Anthropometrie – Körpermessung in der Medizin
Anthropometrie ist die Wissenschaft der Messung des menschlichen Körpers. Sie erfasst Körpergröße, Gewicht, Umfänge und weitere Maße zur Beurteilung von Gesundheit und Ernährungszustand.
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Anthropometrie ist die Wissenschaft der Messung des menschlichen Körpers. Sie erfasst Körpergröße, Gewicht, Umfänge und weitere Maße zur Beurteilung von Gesundheit und Ernährungszustand.
Was ist Anthropometrie?
Die Anthropometrie (von griechisch anthropos = Mensch und metron = Maß) ist die Wissenschaft, die sich mit der systematischen Messung und Auswertung körperlicher Merkmale des Menschen befasst. Sie liefert objektive Daten über Körperbau, Wachstum und Ernährungszustand und findet in der Medizin, Ernährungswissenschaft, Sportwissenschaft und öffentlichen Gesundheit breite Anwendung.
Wichtige anthropometrische Messgrößen
Zu den am häufigsten erhobenen anthropometrischen Parametern gehören:
- Körpergröße: Standardmessung im Stehen, wichtig für die Berechnung weiterer Indizes.
- Körpergewicht: Grundlage für die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) und anderer Kennwerte.
- Body-Mass-Index (BMI): Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße im Quadrat (kg/m²), häufig verwendetes Maß für Übergewicht und Untergewicht.
- Taillenumfang: Wichtiger Indikator für viszerales Fettgewebe und damit verbundene Stoffwechselrisiken.
- Hüftumfang und Taille-Hüft-Verhältnis (WHR): Gibt Hinweise auf die Fettverteilung im Körper.
- Hautfaltendicke: Messung des subkutanen Fettgewebes mittels Kaliper an definierten Körperstellen.
- Arm-, Waden- und Kopfumfang: Besonders relevant in der Pädiatrie sowie in der klinischen Ernährungsmedizin.
Anwendungsbereiche
Klinische Medizin und Ernährungsmedizin
In der klinischen Praxis dienen anthropometrische Messungen der Einschätzung des Ernährungszustands von Patienten. Sie helfen dabei, Mangelernährung, Übergewicht oder Adipositas frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Besonders bei älteren Menschen und chronisch Kranken ist die regelmäßige Kontrolle dieser Werte bedeutsam.
Pädiatrie und Wachstumsüberwachung
In der Kinderheilkunde werden anthropometrische Daten wie Körpergröße, Gewicht und Kopfumfang regelmäßig erhoben und mit alters- und geschlechtsspezifischen Wachstumskurven verglichen. So können Wachstumsstörungen oder Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkannt werden.
Öffentliche Gesundheit und Epidemiologie
Auf Bevölkerungsebene werden anthropometrische Erhebungen genutzt, um den Ernährungs- und Gesundheitszustand von Bevölkerungsgruppen zu beurteilen. Internationale Organisationen wie die WHO verwenden diese Daten zur Überwachung von Übergewicht, Unterernährung und nichtübertragbaren Krankheiten.
Sport- und Leistungsdiagnostik
Im Sport dienen anthropometrische Messungen der Bestimmung der Körperzusammensetzung, also dem Verhältnis von Muskelmasse zu Fettmasse. Diese Informationen werden für Trainingsplanung und Leistungsoptimierung eingesetzt.
Methoden der Körperzusammensetzungsanalyse
Neben den klassischen Maßband- und Waagenmessungen existieren weiterführende Methoden zur genauen Bestimmung der Körperzusammensetzung:
- Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Misst den elektrischen Widerstand des Körpers zur Schätzung von Fett- und Muskelmasse.
- DEXA (Dual-Energie-Röntgenabsorptiometrie): Goldstandard-Methode zur Messung von Knochendichte, Fett- und Muskelmasse.
- Hydrostatisches Wiegen: Schätzung des Körperfettanteils über das Unterwassergewicht.
Interpretation und Grenzen
Anthropometrische Messungen sind einfach durchführbar und kostengünstig, haben jedoch auch Grenzen. Der BMI beispielsweise berücksichtigt nicht die Körperzusammensetzung und kann bei Sportlern oder älteren Menschen irreführend sein. Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis gelten daher als ergänzende und oft aussagekräftigere Indikatoren für kardiometabolische Risiken. Eine fachgerechte Interpretation der Messwerte im klinischen Kontext ist stets erforderlich.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Physical Status: The Use and Interpretation of Anthropometry. WHO Technical Report Series, Nr. 854, Genf, 1995.
- Lean M.E.J. et al.: Waist circumference as a measure for indicating need for weight management. BMJ, 311(6998):158-161, 1995.
- Lohman T.G., Roche A.F., Martorell R. (Hrsg.): Anthropometric Standardization Reference Manual. Human Kinetics, Champaign, 1988.
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