternans
- Langzeit-EKG (Holter-Monitor): Erfassung von Rhythmusstörungen über 24 Stunden oder länger
- Belastungs-EKG: Auslösung von Alternans-Phänomenen unter körperlicher Belastung
- Spektralanalyse: Computergestützte Methode zur Detektion von mikrovoltbereichigem T-Wellen-Alternans
- Echokardiographie: Beurteilung der Herzfunktion und Ausschluss eines Perikardergusses
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem individuellen Risikoprofil des Patienten:
- Medikamentöse Therapie: Antiarrhythmika, Betablocker oder Therapie der Herzinsuffizienz
- Elektrolytausgleich: Korrektur von Kalium- oder Magnesiummangel
- Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD): Bei Hochrisikopatienten zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod
- Ablationstherapie: Bei bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen
- Perikardpunktion: Bei Herzbeuteltamponade zur Drainage der Flüssigkeit
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Revaskularisation bei KHK)
Klinische Bedeutung
Das Alternans-Syndrom, insbesondere der T-Wellen-Alternans, hat in der modernen Kardiologie eine wichtige Bedeutung als nicht-invasiver Risikomarker. Er hilft Kardiologen dabei, Patienten zu identifizieren, die von einer prophylaktischen ICD-Implantation profitieren könnten. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen positivem T-Wellen-Alternans und erhöhtem Risiko für den plötzlichen Herztod.
Quellen
- Rosenbaum DS et al. - Electrical alternans and vulnerability to ventricular arrhythmias. New England Journal of Medicine, 1994; 330(4):235-241.
- Verrier RL, Klingenheben T, Malik M et al. - Microvolt T-wave alternans: physiological basis, methods of measurement, and clinical utility. Journal of the American College of Cardiology, 2011; 58(13):1309-1324.
- Zipes DP, Libby P, Bonow RO, Mann DL, Tomaselli GF (Hrsg.) - Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine. 11. Auflage, Elsevier, 2019.
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