Analfissur – Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Analfissur ist ein kleiner Einriss in der Schleimhaut des Analkanals. Sie verursacht starke Schmerzen beim Stuhlgang und kann akut oder chronisch auftreten.
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Eine Analfissur ist ein kleiner Einriss in der Schleimhaut des Analkanals. Sie verursacht starke Schmerzen beim Stuhlgang und kann akut oder chronisch auftreten.
Was ist eine Analfissur?
Eine Analfissur (medizinisch: Fissura ani) ist ein kleiner, schmerzhafter Einriss in der Schleimhaut oder Haut des Analkanals – dem letzten Abschnitt des Dickdarms vor dem After. Sie ist eine häufige proktologische Erkrankung, die Menschen jeden Alters betreffen kann, besonders jedoch junge Erwachsene und Säuglinge.
Man unterscheidet zwei Formen: die akute Analfissur, die erst kurz besteht und gut auf konservative Behandlung anspricht, sowie die chronische Analfissur, die länger als sechs Wochen besteht und typischerweise bestimmte Gewebeveränderungen wie eine sogenannte Vorpostenfalte oder einen Hypertrophiepapillus aufweist.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Analfissur ist eine mechanische Überdehnung des Analkanals. Typische Auslöser sind:
- Verstopfung (Obstipation) mit hartem, trockenem Stuhl
- Anhaltender Durchfall, der die empfindliche Schleimhaut reizt
- Pressdruck beim Stuhlgang
- Erhöhter Sphinktertonus (Dauerkontraktion des inneren Schließmuskels), der die Durchblutung mindert und die Heilung erschwert
- Geburt – vaginale Geburten können Analfissuren begünstigen
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
Symptome
Analfissuren verursachen charakteristische Beschwerden:
- Starke, brennende oder stechende Schmerzen während und nach dem Stuhlgang, die Minuten bis Stunden anhalten können
- Helles Blut auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl (peranale Blutung)
- Juckreiz und Nässen im Analbereich
- Krampfartiger Schließmuskelspasmus nach der Defäkation
- Bei chronischen Fissuren: sichtbare Gewebeveränderungen wie Vorpostenfalte oder verhärtete Ränder
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine klinische Inspektion des Analbereichs durch einen Arzt gestellt. Meist ist die Fissur bei vorsichtiger Spreizung der Pobacken direkt sichtbar. In vielen Fällen ist eine Fingeruntersuchung (digital-rektale Untersuchung) aufgrund der starken Schmerzen zunächst nicht möglich. Eine Proktoskopie (Spiegelung des Enddarms) kann nach Abklingen der akuten Beschwerden oder unter Narkose durchgeführt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Behandlung
Konservative Therapie
Bei akuten Analfissuren ist zunächst eine konservative Behandlung angezeigt:
- Stuhlregulierung: Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und gegebenenfalls Abführmittel (Laxanzien) sorgen für weichen Stuhl und reduzieren den Druck auf die Fissur.
- Sitzbäder: Warme Sitzbäder (z. B. mit Kamille) entspannen den Schließmuskel und fördern die Durchblutung.
- Lokale Salben: Betäubende oder entzündungshemmende Cremes lindern die Schmerzen.
Medikamentöse Therapie
Bei chronischen Analfissuren oder unzureichendem Ansprechen auf konservative Maßnahmen werden spezifische Medikamente eingesetzt, die den erhöhten Schließmuskeldruck senken:
- Glyceroltrinitrat-Salbe (GTN): Ein lokales Nitrat, das den inneren Schließmuskel entspannt und die Heilung fördert. Häufige Nebenwirkung: Kopfschmerzen.
- Calciumantagonisten (z. B. Nifedipin-Salbe oder Diltiazem-Salbe): Entspannen ebenfalls den Schließmuskel lokal.
- Botulinumtoxin-Injektion: Botox wird in den inneren Schließmuskel injiziert, um ihn vorübergehend zu lähmen und die Heilung zu ermöglichen. Sehr wirksam bei chronischen Fissuren.
Operative Therapie
Bei therapieresistenten chronischen Analfissuren kann ein operativer Eingriff notwendig sein:
- Laterale interne Sphinkterotomie (LIS): Ein kleiner Teil des inneren Schließmuskels wird durchtrennt, um den Dauertonus zu senken. Sehr hohe Heilungsrate, jedoch besteht ein geringes Risiko einer Stuhlinkontinenz.
- Fissurektomie: Operative Entfernung der chronischen Fissur mitsamt verändertem Gewebe.
Verlauf und Prognose
Akute Analfissuren heilen in vielen Fällen innerhalb weniger Wochen bei konsequenter konservativer Therapie ab. Chronische Fissuren erfordern oft eine gezieltere Behandlung, sprechen aber in den meisten Fällen gut auf Botulinumtoxin oder eine Operation an. Eine konsequente Stuhlregulierung ist entscheidend, um Rückfälle zu verhindern.
Quellen
- Ommer A. et al. – S3-Leitlinie Analfissur, Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK), AWMF-Register Nr. 081-008 (2020).
- Nelson R.L. et al. – Non-surgical therapy for anal fissure. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012.
- Herold G. – Innere Medizin 2023. Eigenverlag Gerd Herold, Koeln 2023.
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