Antifibrinolytikum – Wirkung, Einsatz und Wirkstoffe
Ein Antifibrinolytikum ist ein Wirkstoff, der die Auflösung von Blutgerinnseln hemmt und so übermäßige Blutungen stoppt oder verhindert. Es wird häufig bei Operationen, Geburten oder Gerinnungsstörungen eingesetzt.
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Ein Antifibrinolytikum ist ein Wirkstoff, der die Auflösung von Blutgerinnseln hemmt und so übermäßige Blutungen stoppt oder verhindert. Es wird häufig bei Operationen, Geburten oder Gerinnungsstörungen eingesetzt.
Was ist ein Antifibrinolytikum?
Ein Antifibrinolytikum (Plural: Antifibrinolytika) ist ein Arzneimittel, das die sogenannte Fibrinolyse hemmt – also den körpereigenen Prozess, durch den Blutgerinnsel aufgelöst werden. Dieser Prozess ist normalerweise wichtig, um nach einer Wundheilung die Blutgefäße wieder freizumachen. In bestimmten medizinischen Situationen kann die Fibrinolyse jedoch zu stark oder zum falschen Zeitpunkt aktiv sein, was zu gefährlichen Blutungen führt. Antifibrinolytika werden eingesetzt, um solche Blutungen zu kontrollieren oder zu verhindern.
Wirkmechanismus
Die Blutgerinnung und ihre Auflösung sind eng miteinander verbundene Prozesse. Beim Abbau von Blutgerinnseln spielt das Enzym Plasmin eine zentrale Rolle: Es spaltet Fibrin, das Strukturprotein des Gerinnsels. Antifibrinolytika greifen gezielt in diesen Prozess ein:
- Lysin-Analoga wie Tranexamsäure und Epsilon-Aminocapronsäure binden an Plasminogen und Plasmin und blockieren deren Anlagerung an Fibrin – dadurch wird die Gerinnsellösung verhindert.
- Aprotinin ist ein Proteaseinhibitor, der Plasmin direkt hemmt und zusätzlich andere Enzyme der Gerinnungskaskade beeinflusst.
Das Ergebnis ist eine stabilisierte Blutgerinnung und eine verminderte Blutungsneigung.
Indikationen – Wann werden Antifibrinolytika eingesetzt?
Antifibrinolytika kommen in einer Vielzahl von medizinischen Situationen zum Einsatz:
- Operative Eingriffe: Besonders bei herzchirurgischen Eingriffen, orthopädischen Operationen (z. B. Hüft- oder Kniegelenkersatz) oder Leberoperationen, um den Blutverlust zu reduzieren.
- Geburtshilfe: Zur Behandlung und Vorbeugung von postpartalen Blutungen (Blutungen nach der Geburt).
- Trauma: Bei schwer verletzten Patienten zur Verringerung lebensbedrohlicher Blutungen.
- Hämophilie und Gerinnungsstörungen: Als ergänzende Therapie bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen Blutungserkrankungen.
- Starke Menstruationsblutungen: Tranexamsäure wird häufig bei Menorrhagie (übermäßige Regelblutung) eingesetzt.
- Zahnextraktionen: Bei Patienten mit erhöhter Blutungsneigung, z. B. unter Antikoagulanzientherapie.
Wichtige Wirkstoffe
Tranexamsäure
Tranexamsäure ist das am häufigsten verwendete Antifibrinolytikum. Sie ist in Form von Tabletten, Injektionslösungen und topischen Zubereitungen verfügbar und gilt als sicher und gut verträglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Tranexamsäure auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel.
Epsilon-Aminocapronsäure
Epsilon-Aminocapronsäure wirkt ähnlich wie Tranexamsäure, wird jedoch seltener eingesetzt und ist in einigen Ländern nicht mehr zugelassen.
Aprotinin
Aprotinin (Handelsname: Trasylol) war lange in der Herzchirurgie etabliert, wurde jedoch aufgrund eines erhöhten Risikos für Nieren- und Herzschäden vorübergehend vom Markt genommen. In manchen Ländern ist es unter strengen Bedingungen wieder zugelassen.
Dosierung und Anwendungshinweise
Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Wirkstoff, der Indikation und dem klinischen Zustand des Patienten. Tranexamsäure wird beispielsweise bei Operationen häufig intravenös verabreicht, bei Menorrhagie hingegen oral. Die genaue Dosierung sollte stets durch medizinisches Fachpersonal festgelegt werden.
Nebenwirkungen
Antifibrinolytika sind im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (vor allem bei oraler Einnahme)
- Schwindel und Kopfschmerzen
- Selten: allergische Reaktionen
- Bei Überdosierung oder falscher Anwendung: erhöhtes Thromboserisiko (Bildung unerwünschter Blutgerinnsel)
- Aprotinin: erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen und kardiovaskuläre Ereignisse
Kontraindikationen
Antifibrinolytika dürfen nicht oder nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Akuten thromboembolischen Ereignissen (z. B. Lungenembolie, tiefer Venenthrombose)
- Schwerer Niereninsuffizienz (Dosisanpassung erforderlich)
- Disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC), sofern nicht gleichzeitig Heparin verabreicht wird
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO Model List of Essential Medicines, 23rd Edition, 2023. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/WHO-MHP-HPS-EML-2023.02
- Ker K, Edwards P, Perel P, Shakur H, Roberts I: Effect of tranexamic acid on surgical bleeding: systematic review and cumulative meta-analysis. BMJ. 2012;344:e3054.
- Liumbruno GM, Bennardello F, Lattanzio A, et al.: Recommendations for the use of antifibrinolytic agents in surgery. Blood Transfus. 2011;9(4):383-401.
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