Aortendissektion – Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Aortendissektion ist ein lebensbedrohlicher Einriss in der inneren Wandschicht der Hauptschlagader. Sofortige medizinische Behandlung ist zwingend erforderlich.
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Die Aortendissektion ist ein lebensbedrohlicher Einriss in der inneren Wandschicht der Hauptschlagader. Sofortige medizinische Behandlung ist zwingend erforderlich.
Was ist eine Aortendissektion?
Die Aortendissektion ist eine akute, lebensbedrohliche Erkrankung der Aorta – der größten Schlagader des menschlichen Körpers. Dabei reißt die innerste Schicht der Aortenwand (die sogenannte Intima) ein, sodass Blut zwischen die Wandschichten eindringt und diese voneinander trennt (disseziert). Es entsteht ein sogenanntes falsches Lumen, das sich schnell ausbreiten und lebenswichtige Organe gefährden kann. Die Aortendissektion gilt als medizinischer Notfall mit hoher Sterblichkeitsrate, wenn sie nicht sofort behandelt wird.
Klassifikation
Es existieren zwei gängige Klassifikationssysteme:
- Stanford-Klassifikation: Typ A betrifft die aufsteigende Aorta (Aorta ascendens) und erfordert meist eine sofortige Operation. Typ B betrifft ausschließlich die absteigende Aorta (Aorta descendens) und wird häufig zunächst medikamentös behandelt.
- DeBakey-Klassifikation: Unterscheidet drei Typen (I, II, III) je nach Ausdehnung der Dissektion entlang der Aorta.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache einer Aortendissektion ist eine langfristig schlecht eingestellte arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), die die Aortenwand schwächt. Weitere wichtige Risikofaktoren sind:
- Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom
- Vorbestehende Aortenerkrankungen (z. B. Aortenaneurysma, bikuspide Aortenklappe)
- Atherosklerose (Arterienverkalkung)
- Traumatische Verletzungen des Brustkorbs
- Drogenkonsum, insbesondere Kokain
- Schwangerschaft (selten, meist im dritten Trimester)
- Genetische Vorbelastung und familiäre Häufungen
Symptome
Das Leitsymptom der Aortendissektion ist ein plötzlich einsetzender, reißender oder stechender Schmerz im Brustkorb oder Rücken, der häufig als vernichtend beschrieben wird. Charakteristisch ist die sogenannte Wanderschmerzsymptomatik: Der Schmerz kann in den Rücken, den Bauch oder die Beine ausstrahlen, je nach Ausbreitung der Dissektion. Weitere mögliche Symptome sind:
- Blutdruckunterschied zwischen den Armen
- Bewusstlosigkeit oder Synkope
- Schlaganfall-ähnliche Symptome (z. B. Lähmungen, Sprachstörungen)
- Atemnot und Herzrhythmusstörungen
- Pulslosigkeit oder abgeschwächter Puls in einem Arm oder Bein
- Schocksymptome (Blässe, Schweißausbruch, Kreislaufversagen)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch bildgebende Verfahren gesichert. Wichtige diagnostische Methoden sind:
- CT-Angiographie (CTA): Goldstandard – ermöglicht schnelle, genaue Darstellung der Aorta und der Dissektion
- Transösophageale Echokardiographie (TEE): Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre, besonders geeignet bei instabilen Patienten
- MRT: Sehr genaue Darstellung, jedoch zeitaufwendiger und für Notfallsituationen weniger geeignet
- Röntgen-Thorax: Kann eine verbreiterte Aorta zeigen, schließt eine Dissektion aber nicht aus
- Labor: D-Dimere können erhöht sein; Troponin und andere Herzmarker helfen bei der Differenzialdiagnose
Behandlung
Notfallmaßnahmen
Bei Verdacht auf eine Aortendissektion muss sofort der Notruf (112) gerufen werden. Der Patient wird intensivmedizinisch überwacht, Blutdruck und Herzfrequenz werden stabilisiert.
Medikamentöse Therapie
Ziel ist die rasche Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz, um die Ausdehnung der Dissektion zu verlangsamen. Eingesetzt werden vor allem Betablocker (z. B. Esmolol, Labetalol) sowie Vasodilatatoren (z. B. Natriumnitroprussid).
Chirurgische Therapie
Bei der Typ-A-Dissektion (Stanford) ist in der Regel eine Notoperation erforderlich. Dabei wird der betroffene Aortenabschnitt durch eine Gefäßprothese ersetzt. Bei der Typ-B-Dissektion wird zunächst eine konservative medikamentöse Therapie bevorzugt; bei Komplikationen (z. B. Organischämie, Ruptur) kommt ein minimalinvasiver endovaskulärer Eingriff (TEVAR – thorakale endovaskuläre Aortenreparatur) in Betracht.
Langzeitnachsorge
Nach einer überstandenen Aortendissektion sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen (z. B. MRT oder CT) sowie eine lebenslange konsequente Blutdruckeinstellung unerlässlich, um erneute Dissektionen oder Komplikationen zu vermeiden.
Quellen
- Erbel R. et al. – 2014 ESC Guidelines on the diagnosis and treatment of aortic diseases. European Heart Journal, 2014; 35(41): 2873–2926.
- Nienaber CA, Clough RE. – Management of acute aortic dissection. The Lancet, 2015; 385(9970): 800–811.
- Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) – Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Aortenerkrankungen, 2023.
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