Ataxie – Ursachen, Symptome und Behandlung
Ataxie bezeichnet eine neurologische Störung der Bewegungskoordination. Betroffene haben Schwierigkeiten beim Gehen, Sprechen oder bei gezielten Bewegungen.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Ataxie"
Ataxie bezeichnet eine neurologische Störung der Bewegungskoordination. Betroffene haben Schwierigkeiten beim Gehen, Sprechen oder bei gezielten Bewegungen.
Was ist Ataxie?
Ataxie ist ein neurologisches Symptom bzw. eine Erkrankung, bei der die Koordination von Bewegungen gestört ist. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Unordnung oder Regellosigkeit. Betroffene haben Schwierigkeiten, Bewegungen gezielt und gleichmäßig auszuführen. Dies betrifft häufig das Gehen, die Feinmotorik, die Sprache und die Augenbewegungen. Ataxie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Oberbegriff für verschiedene Koordinationsstörungen, die unterschiedliche Ursachen haben können.
Ursachen
Ataxie kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen erworbenen und erblichen Formen:
- Zerebellare Ataxie: Schäden am Kleinhirn (Cerebellum), das für die Feinabstimmung von Bewegungen zuständig ist, sind die häufigste Ursache.
- Hereditäre Ataxien: Genetisch bedingte Formen wie die Friedreich-Ataxie oder spinozerebelläre Ataxien (SCA) werden vererbt.
- Erworbene Ursachen: Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumoren, Multiple Sklerose, Alkoholmissbrauch, Vitamin-B12- oder Vitamin-E-Mangel, Infektionen sowie bestimmte Medikamente können Ataxie verursachen.
- Paraneoplastische Ataxie: Im Zusammenhang mit bestimmten Krebserkrankungen kann das Immunsystem fälschlicherweise das Kleinhirn angreifen.
- Idiopathische Ataxie: In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen.
Symptome
Die Symptome der Ataxie sind vielfältig und hängen von der betroffenen Region im Nervensystem sowie vom Schweregrad der Erkrankung ab:
- Gangstörungen: Unsicherer, schwankender Gang, als ob die betroffene Person betrunken wäre (sogenannter Taumelgang)
- Dysarthrie: Verwaschene, undeutliche Sprache durch gestörte Koordination der Sprechmuskulatur
- Dysmetrie: Fehleinschätzung von Entfernungen bei gezielten Bewegungen, z. B. beim Greifen nach Gegenständen
- Intentionszittern: Zittern, das beim gezielten Bewegen einer Extremität auftritt
- Nystagmus: Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Gleichgewichtsprobleme und häufige Stürze
Diagnose
Die Diagnose einer Ataxie erfordert eine gründliche neurologische Untersuchung und verschiedene diagnostische Verfahren:
- Neurologische Untersuchung: Beurteilung von Gang, Koordination, Reflexen und Augenbewegungen
- MRT des Gehirns: Bildgebung zur Darstellung von Kleinhirn, Hirnstamm und Rückenmark
- Blutuntersuchungen: Ausschluss von Vitamin- oder Stoffwechseldefiziten, Infektionen und Autoimmunerkrankungen
- Genetische Tests: Bei Verdacht auf erbliche Formen der Ataxie
- Elektrophysiologische Untersuchungen: z. B. Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) oder evozierte Potenziale
- Liquordiagnostik: Untersuchung des Nervenwassers bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen
Behandlung
Die Behandlung der Ataxie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Eine vollständige Heilung ist nicht immer möglich, jedoch können viele Therapieansätze die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern:
Kausale Therapie
Wenn eine behandelbare Ursache vorliegt, steht diese im Vordergrund: Vitaminmangel wird durch Substitution ausgeglichen, Infektionen werden antibiotisch oder antiviral behandelt, und bei Tumoren kommen chirurgische Eingriffe, Bestrahlung oder Chemotherapie in Betracht.
Symptomatische Therapie
- Physiotherapie: Verbesserung von Gleichgewicht, Koordination und Muskelkraft
- Ergotherapie: Training der Alltagsaktivitäten und Feinmotorik
- Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen
- Hilfsmittel: Gehhilfen, Rollstuhl oder orthopädische Einlagen zur Sturzprophylaxe
Medikamentöse Therapie
Es gibt bisher keine zugelassenen Medikamente, die Ataxie grundsätzlich heilen. Einzelne Symptome wie Zittern oder Muskelkrämpfe können jedoch medikamentös behandelt werden. Bei bestimmten Formen, z. B. der episodischen Ataxie Typ 2, können Acetazolamid oder 4-Aminopyridin wirksam sein.
Quellen
- Klockgether, T. - Ataxias. Continuum (Minneapolis, Minn.) 2012; 18(5):1196-1210. PubMed PMID: 23041587.
- World Health Organization (WHO) - Neurological Disorders: Public Health Challenges. WHO Press, Geneva, 2006.
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) - Ataxia Information Page. www.ninds.nih.gov (Stand 2024).
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieKreuzband
Glutamat-Pyruvat-Transaminase
Ligatur
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Ataxie + Ataxia