Anorexia nervosa – Ursachen, Symptome & Behandlung
Anorexia nervosa ist eine schwere Essstörung, die durch extremes Untergewicht, intensive Angst vor Gewichtszunahme und ein verzerrtes Körperbild gekennzeichnet ist.
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Anorexia nervosa ist eine schwere Essstörung, die durch extremes Untergewicht, intensive Angst vor Gewichtszunahme und ein verzerrtes Körperbild gekennzeichnet ist.
Was ist Anorexia nervosa?
Anorexia nervosa, umgangssprachlich auch als Magersucht bezeichnet, ist eine ernste psychische Erkrankung aus der Gruppe der Essstörungen. Betroffene schränken ihre Nahrungsaufnahme so stark ein, dass es zu gefährlichem Untergewicht kommt. Charakteristisch ist eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme sowie ein verzerrtes Körperbild – Betroffene nehmen sich als übergewichtig wahr, obwohl sie objektiv stark untergewichtig sind. Die Erkrankung hat von allen psychischen Störungen die höchste Sterblichkeitsrate.
Ursachen
Anorexia nervosa entsteht durch ein Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren:
- Biologische Faktoren: Genetische Veranlagung, Veränderungen im Serotonin- und Dopaminhaushalt sowie hormonelle Einflüsse können das Risiko erhöhen.
- Psychologische Faktoren: Perfektionismus, geringes Selbstwertgefühl, Angststörungen, Zwangsgedanken und der Wunsch nach Kontrolle spielen eine zentrale Rolle.
- Soziale und kulturelle Faktoren: Gesellschaftliche Schlankheitsideale, Druck durch soziale Medien, familiäre Konflikte und traumatische Erlebnisse können die Entstehung begünstigen.
Symptome
Die Symptome der Anorexia nervosa betreffen sowohl den körperlichen als auch den psychischen Bereich:
Körperliche Symptome
- Stark ausgeprägtes Untergewicht (Body-Mass-Index unter 17,5)
- Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe)
- Flaum-artige Körperbehaarung (Lanugo)
- Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut
- Niedriger Blutdruck, langsamer Herzschlag (Bradykardie)
- Kälteempfindlichkeit, Schwindel und Ohnmacht
- Elektrolytstörungen, die zu Herzrhythmusstörungen führen können
Psychische und verhaltensbezogene Symptome
- Intensive Angst vor Gewichtszunahme trotz Untergewichts
- Verzerrte Körperwahrnehmung
- Starke Beschäftigung mit Essen, Kalorien und Ernährung
- Vermeidung gemeinsamer Mahlzeiten
- Exzessiver Sport
- Sozialer Rückzug und Stimmungsschwankungen
Diagnose
Die Diagnose wird von Ärztinnen und Ärzten oder Fachleuten für psychische Gesundheit anhand klinischer Kriterien gestellt. Grundlage sind die Diagnosekriterien des ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) oder des DSM-5 (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen). Folgende Untersuchungen sind üblich:
- Körperliche Untersuchung und Messung von Gewicht und Größe (BMI-Berechnung)
- Blut- und Urintests zur Erfassung von Mangelzuständen und Elektrolytstörungen
- EKG zur Kontrolle der Herzfunktion
- Psychologische Befragung und standardisierte Fragebögen zur Essstörungsdiagnostik
Behandlung
Die Behandlung der Anorexia nervosa erfordert einen multidisziplinären Ansatz und umfasst:
Psychotherapie
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt als eine der wirksamsten psychotherapeutischen Methoden. Weitere Ansätze umfassen familienbasierte Therapie (besonders bei Jugendlichen), psychodynamische Therapie und dialektisch-behaviorale Therapie (DBT).
Ernährungstherapie
Eine schrittweise Wiederherstellung eines gesunden Körpergewichts unter Aufsicht von Ernährungsfachkräften ist essenziell. Ziel ist ein strukturierter Ernährungsplan, der die Kalorienzufuhr langsam steigert.
Medikamentöse Behandlung
Es gibt kein spezifisch zugelassenes Medikament für Anorexia nervosa. In bestimmten Fällen können jedoch Antidepressiva oder andere Psychopharmaka zur Behandlung begleitender psychischer Erkrankungen eingesetzt werden.
Stationäre Behandlung
Bei stark ausgeprägtem Untergewicht, körperlichen Komplikationen oder akuter Suizidgefahr kann eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in einer spezialisierten Klinik notwendig sein.
Verlauf und Prognose
Anorexia nervosa ist eine chronische Erkrankung mit variablem Verlauf. Mit frühzeitiger und konsequenter Behandlung erholen sich viele Betroffene vollständig. Ohne Behandlung kann die Erkrankung jedoch lebensbedrohlich werden. Risikofaktoren für einen ungünstigen Verlauf sind langer Krankheitsverlauf, niedriges Ausgangsgewicht und begleitende psychische Erkrankungen.
Quellen
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases, 11th Revision (ICD-11). Genf, 2022.
- American Psychiatric Association: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5th Edition (DSM-5). Washington D.C., 2013.
- Herpertz-Dahlmann B. et al. – S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung der Essstörungen. AWMF-Register Nr. 051-026, 2019.
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