Articulatio costochondralis – Anatomie & Erkrankungen
Die Articulatio costochondralis ist die Verbindung zwischen dem knöchernen Rippenanteil und dem Rippenknorpel. Sie sorgt für Stabilität und Beweglichkeit des Brustkorbs.
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Die Articulatio costochondralis ist die Verbindung zwischen dem knöchernen Rippenanteil und dem Rippenknorpel. Sie sorgt für Stabilität und Beweglichkeit des Brustkorbs.
Definition
Die Articulatio costochondralis bezeichnet die anatomische Verbindung zwischen dem knöchernen Teil einer Rippe (Os costale) und dem dazugehörigen Rippenknorpel (Cartilago costalis). Diese Verbindung ist streng genommen keine echte Gelenkverbindung mit Gelenkspalt, sondern eine Knorpel-Knochen-Verbindung (Synchondrose), die eine feste, aber dennoch leicht federnde Verbindung gewährleistet.
Anatomie und Lage
Der menschliche Brustkorb besteht aus zwölf Rippenpaaren. Jede Rippe besitzt einen hinteren knöchernen Anteil, der über die Wirbelsäule mit dem Skelett verbunden ist, sowie einen vorderen Anteil aus hyalinem Knorpel. An der Grenze zwischen diesen beiden Abschnitten liegt die Articulatio costochondralis. Diese Übergangszone ist durch eine periostale und perichondrale Hülle stabilisiert, die Knochen und Knorpel miteinander verbindet.
- Die Verbindung besteht aus hyalinem Knorpel, der in eine knöcherne Mulde eingreift.
- Es gibt keine Gelenkkapsel und keinen Gelenkspalt, weshalb es sich um eine Synchondrose handelt.
- Die Verbindung ist bei Kindern und Jugendlichen besonders elastisch und verknöchert im Alter zunehmend.
Funktion
Die Articulatio costochondralis ermöglicht eine gewisse Flexibilität des Brustkorbs und ist entscheidend für die Atemmechanik. Beim Ein- und Ausatmen hebt und senkt sich der Brustkorb; die costochondralen Verbindungen dämpfen dabei die entstehenden Kräfte und schützen die Rippen vor Brüchen. Zudem tragen sie zur Formstabilität des Thorax bei.
Klinische Bedeutung
Costochondritis
Eine der häufigsten Erkrankungen, die die Articulatio costochondralis betrifft, ist die Costochondritis – eine Entzündung des Rippenknorpels und der costochondralen Verbindung. Sie äußert sich durch lokalisierten Brustschmerz, der beim Drücken auf den betroffenen Bereich oder bei tiefer Einatmung zunimmt. Die Ursache ist oft unklar (idiopathisch), kann aber auch nach Infektionen oder körperlicher Belastung auftreten.
Tietze-Syndrom
Das Tietze-Syndrom ist eine schmerzhafte, nicht-eitrige Schwellung der costochondralen oder sternocostalen Verbindungen, meist im Bereich der zweiten und dritten Rippe. Im Gegensatz zur Costochondritis ist beim Tietze-Syndrom eine tastbare Schwellung vorhanden.
Traumatische Verletzungen
Durch starke mechanische Einwirkung (z. B. bei Verkehrsunfällen oder Sturz) kann es zu einer Dislokation oder Fraktur im Bereich der costochondralen Verbindung kommen. Solche Verletzungen verursachen starke Schmerzen und können die Atemfunktion beeinträchtigen.
Altersbedingte Veränderungen
Mit zunehmendem Alter kommt es häufig zu einer Verkalkung oder Verknöcherung des Rippenknorpels im Bereich der costochondralen Verbindung. Dies führt zu einer Versteifung des Brustkorbs und kann die Atemreserve des älteren Menschen einschränken.
Diagnose
Die Diagnose von Erkrankungen der Articulatio costochondralis erfolgt in der Regel klinisch durch Anamnese und körperliche Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT können ergänzend eingesetzt werden, um Frakturen, Entzündungen oder Tumoren auszuschließen. Eine tastbare Druckschmerzhaftigkeit an der costochondralen Verbindung ist ein wichtiges klinisches Zeichen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung:
- Costochondritis und Tietze-Syndrom: Häufig selbstlimitierend; Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), lokaler Wärme und Schonung.
- Traumatische Verletzungen: Konservative Behandlung mit Schmerztherapie; operative Versorgung bei schweren Dislokationen.
- Altersbedingte Veränderungen: Physiotherapie zur Erhaltung der Thoraxmobilität.
Quellen
- Schiebler, T.H. & Korf, H.W. (2007). Anatomie. Steinkopff Verlag, 10. Auflage.
- Proulx, A.M. & Zryd, T.W. (2009). Costochondritis: Diagnosis and Treatment. American Family Physician, 80(6), 617-620.
- Pujalte, G.G.A. & Reyes, B.P. (2009). Costochondritis and Tietze Syndrome. Current Reviews in Musculoskeletal Medicine, 2(2), 88-90.
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