AMH-Wert: Bedeutung, Normwerte & Fruchtbarkeit
Der AMH-Wert gibt Auskunft über die ovarielle Reserve einer Frau. Er wird im Blut gemessen und hilft bei der Beurteilung der Fruchtbarkeit sowie der Planung einer Kinderwunschbehandlung.
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Der AMH-Wert gibt Auskunft über die ovarielle Reserve einer Frau. Er wird im Blut gemessen und hilft bei der Beurteilung der Fruchtbarkeit sowie der Planung einer Kinderwunschbehandlung.
Was ist der AMH-Wert?
Der AMH-Wert (Anti-Müller-Hormon-Wert) ist ein Laborwert, der die Konzentration des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut einer Frau angibt. Dieses Hormon wird von den Follikeln in den Eierstöcken produziert und gilt als zuverlässiger Marker für die sogenannte ovarielle Reserve – also die verbleibende Anzahl und Qualität der Eizellen einer Frau. Je höher die Anzahl der noch vorhandenen Follikel, desto höher ist in der Regel der AMH-Wert.
Der AMH-Wert ist besonders bedeutsam in der Reproduktionsmedizin und wird häufig im Rahmen einer Fruchtbarkeitsdiagnostik oder vor einer künstlichen Befruchtung (IVF) bestimmt. Im Gegensatz zu anderen Hormonwerten ist der AMH-Spiegel weitgehend unabhängig vom Zyklustag und kann daher zu jedem Zeitpunkt des Menstruationszyklus gemessen werden.
Normwerte und Interpretation
Die Referenzbereiche des AMH-Werts variieren je nach Alter der Frau und dem verwendeten Testverfahren. Folgende Richtwerte gelten als allgemeine Orientierung:
- Unter 20 Jahre: ca. 1,5 – 8,0 ng/ml
- 20 – 29 Jahre: ca. 1,0 – 6,8 ng/ml
- 30 – 34 Jahre: ca. 0,7 – 5,0 ng/ml
- 35 – 39 Jahre: ca. 0,3 – 3,5 ng/ml
- 40 Jahre und älter: unter 1,0 ng/ml gilt häufig als niedrig
Ein niedriger AMH-Wert kann auf eine eingeschränkte Eizellenreserve hinweisen, was die natürliche Empfängnisfähigkeit und den Erfolg einer Kinderwunschbehandlung beeinflussen kann. Ein erhöhter AMH-Wert kann auf ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) hindeuten, da bei PCOS viele kleine Follikel vorhanden sind, die gemeinsam mehr AMH produzieren.
Ursachen für veränderte AMH-Werte
Niedriger AMH-Wert
- Fortgeschrittenes reproduktives Alter
- Vorzeitige Ovarialinsuffizienz (frühzeitige Wechseljahre)
- Vorherige Operationen an den Eierstöcken
- Chemotherapie oder Strahlentherapie
- Genetische Faktoren
- Rauchen
Erhöhter AMH-Wert
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
- Granulosazelltumoren der Eierstöcke (selten)
- Junges Alter mit hoher Follikelanzahl
Diagnose und Messung
Der AMH-Wert wird durch eine einfache Blutabnahme bestimmt. Die Probe wird anschließend in einem Labor analysiert. Da der Wert kaum durch den Menstruationszyklus beeinflusst wird, ist keine besondere zeitliche Abstimmung erforderlich. Dennoch empfehlen manche Gynäkologen die Messung in der frühen Follikelphase (Zyklusbeginn), um eine optimale Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Der AMH-Wert wird häufig zusammen mit einer Antralfollikelzählung (AFC) per Ultraschall und anderen Hormontests (z. B. FSH, Östradiol) kombiniert, um ein umfassendes Bild der ovariellen Reserve zu erhalten.
Bedeutung für die Fruchtbarkeit und Kinderwunschbehandlung
In der Reproduktionsmedizin wird der AMH-Wert genutzt, um die Stimulierbarkeit der Eierstöcke vor einer IVF-Behandlung einzuschätzen. Ein niedriger AMH-Wert bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist – er zeigt jedoch, dass weniger Zeit bleibt und eine frühzeitige Beratung sinnvoll ist. Bei einem sehr niedrigen Wert können Ärzte die Hormonstimulation entsprechend anpassen.
Für Frauen, die ihre Fruchtbarkeit für die Zukunft erhalten möchten (sogenanntes Social Freezing), ist der AMH-Wert ein wichtiger Entscheidungsparameter.
Wann sollte man den AMH-Wert bestimmen lassen?
- Bei unerfülltem Kinderwunsch über mehrere Monate
- Vor einer Kinderwunschbehandlung (IVF, ICSI)
- Bei Verdacht auf PCOS oder vorzeitige Ovarialinsuffizienz
- Vor einer Chemotherapie oder ovariellen Operation
- Zur allgemeinen Fruchtbarkeitsvorsorge (Fertility Check)
Quellen
- La Marca A, Sighinolfi G, Radi D, et al. - Anti-Mullerian hormone (AMH) as a predictive marker in assisted reproductive technology (ART). Human Reproduction Update, 2010.
- Broer SL, Mol BW, Hendriks D, Broekmans FJ. - The role of antimullerian hormone in prediction of outcome after IVF. Fertility and Sterility, 2009.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - Leitlinien zur Diagnostik und Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch, 2019.
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