Anisozytose – Ursachen, Symptome & Behandlung
Anisozytose beschreibt das Auftreten von roten Blutkörperchen unterschiedlicher Größe im Blutbild. Sie ist ein häufiger Hinweis auf verschiedene Bluterkrankungen wie Anämie.
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Anisozytose beschreibt das Auftreten von roten Blutkörperchen unterschiedlicher Größe im Blutbild. Sie ist ein häufiger Hinweis auf verschiedene Bluterkrankungen wie Anämie.
Was ist Anisozytose?
Anisozytose bezeichnet einen Befund im Blutbild, bei dem die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) eine ungleichmäßige, also unterschiedlich große Form aufweisen. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen aniso (ungleich) und kytos (Zelle) zusammen. Im gesunden Blut sind Erythrozyten annähernd gleich groß, mit einem Durchmesser von etwa 6 bis 8 Mikrometern. Bei der Anisozytose weichen die Zellen deutlich von dieser Norm ab – manche sind zu groß (Makrozytose), andere zu klein (Mikrozytose), oder beides tritt gleichzeitig auf.
Die Anisozytose ist selbst keine eigenständige Erkrankung, sondern ein labormedizinischer Befund, der auf eine zugrunde liegende Störung der Blutbildung hinweist. Sie wird im großen Blutbild mithilfe des Parameters RDW (Red Cell Distribution Width) gemessen, der die Streubreite der Erythrozytengröße angibt.
Ursachen
Anisozytose kann durch zahlreiche Erkrankungen und Mangelzustände ausgelöst werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Eisenmangelanämie: Häufigste Ursache; führt zu kleinen, blassen Erythrozyten (Mikrozytose).
- Vitamin-B12-Mangel und Folsäuremangel: Führen zu übermäßig großen Erythrozyten (Makrozytose).
- Hämolytische Anämie: Vorzeitiger Abbau roter Blutkörperchen erzeugt unterschiedlich große Zellen.
- Thalassämie: Genetisch bedingte Störung der Hämoglobinbildung.
- Myelodysplastisches Syndrom (MDS): Störung der Blutbildung im Knochenmark.
- Chronische Erkrankungen: Wie chronische Niereninsuffizienz oder chronisch-entzündliche Erkrankungen.
- Bluttransfusionen: Können vorübergehend unterschiedliche Zellgrößen im Blut verursachen.
Symptome
Die Anisozytose selbst verursacht keine direkten Symptome. Die Beschwerden, die auftreten, sind in der Regel auf die zugrunde liegende Erkrankung zurückzuführen. Typische Symptome der begleitenden Anämie können sein:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Blässe der Haut und Schleimhäute
- Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Herzrasen (Palpitationen)
- Konzentrationsschwierigkeiten
Diagnose
Die Anisozytose wird durch ein großes Blutbild (Differenzialblutbild) festgestellt. Der wichtigste Laborparameter ist der RDW-Wert (Red Cell Distribution Width), der die Variationsbreite der Erythrozytengröße angibt. Ein erhöhter RDW-Wert (über 14–15 %) deutet auf eine ausgeprägte Anisozytose hin.
Zusätzlich betrachtet der Arzt weitere Blutwerte wie:
- MCV (mittleres Erythrozytenvolumen): Gibt die durchschnittliche Zellgröße an.
- Hämoglobin und Hämatokrit: Zeigen das Ausmaß einer eventuellen Anämie.
- Ferritin, Vitamin B12, Folsäure: Zum Nachweis von Nährstoffmängeln.
- Retikulozytenzahl: Gibt Hinweise auf die Aktivität der Blutbildung.
In manchen Fällen wird zur weiteren Abklärung ein Blutausstrich mikroskopisch untersucht, um die Form und Größe der Erythrozyten direkt zu beurteilen.
Behandlung
Da die Anisozytose ein Symptom einer Grunderkrankung ist, richtet sich die Behandlung stets nach der ursächlichen Störung:
- Eisenmangel: Eisenpräparate oral oder intravenös, eisenreiche Ernährung (rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse).
- Vitamin-B12-Mangel: Substitution durch Injektionen oder hochdosierte orale Präparate.
- Folsäuremangel: Folsäuresupplementierung, vor allem auch in der Schwangerschaft empfohlen.
- Hämolytische Anämie oder Thalassämie: Je nach Schweregrad medikamentöse Therapie, regelmäßige Transfusionen oder in schweren Fällen Knochenmarktransplantation.
- Chronische Erkrankungen: Behandlung der Grunderkrankung verbessert in der Regel auch den Blutbildbefund.
Eine regelmäßige Blutbildkontrolle ist wichtig, um den Therapieerfolg zu überwachen.
Quellen
- Hoffbrand, A.V. & Moss, P.A.H. - Hoffbrand's Essential Haematology, 7. Auflage. Wiley-Blackwell, 2016.
- World Health Organization (WHO) - Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia and assessment of severity. WHO/NMH/NHD/MNM/11.1, Genf, 2011. Verfügbar unter: https://www.who.int/
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage. De Gruyter, Berlin, 2020.
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