Appendektomie – Blinddarm-OP erklärt
Die Appendektomie ist die chirurgische Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendix). Sie ist der Standardeingriff bei akuter Appendizitis und wird meist als minimalinvasive Operation durchgeführt.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit Spare 15% auf FloralWissenswertes über "Appendektomie"
Die Appendektomie ist die chirurgische Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendix). Sie ist der Standardeingriff bei akuter Appendizitis und wird meist als minimalinvasive Operation durchgeführt.
Was ist eine Appendektomie?
Die Appendektomie (auch Appendizektomie) bezeichnet die operative Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis), eines kleinen, fingerförmigen Anhangs am Blinddarm (Zäkum) im rechten Unterbauch. Sie ist einer der häufigsten chirurgischen Notfalleingriffe weltweit und wird in der Regel bei einer akuten Appendizitis (Blinddarmentzündung) durchgeführt, um lebensbedrohliche Komplikationen wie einen Durchbruch des Wurmfortsatzes (Perforation) zu verhindern.
Indikationen
Die Appendektomie wird vor allem in folgenden Situationen eingesetzt:
- Akute Appendizitis: Entzündung des Wurmfortsatzes, häufig ausgelöst durch Verstopfung des Appendixlumens durch Kot, Schleim oder Fremdkörper.
- Perforierte Appendizitis: Durchbruch des entzündeten Wurmfortsatzes mit Ausbreitung der Entzündung in die Bauchhöhle (Peritonitis).
- Appendixabszess: Abgekapselter Eiteransammlung rund um den Wurmfortsatz.
- Prophylaktische Appendektomie: In seltenen Fällen, z. B. während anderer Bauchoperationen oder bei Raumfahrtmissionen, zur Vorbeugung.
Symptome der Appendizitis als Operationsanlass
Typische Zeichen, die zur Appendektomie führen, umfassen:
- Schmerzen, die im Nabel beginnen und in den rechten Unterbauch wandern
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber
- Druckschmerz im rechten Unterbauch (McBurney-Punkt)
- Erhöhte Entzündungswerte im Blut (CRP, Leukozyten)
Diagnose
Vor der Operation wird die Appendizitis durch verschiedene Untersuchungen bestätigt:
- Körperliche Untersuchung: Druckschmerz, Loslassschmerz (Blumberg-Zeichen) und Abwehrspannung im Bauch.
- Blutuntersuchung: Erhöhte Leukozyten und CRP-Wert weisen auf eine Entzündung hin.
- Ultraschall: Bildgebung zur Darstellung des entzündeten Wurmfortsatzes.
- CT oder MRT des Abdomens: Bei unklaren Befunden, insbesondere bei Erwachsenen.
Operationsverfahren
Laparoskopische Appendektomie (minimalinvasiv)
Die laparoskopische Appendektomie ist heute das bevorzugte Standardverfahren. Dabei werden drei kleine Schnitte (je ca. 0,5–1 cm) im Bauch gemacht. Über einen dieser Schnitte wird eine Kamera (Laparoskop) eingeführt, über die anderen werden chirurgische Instrumente eingesetzt. Der Wurmfortsatz wird abgetrennt, ligiert und entfernt. Vorteile sind geringere Schmerzen, kürzere Krankenhausaufenthalte und schnellere Erholung.
Offene Appendektomie (konventionell)
Bei der offenen Appendektomie wird ein Schnitt (ca. 5–8 cm) im rechten Unterbauch gesetzt (Wechselschnitt oder Pararektalschnitt). Dieses Verfahren wird bei fortgeschrittener Perforation, starken Verwachsungen oder technischen Schwierigkeiten bei der Laparoskopie bevorzugt.
Narkose und Vorbereitung
Die Appendektomie wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Zur Vorbereitung gehören Blutuntersuchungen, ein Aufklärungsgespräch sowie die Nahrungskarenz vor dem Eingriff. Im Notfall wird die Operation so rasch wie möglich durchgeführt, um eine Perforation zu verhindern.
Nachsorge und Erholung
Nach einer laparoskopischen Appendektomie können die meisten Patientinnen und Patienten das Krankenhaus nach 1–2 Tagen verlassen. Bei einem unkomplizierten Verlauf ist die vollständige Erholung in der Regel nach 2–4 Wochen erreicht. Nach einer offenen Operation oder bei Komplikationen (z. B. Perforation) kann der Krankenhausaufenthalt länger dauern. Körperliche Schonung, Wundpflege und Nachsorgetermine beim Arzt sind wichtig.
Risiken und Komplikationen
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Appendektomie gewisse Risiken:
- Wundinfektionen
- Nachblutungen
- Verletzungen benachbarter Organe (Darm, Blase, Blutgefäße)
- Narkosekomplikationen
- Darmverschluss durch Verwachsungen (Adhäsionen)
- Bei perforierter Appendizitis: Bauchfellentzündung (Peritonitis), Abszessbildung
Konservative Behandlung als Alternative
In ausgewählten Fällen einer unkomplizierten Appendizitis kann auch eine konservative Behandlung mit Antibiotika in Betracht gezogen werden. Studien zeigen, dass dies bei etwa 70 % der Patienten zunächst erfolgreich ist. Allerdings besteht ein Rückfallrisiko, weshalb die Appendektomie weiterhin als Goldstandard gilt.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Global Guidelines for the Prevention of Surgical Site Infection. WHO Press, 2016.
- Sartelli M et al. - 2020 update of the WSES guidelines for the management of acute non-complicated appendicitis. World Journal of Emergency Surgery, 2020.
- Gorter RR et al. - Diagnosis and management of acute appendicitis. EAES consensus development conference 2015. Surgical Endoscopy, 2016.
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